Idee
Im September 2025 überlegte ich mir, wann und wo ich meine erste Langstreckenwanderung im Jahr 2026 gehen könnte. Weil ich wieder die Winterzeit nutzen wollte, blieb nur der Zeitraum Februar und März 2026 in Südeuropa übrig. Sofort richtete sich mein Augenmerk auf Spanien und Portugal. Ein Jakobsweg in Spanien, die Ruta de la Lana (ca. 1300 km), lag fertig geplant in der Schublade und wartete schon über zwei Jahre auf die Realisierung. Aber irgendwie hatte ich diesmal keine Lust auf Spanien, also blieb Portugal übrig.
Die Rota Vicentina ist ein Netzwerk von Wander- und Rundwegen in Portugal, die südlich von Lissabon im Alentejo und in der Algarve liegen.
Der Fischerweg und der Historische Weg gehören zur Rota Vicentina.
Der Fischerweg wird schon seit einigen Jahren in den einschlägigen deutschen Wanderforen unheimlich „gehypt“. Der Historische Weg ist zu großen Teilen ein Jakobsweg.
Für diese beiden Wanderwege plante ich jeweils eine Variante.
Im September 2025 überlegte ich mir, wann und wo ich meine erste Langstreckenwanderung im Jahr 2026 gehen könnte. Weil ich wieder die Winterzeit nutzen wollte, blieb nur der Zeitraum Februar und März 2026 in Südeuropa übrig. Sofort richtete sich mein Augenmerk auf Spanien und Portugal. Ein Jakobsweg in Spanien, die Ruta de la Lana (ca. 1300 km), lag fertig geplant in der Schublade und wartete schon über zwei Jahre auf die Realisierung. Aber irgendwie hatte ich diesmal keine Lust auf Spanien, also blieb Portugal übrig.
Die Rota Vicentina ist ein Netzwerk von Wander- und Rundwegen in Portugal, die südlich von Lissabon im Alentejo und in der Algarve liegen.
Der Fischerweg und der Historische Weg gehören zur Rota Vicentina.
Der Fischerweg wird schon seit einigen Jahren in den einschlägigen deutschen Wanderforen unheimlich „gehypt“. Der Historische Weg ist zu großen Teilen ein Jakobsweg.
Für diese beiden Wanderwege plante ich jeweils eine Variante.
Planung
Zu Beginn der Planungsphase informiere ich mich gern vorab über die Wandertour. Von meinem bevorzugten Verlag, dem OUTDOOR-Verlag, gab es keinen Wanderführer. Also besorgte ich mir dann einen Wanderführer vom Rother-Verlag.
Zu Beginn der Planungsphase informiere ich mich gern vorab über die Wandertour. Von meinem bevorzugten Verlag, dem OUTDOOR-Verlag, gab es keinen Wanderführer. Also besorgte ich mir dann einen Wanderführer vom Rother-Verlag.
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| Bild 1: Wanderführer Rota Vicentina |
Die wichtigste Erkenntnis beim Überfliegen des Wanderführers war, dass es zwei Hauptwege auf der Rota Vicentina gibt, den Historischen Weg und den Fischerweg.
Wer sich die Spalte „Solo/Gruppe“ in meiner Tourenliste ansieht, wird feststellen, dass ich seit dem Jahr 2022 sehr selten Solo unterwegs war. Immer begleiteten mich ein oder zwei Familienmitglieder. Ich freue mich, dass ich meine Wanderbegeisterung an Familienmitglieder weitergeben konnte.
Weil ich insgeheim damit rechnete, plante ich zwei Varianten für die Wandertour in Portugal.
Die 1. Variante mit dem Historischen Weg ist mehr eine „Überlandvariante“. Die 2. Variante mit dem Fischerweg ist dagegen eine Variante entlang der Küstenlinie, wenn mich jemand begleitet. Der Fischerweg wird, abhängig von der Jahreszeit, mehr oder weniger überlaufen sein.
Solo würde ich daher eher die 1.Variante bevorzugen.
Variante 1 mit dem Historischen Weg
Variante 2 mit dem Fischerweg
Für Portugal gibt es nicht viele mögliche Startpunkte für eine Wandertour.
Das sind in der Regel die Flughäfen in Lissabon, Porto oder
Faro.
Für beide Varianten plante ich den Flughafen in Lissabon als Startpunkt und den Flughafen in Faro als Endpunkt ein.
Irgendwie hat meine Enkeltochter Lilly von meinen Wanderplänen für den Winter 2026 erfahren. Wahrscheinlich habe ich das sogar selbst erzählt. Auf die Frage, ob sie in den Wintersemesterferien mitkommen kann, antwortete ich mit einem „Ja“. Das hat den Starttermin für die Wandertour auf Mitte Februar verschoben. Wäre ich Solo unterwegs gewesen, hätte ich die Wandertour zwei Wochen früher begonnen. Auch die Route haben wir festgelegt. Meine Enkeltochter würde mich gern auf der „Küstenvariante“, also auf dem Fischerweg, begleiten.
Trotzdem plante ich die beiden zuvor genannten Wegevarianten. Es hätte ja sein können, dass meine Enkeltochter kurzfristig absagen muss. Dann würde ich die „Überlandvariante“ bevorzugen. Rationale Gründe für diese Entscheidung kann ich nicht nennen, außer dass der Fischerweg mehr frequentiert sein könnte.
Im Internet habe ich mir die beiden genannten Wege genauer betrachtet. Der Historische Weg beginnt in Santiago do Cacem, der Fischerweg in Praia de Sao Torpes, was in der Nähe von Santiago do Cacem liegt.
Der grobe Plan war so:
Fischerweg (Küstenvariante)
(1) Von Lissabon nach Santiago do Cacem (ca. 140 km)
(2) Von Santiago do Cacem nach Praia de Sao Torpes (ca. 20 km)
(3) Von Praia de Sao Torpes zum Cabo de Sao Vicente (ca. 170 km)
(4) Vom Cabo de Sao Vicente nach Lagos (ca. 50 km)
(5) Von Lagos nach Faro (ca. 100 km)
Insgesamt wären das ca. 480 km.
Historischer Weg (Überlandvariante)
(1) Von Lissabon nach Santiago do Cacem (ca. 140 km)
(2) Von Santiago do Cacem zum Cabo de Sao Vicente s (ca. 200 km)
(3) Vom Cabo de Sao Vicente nach Lagos (ca. 50 km)
(4) Von Lagos nach Faro (ca. 100 km)
Insgesamt wären das ca. 490 km.
Große Längenunterschiede gab es bei den beiden Wegevarianten also nicht.
Als Treffpunkt hatte ich mit meiner Enkeltochter vereinbart, dass wir uns in Santiago do Cacem treffen. Dieser Treffpunkt hat mir bis zuletzt alle Optionen offen gehalten, welche Wegevariante ich gehen werde. Einzig meinen Anreisetag stimmte ich mit dem Anreisetag meiner Enkeltochter ab.
Aus dem Internet besorgte ich mir dann einige Tracks für die beiden Wanderwege. Schnell war klar, dass diese Tracks nicht meinen Qualitätsansprüchen genügen. Also plante ich meine eigenen Tracks, was ich bisher eigentlich immer tun musste.
Den Weg von Lissabon nach Santiago do Cacem plante ich „frei“ durch die Landschaft. Das war mehr oder weniger eine reine „Überführungsstrecke“.
Wochen später nach der Rückkehr von der Wandertour in Portugal, machten mich Beiträge von Usern eines Wanderforums nachdenklich, die ebenfalls zu der Zeit im Süden von Portugal unterwegs waren. Sie sprachen von „Jakobswegen“. Ein Beitrag sprach von einem Jakobsweg von Lissabon nach Santiago do Cacem. Jetzt wurde ich stutzig und prüfte den Sachverhalt genauer. Es gab tatsächlich einen Jakobsweg von Lissabon nach Santiago do Cacem, der ebenfalls ca. 140 km lang war. Meine „freigeplante“ Route hat mir bei der Begehung enorm große Schwierigkeiten bereitet (siehe Strecke/Wanderung). Auf einem offiziellen Jakobsweg wäre das wahrscheinlich besser „gelaufen“. Bei der Planung der Route hätte mich spätestens der Ortsname, beginnend mit „Santiago ..“, hellhörig machen müssen. So beginnen bekannte Pilgerorte, wie Santiago de Compostela.
Wenn ich an diesen Recherche- und Planungsfehler denke, ärgere ich mich noch Wochen danach.
Für beide Varianten plante ich den Flughafen in Lissabon als Startpunkt und den Flughafen in Faro als Endpunkt ein.
Irgendwie hat meine Enkeltochter Lilly von meinen Wanderplänen für den Winter 2026 erfahren. Wahrscheinlich habe ich das sogar selbst erzählt. Auf die Frage, ob sie in den Wintersemesterferien mitkommen kann, antwortete ich mit einem „Ja“. Das hat den Starttermin für die Wandertour auf Mitte Februar verschoben. Wäre ich Solo unterwegs gewesen, hätte ich die Wandertour zwei Wochen früher begonnen. Auch die Route haben wir festgelegt. Meine Enkeltochter würde mich gern auf der „Küstenvariante“, also auf dem Fischerweg, begleiten.
Trotzdem plante ich die beiden zuvor genannten Wegevarianten. Es hätte ja sein können, dass meine Enkeltochter kurzfristig absagen muss. Dann würde ich die „Überlandvariante“ bevorzugen. Rationale Gründe für diese Entscheidung kann ich nicht nennen, außer dass der Fischerweg mehr frequentiert sein könnte.
Im Internet habe ich mir die beiden genannten Wege genauer betrachtet. Der Historische Weg beginnt in Santiago do Cacem, der Fischerweg in Praia de Sao Torpes, was in der Nähe von Santiago do Cacem liegt.
Der grobe Plan war so:
Fischerweg (Küstenvariante)
(1) Von Lissabon nach Santiago do Cacem (ca. 140 km)
(2) Von Santiago do Cacem nach Praia de Sao Torpes (ca. 20 km)
(3) Von Praia de Sao Torpes zum Cabo de Sao Vicente (ca. 170 km)
(4) Vom Cabo de Sao Vicente nach Lagos (ca. 50 km)
(5) Von Lagos nach Faro (ca. 100 km)
Insgesamt wären das ca. 480 km.
Historischer Weg (Überlandvariante)
(1) Von Lissabon nach Santiago do Cacem (ca. 140 km)
(2) Von Santiago do Cacem zum Cabo de Sao Vicente s (ca. 200 km)
(3) Vom Cabo de Sao Vicente nach Lagos (ca. 50 km)
(4) Von Lagos nach Faro (ca. 100 km)
Insgesamt wären das ca. 490 km.
Große Längenunterschiede gab es bei den beiden Wegevarianten also nicht.
Als Treffpunkt hatte ich mit meiner Enkeltochter vereinbart, dass wir uns in Santiago do Cacem treffen. Dieser Treffpunkt hat mir bis zuletzt alle Optionen offen gehalten, welche Wegevariante ich gehen werde. Einzig meinen Anreisetag stimmte ich mit dem Anreisetag meiner Enkeltochter ab.
Aus dem Internet besorgte ich mir dann einige Tracks für die beiden Wanderwege. Schnell war klar, dass diese Tracks nicht meinen Qualitätsansprüchen genügen. Also plante ich meine eigenen Tracks, was ich bisher eigentlich immer tun musste.
Den Weg von Lissabon nach Santiago do Cacem plante ich „frei“ durch die Landschaft. Das war mehr oder weniger eine reine „Überführungsstrecke“.
Wochen später nach der Rückkehr von der Wandertour in Portugal, machten mich Beiträge von Usern eines Wanderforums nachdenklich, die ebenfalls zu der Zeit im Süden von Portugal unterwegs waren. Sie sprachen von „Jakobswegen“. Ein Beitrag sprach von einem Jakobsweg von Lissabon nach Santiago do Cacem. Jetzt wurde ich stutzig und prüfte den Sachverhalt genauer. Es gab tatsächlich einen Jakobsweg von Lissabon nach Santiago do Cacem, der ebenfalls ca. 140 km lang war. Meine „freigeplante“ Route hat mir bei der Begehung enorm große Schwierigkeiten bereitet (siehe Strecke/Wanderung). Auf einem offiziellen Jakobsweg wäre das wahrscheinlich besser „gelaufen“. Bei der Planung der Route hätte mich spätestens der Ortsname, beginnend mit „Santiago ..“, hellhörig machen müssen. So beginnen bekannte Pilgerorte, wie Santiago de Compostela.
Wenn ich an diesen Recherche- und Planungsfehler denke, ärgere ich mich noch Wochen danach.
Vorbereitung
Im Winter 2026 lag Ende Januar und Anfang Februar viel Schnee in meiner Wohngegend. Das nutzte ich 14 Tage lang jeden Tag für ausgiebige Skitouren von 10 - 15 km.
Aber ob das Skitouring eine gründliche Wandervorbereitung ersetzen konnte, kann ich im Nachhinein nicht genau sagen.
Ich habe mir in der ersten Woche von Lissabon nach Santiago do Cacem eine Achillessehnenverletzung (siehe Verletzungen) zugezogen, die mich bis zum Ende der Wandertour sehr stark behinderte.
Im Winter 2026 lag Ende Januar und Anfang Februar viel Schnee in meiner Wohngegend. Das nutzte ich 14 Tage lang jeden Tag für ausgiebige Skitouren von 10 - 15 km.
Aber ob das Skitouring eine gründliche Wandervorbereitung ersetzen konnte, kann ich im Nachhinein nicht genau sagen.
Ich habe mir in der ersten Woche von Lissabon nach Santiago do Cacem eine Achillessehnenverletzung (siehe Verletzungen) zugezogen, die mich bis zum Ende der Wandertour sehr stark behinderte.
Anreise
In den letzten Jahren war der Hauptbahnhof in Halle der Startpunkt für die Anreise zu meinen Wandertouren. Von dort kam ich ohne Probleme zu jedem Ort in Deutschland und Europa.
Seit ungefähr einem Jahr wird aber an einer wichtigen Zubringer-Straße nach Halle intensiv gebaut. Das machte den Busverkehr von meinem Heimatort Schochwitz zum Hauptbahnhof unkalkulierbar.
Glücklicherweise gab es eine sehr gute Alternative. Die S-Bahn fährt von Halle-Nietleben bis zum Hauptbahnhof und manche auch direkt ohne Umsteigen bis zum Flughafen Halle/Leipzig oder zum Hauptbahnhof nach Leipzig. Das ist nahezu ideal.
In den letzten Jahren war der Hauptbahnhof in Halle der Startpunkt für die Anreise zu meinen Wandertouren. Von dort kam ich ohne Probleme zu jedem Ort in Deutschland und Europa.
Seit ungefähr einem Jahr wird aber an einer wichtigen Zubringer-Straße nach Halle intensiv gebaut. Das machte den Busverkehr von meinem Heimatort Schochwitz zum Hauptbahnhof unkalkulierbar.
Glücklicherweise gab es eine sehr gute Alternative. Die S-Bahn fährt von Halle-Nietleben bis zum Hauptbahnhof und manche auch direkt ohne Umsteigen bis zum Flughafen Halle/Leipzig oder zum Hauptbahnhof nach Leipzig. Das ist nahezu ideal.
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| Bild 2: Es geht los … |
So war meine Anreise am So., 15.2., nach Lissabon sehr gut planbar:
-von Schochwitz nach Halle-Nietleben mit dem Privat-Auto,
-von Halle-Nietleben nach Halle mit der S-Bahn,
-von Halle nach Berlin-Südkreuz mit dem ICE,
-von Berlin-Südkreuz zum Flughafen BER mit dem FEX und
-vom Flughafen BER nach Lissabon mit dem Flieger
Etwas irritiert war ich von der Bezeichnung FEX für den Zug am Bahnhof Berlin-Südkreuz. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen. Kurzzeitig plante ich die Weiterfahrt bis zum Hauptbahnhof nach Berlin. Aber die App „DB Navigator“ hatte mir diesen FEX als Zug zum Flughafen BER „ausgespuckt“. Dann hielt ich mich doch an den vorgegebenen Fahrplan und war überrascht, dass der FEX ohne Zwischenhalt vom Bahnhof Berlin-Südkreuz zum Flughafen BER fuhr. FEX bedeutet offenbar (F)lughafen (EX)press, so meine Vermutung.
Ein besonderes Erlebnis hatte ich noch an der Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen. Zuhause packte ich alle problematischen Ausrüstungsgegenstände (zB Trekkingstöcke, kleines Messer, Pfefferspray usw) nach innen in den Rucksack. Der Rucksack war dadurch grenzwertig groß. Vor mir wurden ausnahmslos alle Koffer kontrolliert. Das ging auch einfach: Reißverschluss auf, Sachen mehrfach hochgehoben und darunter kontrolliert, Reißverschluss wieder zu, fertig. Ich befürchtete Probleme mit meinem Rucksack. Dann war mein Rucksack dran. Ich sah, wie der Kontrolleur versuchte meinen Rucksack zu öffnen. Von einem Rolltop-Verschluss hatte er wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Meine Hilfe lehnte der Kontrolleur ab. Sein Unmut steigerte sich sichtlich, ebenso die Warteschlange hinter mir. Dann war mein Rucksack offen und wurde nur kurz mit einem missmutigen Blick kontrolliert. Entnervt reichte mir der Kontrolleur den geöffneten Rucksack und ich verschloss ihn selbst.
Glück gehabt, wenn man bedenkt, was ich alles im Rucksack hatte.
Gegen 22:30 Uhr landete ich mit viel Verspätung in Lissabon. Mit dem Taxi fuhr ich dann in meine Unterkunft. Nach kleinen Problemen mit dem Code für die Schlüsselbox war ich endlich in meinem 8-Bett-Zimmer.
Strecke/Wanderung
Meine Unterkunft war nicht weit von der Kathedrale von Lissabon entfernt. Als Startpunkt der Wandertour war ursprünglich die Kathedrale geplant. So überlegte ich mir ganz kurzfristig, dass die Kathedrale als Startort eigentlich nicht so richtig passt, weil ich auf keinem Jakobsweg unterwegs war.
Meine Unterkunft war nicht weit von der Kathedrale von Lissabon entfernt. Als Startpunkt der Wandertour war ursprünglich die Kathedrale geplant. So überlegte ich mir ganz kurzfristig, dass die Kathedrale als Startort eigentlich nicht so richtig passt, weil ich auf keinem Jakobsweg unterwegs war.
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| Bild 4: Startpunkt in Lissabon |
Also ging ich am 1.Tag auf dem kürzesten Weg zum Ufer des Flusses Tejo. Auf dem Weg dorthin fand ich dann einen geeigneten Platz für ein Startfoto.
Jetzt standen ca. 7 km Uferpromenade bis zum Fähranleger Belem in Lissabon vor mir. Unterwegs legte ich noch einen Zwischenstopp in einem Café ein.
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| Bild 5: Seefahrerdenkmal |
Die Uferpromenade war gesäumt von vielen Kunstwerken. Das imposanteste war das Seefahrerdenkmal nicht weit vom Fähranleger entfernt. Auch für Freizeitsportler (Läufer und Radfahrer) ist die Uferpromenade eine geeignete Trainingsstrecke.
Mit der Fähre setzte ich dann von Belem nach Trafaria über. Trafaria ist mehr eine Industrievorstadt. Schon von Weitem waren die Hafenanlagen zu sehen. Ein schöner Anblick ist das nicht.
Über Straßen und Radwege erreichte ich nach ca. 15 km die Küste des Atlantik.
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| Bild 6: Strandpromenade |
Dabei passierte ich mehrere große Campingplätze. Das waren hauptsächlich Stellplätze für Dauercamper. Es war nicht richtig zu erkennen, ob ich auch einen Platz für mein Tarp bekommen hätte. Ich habe jedenfalls nicht nachgefragt. Vielleicht hätte ich das tun sollen und mir wäre eine Verletzung erspart geblieben.
An der wunderschönen Strandpromenade hatten um diese Jahreszeit schon Cafés geöffnet, so dass ich auf diesen 5 km mehrmals einen „Zwischenstopp“😁 einlegte und die Aussicht auf das Meer genoss. Diese spezielle Strandpromenade schien auch ein Surfer-Hotspot zu sein. Überall waren sie bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Briese im Wasser zu sehen.
Dann verließ ich geplant den Strandbereich und bog ins Landesinnere ab.
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| Bild 7: Folgen des Unwetters |
Dort sah ich erstmalig die Folgen des katastrophalen Unwetters, was einige Wochen vorher im Raum Lissabon niedergegangen war. Einmal musste ich umkehren und zurückgehen, weil der geplante Weg wegen des Schlamms einfach nicht passierbar war.
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| Bild 8: Schlammige Sandwege |
Auch die schlammigen Sandwege stellten mich vor gewaltige Probleme. Manchmal waren sie nur unter größten Schwierigkeiten zu umgehen. Dementsprechend sahen auch die Schuhe und die Wanderhose aus.
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| Bild 9: Alte Gleisanlage |
Am Nachmittag bog ich dann in Richtung Strand ab und verließ meinen geplanten Weg. Auf einer alten Schmalspur-Gleisanlage lief ich parallel zu meinem geplanten Weg und zum Strand durch ein Gelände, was hauptsächlich mit Gestrüpp aber auch mit einigen Bäumen bewachsen war. Dort hoffte ich einen Platz für mein Tarp zu finden.
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| Bild 10: Strandhaus |
Ich fand keinen geeigneten Platz. Der Untergrund war purer Sand. Da würden meine Heringe für das Tarp keinen Halt finden. Dann sah ich das Strandhaus. Menschen waren auch nicht zu sehen. Als ich vor dem Strandhaus stand, war mir sofort klar, dass das mein erster Übernachtungsplatz auf der Wandertour sein würde.
Es war eine überdachte Strandbar, die noch nicht eröffnet war. Am Strand waren einige Leute zu sehen, aber die störten mich nicht. Im Halbdunkel war mein Schlafplatz schnell aufgebaut und ich erlebte einen fantastischen Sonnenuntergang und hatte einen sehr erholsamen und ungestörten Schlaf.
Am Morgen des
2.Tages
stand ich zeitig auf. Es war noch ziemlich dunkel. Plötzlich wurde ich von
einem Licht geblendet. Erstmal war ich erschrocken. Dann klärte sich die
Situation auf. In der Ecke über meinem Schlafplatz hing eine Lampe, die über
einen Bewegungsmelder aktiviert wurde. Bei genauerer Betrachtung entpuppte
sich die Lampe auch als eine Kamera, die mit einer Lampe und einem
Bewegungsmelder kombiniert war. Jetzt war ich sprachlos. Am Abend vorher
hatte ich die Kameras (es gab noch zwei weitere Kameras) nicht bemerkt.
Hat mich da jemand beobachtet?
Aber schnell war ich mir sicher, dass da niemand irgendwo vor dem Bildschirm gesessen hat. Dafür war dieser Platz zu unbedeutend. Wenn die Strandbar eröffnet ist, sieht das evtl. anders aus.
Der Tag war gekennzeichnet durch viele sandige Wege durch den Wald.
Hat mich da jemand beobachtet?
Aber schnell war ich mir sicher, dass da niemand irgendwo vor dem Bildschirm gesessen hat. Dafür war dieser Platz zu unbedeutend. Wenn die Strandbar eröffnet ist, sieht das evtl. anders aus.
Der Tag war gekennzeichnet durch viele sandige Wege durch den Wald.
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| Bild 11: Wasserweg 1 |
Die Spuren des Unwetters waren noch überall zu sehen. Die Wege waren teilweise riesige flache Seen. Eine Umgehung war nur dort möglich, wo Hänge waren. Teilweise waren die so steil und mit Gestrüpp so stark bewachsen, dass es schwierig war da ohne Schaden durchzukommen.
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| Bild 12: Wasserweg 2 |
Der im Bild 12 gezeigte „Wasserlauf“ war einmal ein Wanderweg. Auf dem wollte ich geplant entlanglaufen. Trotzdem musste ich ihn wenigstens überqueren, weil auf der anderen Seite der noch intakte Weg verlief. Durchgehen war mir zu gefährlich, weil ich nicht wusste, wie tief der Wasserlauf ist und vor allem wie tief der Schlamm und Sand ist. Dann stecke ich evtl. fest und komme nicht mehr heraus und kein Mensch ist in der Nähe, der mir helfen könnte.
Also überquerte ich den Wasserlauf auf dem dicken Stamm. Die Trekkingstöcke waren mir dabei eine wertvolle Hilfe beim Balancieren. Erschwerend kam hinzu, dass ich ja noch den Rucksack mit Nahrung und Wasser (ca. 8 kg) auf dem Rücken hatte.
Am späten Nachmittag half mir eine Radfahrerin mit ihrem Hund bei der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Sie empfahl mir einen ganz schmalen Trampelpfad in einem kleinen Wald, wo ich tatsächlich eine freie grasbewachsene Stelle für mein Tarp fand. Der Platz lag zwar neben einem begehbaren Weg, was ich an den Fußspuren erkannte, aber niemand störte mich in dieser Nacht.
Der
3.Tag
setzte den Wegeverhältnissen die absolute Krone auf.
Die „Wasserwege“ war ich mittlerweile gewohnt. Aber diesmal kamen Zäune, Mauern und umgestürzte Bäume dazu.
Den Weg hatte ich zuhause am Computer „mitten durch die Landschaft“ geplant. Ich wusste also nicht, was mich vor Ort erwarten würde. Das hat mir in den letzten Jahren nie sehr große Probleme bereitet.
Aber diesmal sollte es anders sein.
Manchmal waren da eingezäunte Bereiche mit einem Zugang, der allerdings mit einem Schlagbaum abgeschirmt wurde. Umfangreiche Schilder konnte und wollte ich nicht übersetzen. An Fuß- und Fahrradspuren war allerdings zu erkennen, dass da Leute durchgegangen oder durchgefahren sind. Einheimische, die ich in Englisch befragte, konnten mir auch keine genaue Auskunft geben. Jedenfalls war ich immer skeptisch vor einem solchen Zugang.
Soll ich durchgehen oder nicht?
Akzeptable Umwege boten sich auch nicht an.
Also betrat ich solche Bereiche mit einem unangenehmen Gefühl. Aber ich muss sagen, dass mich niemand in solchen Bereichen schief anguckte oder sogar ansprach.
Die „Wasserwege“ war ich mittlerweile gewohnt. Aber diesmal kamen Zäune, Mauern und umgestürzte Bäume dazu.
Den Weg hatte ich zuhause am Computer „mitten durch die Landschaft“ geplant. Ich wusste also nicht, was mich vor Ort erwarten würde. Das hat mir in den letzten Jahren nie sehr große Probleme bereitet.
Aber diesmal sollte es anders sein.
Manchmal waren da eingezäunte Bereiche mit einem Zugang, der allerdings mit einem Schlagbaum abgeschirmt wurde. Umfangreiche Schilder konnte und wollte ich nicht übersetzen. An Fuß- und Fahrradspuren war allerdings zu erkennen, dass da Leute durchgegangen oder durchgefahren sind. Einheimische, die ich in Englisch befragte, konnten mir auch keine genaue Auskunft geben. Jedenfalls war ich immer skeptisch vor einem solchen Zugang.
Soll ich durchgehen oder nicht?
Akzeptable Umwege boten sich auch nicht an.
Also betrat ich solche Bereiche mit einem unangenehmen Gefühl. Aber ich muss sagen, dass mich niemand in solchen Bereichen schief anguckte oder sogar ansprach.
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| Bild 13: Dornröschenzaun |
Mehrmals verliefen wie aus dem Nichts plötzlich Zäune mitten über den Weg. Teilweise waren sie total zugewachsen und erinnerten mich an das Märchen „Dornröschen“.
Auf der anderen Seite ging der Weg weiter, das war deutlich zu sehen. An den Spuren vor dem Zaun nach rechts oder nach links war zu erkennen, dass andere Wanderer vor dem selben Problem standen und es nach links oder rechts umgehen wollten.
Sollte ich drüberklettern?
Das war leicht möglich, weil die Drahtzäune sehr weitmaschig waren.
Also kletterte ich über den Zaun. Manchmal umging ich solche Stellen, wenn ich doch noch einen akzeptablen Umweg fand.
Nach mehreren solcher Aktionen wusste ich nicht mehr, ob ich auf einem privaten Grundstück bin und es gerade über einen Zaun kletternd verlasse oder umgekehrt.
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Bild 14: Dornröschenmauer |
Zäune gingen ja noch irgendwie, aber dann stand ich vor einer Mauer, die mindestens 2 Meter hoch war. Auch da ging der Weg auf der anderen Seite weiter. Das einzige Tor war aber verschlossen. Also war ich gerade auf einem Privatgrundstück.
Die Mauer verlangte mir sportlich alles ab. Ich fand einen Baum, der dicht an der Mauer stand und an dem ich hochklettern und auf die Mauer steigen konnte.
Aber wie sollte ich von der Mauer runterkommen ohne mich zu verletzen?
Erstmal ließ ich meinen Rucksack und meine Stöcke runter. Dann lief ich auf der Mauer entlang und fand eine Stelle, die nicht so hoch war und wo ich mich etwas an den Händen runterlassen konnte.
Geschafft!
Schlimmer konnte es nicht mehr kommen, oder?
Doch, es wurde noch traumatisch.
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| Bild 15: Baumsperre |
In meinen Gedanken sah ich schon eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen vor meinen Augen. Es war nicht mehr weit bis Setubal.
Plötzlich sah ich umgestürzte Bäume über den Weg liegen. Die ersten Sperren konnte ich noch relativ leicht umgehen. Dann kamen die nächsten Sperren und das seitliche Gelände wurde schwieriger. Links steil nach oben, rechts steil nach unten verlief ein Bach.
Bei jeder Sperre musste ich vorher minutenlang sondieren, wie ich meine Ausrüstung und meinen Körper heil durch die Sperre bekomme.
Nach zehn Baumsperren habe ich aufgehört zu zählen.
Erschwerend kam noch dazu, dass es fast den ganzen Tag regnete. Weil ich meine „fragile“ Regenjacke nicht bei den Kletterpartien beschädigen wollte, war sie den ganzen Tag im Rucksack verstaut.
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| Bild 16: Zerkratzt und nass |
An diesem Tag schaffte ich nur 11 Kilometer in 6 Stunden. Für die letzten 2 Kilometer mit den unzähligen Baumsperren (geschätzt ca. 20 Stück) benötigte ich alleine 3 Stunden.
In Setubal suchte ich sofort das erstbeste Café am Weg auf und machte eine lange Pause. Dann buchte ich ein Zimmer, was mir auch sehr kurzfristig gelang.
Am
4.Tag
begannen meine Probleme mit der Achillessehne.
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| Bild 17: Fähre nach Troia |
Mit der Fähre fuhr ich von Setubal zur Halbinsel Troia. Die Halbinsel Troia ist eine bevorzugte Wohngegend, was an den Wohnhäusern sehr gut zu erkennen war.
Ich hatte geplant auf dieser Halbinsel parallel zum Strand zu laufen. Da gab es einen Weg, so zeigte es zumindest die Landkarte meiner Planungs-Software BaseCamp. Vor einem Eingangstor zum Strandbereich stand diesmal ein Kleintransporter. Meine Frage, ob ich diesen Bereich durchwandern kann, beantwortete der Fahrer mit einem klaren „privado“. Er zeigte mir vielmehr eine Straße, die ich benutzen kann. Jetzt warf ich selbst einen Blick auf meine Landkarte und stellte fest, dass es überhaupt keine Umgehung für die Straße gab.
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| Bild 18: Schlechte Straßen |
Dieser Tag wurde also ein reiner „Straßentag“ über 30 Kilometer auf einer „grottenschlechten“ vielbefahrenen Straße.
Zu allem Unglück übersah ich auf einem neuen Straßenabschnitt eine Asphaltschicht, die das Profil meiner Wanderschuhe vollkommen mit Teer „verschmierte“. Bei einer Pause in einem Café in einem der vielen Dörfer, die ich durchquerte, konnte ich meine Wanderschuhe einigermaßen von dem Teer säubern.
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| Bild 19: Störche |
Für etwas Abwechslung sorgten an diesem Tag die vielen Storchennester in den Ortschaften.
Abschließend kann ich nicht beurteilen, ob der Strandweg besser gewesen wäre.
Für die Übernachtung hatte ich einen Golfplatz ausgewählt. Jeder Golfplatz hat Unterstände für Regen. Einen solchen Unterstand hatte ich mir ausgesucht. Der Golfplatz war aber eingezäunt und man hat mich am Eingang nicht durchgelassen.
So musste ich mir für die Übernachtung einen Biwak-Platz für Cowboy-Camping in einem Pinienwald neben dem Golfplatz suchen.
Überraschenderweise konnte ich in der Nacht sehr gut schlafen. Cowboy-Camping gefällt mir immer besser.
Der
5.Tag
hielt wieder über 30 Straßenkilometer bereit.
Meine Achillessehnen-Probleme verschlimmerten sich. Ca. 10 km vor Santiago do Cacem zog ich die Reißleine und bestellte für die letzten Kilometer ein Uber-Taxi. Das verschaffte mir zwei Ruhetage, die ich wegen meiner Achillessehne dringend benötigte.
Meine Achillessehnen-Probleme verschlimmerten sich. Ca. 10 km vor Santiago do Cacem zog ich die Reißleine und bestellte für die letzten Kilometer ein Uber-Taxi. Das verschaffte mir zwei Ruhetage, die ich wegen meiner Achillessehne dringend benötigte.
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| Bild 20: Hostel A Dolinda in Santiago do Cacem |
Am Nachmittag erreichte ich das Hostel in Santiago do Cacem, wo ich erstmal eine Bestandsaufnahme durchführte. Ich versorgte meine geschundenen Füße und überprüfte meine Ausrüstung. Meine Wanderschuhe mussten unbedingt geklebt werden, was ich noch an diesem Nachmittag tat.
Der 6.Tag und der 7.Tag waren reine Ruhetage.
Weil ich nicht viel laufen wollte und das Hostel etwas außerhalb der Stadt
lag, bestellte ich mir immer ein Uber-Taxi für die Fahrt in die Stadt. Dort
schaute ich mir die Stadt an, lungerte in Cafés und kleinen Geschäften rum
und vertrödelte die Zeit.
Eine Überraschung offenbarte sich noch, als ich das Hostel von außen fotografierte. Dafür ging ich auf einen Weg, der direkt am Hostel vorbeiführte. An einem Baum war der allseits bekannte „Gelbe Pfeil“ für die Kennzeichnung von Jakobswegen aufgemalt. Im Internet überprüfte ich dann, dass von Lissabon nach Santiago do Cacem ein Jakobsweg verlief. Langsam wurde mir bewusst, dass ich das bei der Planung der Wandertour total übersehen hatte. Offenbar hätte ich die vielen Straßenkilometer, die zu meiner Achillessehnen-Verletzung führten, vermeiden können.
Eine Überraschung offenbarte sich noch, als ich das Hostel von außen fotografierte. Dafür ging ich auf einen Weg, der direkt am Hostel vorbeiführte. An einem Baum war der allseits bekannte „Gelbe Pfeil“ für die Kennzeichnung von Jakobswegen aufgemalt. Im Internet überprüfte ich dann, dass von Lissabon nach Santiago do Cacem ein Jakobsweg verlief. Langsam wurde mir bewusst, dass ich das bei der Planung der Wandertour total übersehen hatte. Offenbar hätte ich die vielen Straßenkilometer, die zu meiner Achillessehnen-Verletzung führten, vermeiden können.
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| Bild 21: Lilly ist da ... |
Am 2.Ruhetag, so gegen 17 Uhr, holte ich meine Enkeltochter Lilly vom Busbahnhof ab.
Ursprünglich hatte ich geplant an diesem Tag noch einen halben Tag zu
wandern, aber wegen der verspäteten Ankunft meiner Enkeltochter wurde daraus
nichts. Das war gut für meinen verletzten Fuß. So verlängerte ich die
Schonzeit noch etwas.
Sand, Sand und nochmals Sand, das war das, was vom
8.Tag
hauptsächlich in meiner Erinnerung haften geblieben ist.
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Bild 22: Startpunkt des Fischerwegs |
Der Startpunkt des Fischerweges (Port.: Trilho dos Pescadores) ist ein unscheinbarer Parkplatz am Praia (Dt: Strand) de Sao Torpes. Dort steht eine Hinweistafel auf die Rota Vicentina, wovon der Fischerweg ein Teil ist.
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| Bild 23: Markierung Fischerweg und Jakobsweg |
Gleich am Parkplatz fanden wir die Markierung für den Fischerweg, einen quer übereinanderliegenden grünen und blauen Balken. Diese Markierung wird uns in den nächsten 12 Tagen überall „über den Weg laufen“.
Neben der Markierung für den Fischerweg war auch die Markierung für einen
Jakobsweg zu sehen. Immer, wenn ich die Markierung für den Jakobsweg sah,
ärgerte ich mich über meinen Planungsfehler bei der Vorbereitung der
Wandertour.
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| Bild 24: Sandwege 1 |
Die Sandwege begingen wir mehr oder weniger jeden Tag. Für mich war das immer eine Tortour, weil man bei jedem Schritt im tiefen Sand etwas nach hinten wegrutscht. Gefühlt geht es langsamer vorwärts, wie sonst gewohnt.
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| Bild 25: Steilküste 1 |
Die Steilküste ist ein beeindruckendes Stück Natur. Der Weg führte den ganzen Tag oberhalb der Steilküste entlang.
Wegen meiner Verletzung musste ich erst mal sehen, wie es läuft. Erstes Tagesziel war Porto Covo nach 10 km. Der nächste Ort wäre Milfontes 19 km entfernt gewesen. Eine Tagesetappe von 30 km ist ohne Verletzung eigentlich kein Problem. Trotzdem entschieden wir uns gemeinsam für eine Unterkunft in Porto Covo.
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Bild 26: Sonnenuntergang in Porto Covo |
Am Abend konnten wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang genießen.
Für den
9.Tag
war unser Tagesziel Vila Nova de Milfontes nach 19 km.
Es war geplant jeden Tag in einer günstigen Unterkunft zu übernachten. Wir wanderten also von Ort zu Ort.
Es war geplant jeden Tag in einer günstigen Unterkunft zu übernachten. Wir wanderten also von Ort zu Ort.
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| Bild 27: Pastel de Nata |
Jeden Morgen suchten wir einen Bäcker auf, wenn wir einen im Übernachtungsort finden konnten, wo wir uns für die Tagesetappe stärkten. Die Pastel de Nata, ein Blätterteigtörtchen, ist eines der Nationalgerichte von Portugal und schmeckt köstlich. Natürlich durfte ein Kaffee nicht fehlen.
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| Bild 28: Zufluss zum Atlantik |
Der Fischerweg führt manchmal an den Strand, wenn kleine Flüsse oder Bächlein in den Atlantik fließen. Diese Zuflüsse führen in der Regel kein Wasser und können dann trockenen Fußes passiert werden. Durch das starke Unwetter, was vor einigen Wochen in Portugal tobte, führten diese Zuflüsse aber noch sehr viel Wasser, so das die Überquerung oft ein kleines Abenteuer war. Meistens zogen wir die Wanderschuhe aus und liefen barfuß durch die Zuflüsse. Bei sandigem Untergrund war das kein Problem, aber bei steinigem Untergrund waren leichte Sandalen angesagt.
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| Bild 29: Steilküste 2 |
Die letzte Unterkunft hielt eine kleine Überraschung für mich bereit. Fensterläden von innen, das habe ich noch nie gesehen.
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| Bild 30: Fensterläden von innen |
Am 10.Tag haben sich die Wegeverhältnisse gebessert. Unser Ziel war Almograve.
Die Sandwege mit tiefem Sand wurden weniger. Schon nach 4 km hatte eine kleine Bar geöffnet. Das ist sehr selten. Versorgungsmöglichkeiten (Gaststätten, Cafés usw) zwischen den Orten sind so gut wie nicht zu finden. Eine Nachfrage bei Einheimischen hat ergeben, dass die ganze Küstenregion ein Naturschutzgebiet ist. Das erschwert die Genehmigung von kleinen Bars und Imbissbuden außerhalb von Ortschaften ungemein. Kundschaft wäre genug vorhanden. Zusätzlich waren wir noch außerhalb der Saison unterwegs. Diese beginnt am 15.März.
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| Bild 31: Steilküste 3 |
Heute begegneten wir einigen Wanderern, auch aus Deutschland. Die meisten Wanderer waren in derselben Richtung wie wir unterwegs. Ein Wettrennen war das trotzdem nicht, weil ich gehandicapt war.
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| Bild 32: Wegmarkierungen |
Das Bild 32 zeigt die unterschiedlichen Wegmarkierungen. Es gibt 3 Wegarten, den Historischen Weg, den Fischerweg und lokale Rundwege. Es kommt vor, dass zwei oder sogar drei Wege ein Stück gemeinsam verlaufen. Die Wegmarkierungen sind sehr gut, trotzdem ist Vorsicht bei der Orientierung nach den Wegmarkierungen geboten.
Unser Tagesziel für den
11.Tag
war Zambujeira do Mar. Insgesamt waren das 22 km. Wenige
Sand-Kilometer wechselten sich mit breiten Feldwegen und sogar mit
Waldpassagen ab.
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| Bild 33: Seltene Waldpassage |
Auf halber Strecke gab es auch eine Gaststätte, die ausschließlich von Wanderern genutzt wurde. Ich wurde mehrmals wegen meiner Solarzelle angesprochen. Bereitwillig gab ich Auskunft. Ich hätte die Solarzelle eigentlich nicht benötigt, aber wo sollte ich die Solarzelle hinpacken, als außen an den Rucksack.
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| Bild 34: Wasserflaschen als Gestaltungselemente |
In Zambujeira do Mar ist mir eine Mauer aufgefallen, die oben mit vollen 10 Liter-Wasserflaschen lückenlos bestückt war. Ich konnte mir nicht vorstellen, was der Grund dafür sein sollte. Erst viel später erfuhren wir von anderen Wanderern, dass das gegen fremde Katzen helfen soll. Die Flaschen sollen verhindern, dass die Katzen über die Mauern klettern. Ob das hilft, konnte ich nicht abschließend klären. Seltsam sieht das auf alle Fälle aus.
Für den 12.Tag hatten wir eine Unterkunft in Odeceixe gebucht.
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| Bild 35: Odeceixe |
Diese Ort ist eine etwas größere Ortschaft, wo der Fluss Seixe in den Atlantik fließt.
An diesem Tag gab es wieder den einen oder anderen Sandweg zu meistern.
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| Bild 36: Sandwege 2 |
Garniert wurde das mit kurzen steilen Auf- und Abstiegen. Teilweise waren diese Passagen so gefährlich, dass ich mich manchmal gefragt habe, wie das andere Wanderer ohne Trekkingstöcke schaffen.
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| Bild 37: Traumstrand |
Entschädigt wurden wir dafür durch einsame Strände, die zum verweilen einluden.
Der
13.Tag
begann mit einer Überraschung.
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| Bild 38: Kaffeeautomat |
In unserem Zimmer stand ein kleiner Kaffeeautomat, der einen leckeren Kaffee zubereitete. Dadurch ersparten wir uns die morgendliche Suche und den Aufenthalt in einem Café und konnten positiv gestimmt sofort in den neuen Tag starten.
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| Bild 39: Storchennester |
Am Anfang des Tages liefen wir noch oberhalb der Steilküste entlang, wo wir die vielen Storchennester bewundern konnten.
In den nächsten Stunden bewegten wir uns auf Schotterwegen, wie ich sie von den spanischen Jakobswegen kenne, langsam von der Küste weg in Richtung Rogil im Landesinneren.
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| Bild 40: Blumenmeer |
Rogil ist eine reine „Straßenstadt“. Durch die Stadt führt eine große Straße schnurgerade hindurch. Es gibt Geschäfte und Gaststätten, aber insgesamt hinterlässt der Ort keinen idyllischen Eindruck, wie man es von den anderen Orten an der Küste kennt. Trotzdem machten wir in einer schönen Gaststätte eine ausgiebige Pause.
Auf dem Weg nach Aljezur trafen wir eine australische Wanderin, der wir in den letzten Tagen schon mehrfach begegneten. Meine Enkeltochter unterhielt sich länger mit ihr. Dass sie auch über mich redeten, erkannte ich daran, dass sie sich manchmal lachend umdrehten und mit dem Finger auf mich zeigten.
In Aljezur stürmten wir sofort in die Unterkunft. Meine Enkeltochter wollte unbedingt Wäsche waschen. Gerade als wir die Waschmaschine zum Laufen gebracht hatten, fiel im ganzen Ort der Strom aus. Eine Nachfrage ergab, dass das öfters vorkommt. Das versprach ein netter Abend ohne Strom zu werden.
In der Zwischenzeit machte ich mich auf den Weg zum nahen Supermarkt Intermarche. Dort gab es Strom und alles funktionierte problemlos. Im Ort fehlte der Strom immer noch.
Nach zwei Stunden Wartezeit war der Strom wieder da, die Waschmaschine beendete ihre Arbeit und wir bereiteten uns auf den Besuch der Gaststätte vor, die gegenüber unserer Herberge gerade öffnete.
Auf dem Weg nach Arrifana, am
14.Tag, durchquerten wir hinter Aljezur ein Luxusressort.
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| Bild 41: Luxusressort |
Dann ging es viele Kilometer am Straßenrand auf einem Trampelpfad im Gänsemarsch entlang.
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| Bild 42: Strandort |
Unser heiß ersehntes Zwischenziel war ein Strandort direkt am Meer. Diese Strandorte werden von Strandbesuchern und Surfern regelrecht belagert. Wir wollten dort eine Pause einlegen. Aber keine einzige Gaststätte hatte geöffnet. Die zahlreich herumlungernden Surfer warteten auf günstige Wellen, die Strandbesucher liefen am Strand entlang oder lagen am Strand. Unverrichteter Dinge mussten wir weiter ziehen.
In Arrifana steuerten wir zielstrebig eine Burger-Gaststätte an. Da ist zwar nicht so meine Lieblingsnahrung, aber was nimmt man nicht alles in Kauf, wenn es wenig Alternativen gibt. Überrascht waren wir über den deutschen Betreiber der Gaststätte, der uns einige Tipps für die nächsten Tage gab. Nach einer Currywurst, einem Kaffee und einer Cola suchten wir unsere Unterkunft auf.
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| Bild 43: Mehrbettzimmer |
Diesmal hatten wir ein Mehrbettzimmer gebucht, was aber einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck machte.
Der
15.Tag
begann mit einem guten Frühstück in der benachbarten Jugendherberge, was wir
am Vorabend durch Zufall buchen konnten. Unser Tagesziel war
Carrapateira.
Auf breiten Fahrwegen oberhalb der Steilküste näherten wir uns einer Stelle, wo wir zwischen zwei Wege-Varianten wählen konnten: Landweg oder Strandweg. Wie wir später erfuhren, wählten viele Wanderer den Landweg, der einige Kilometer an der Straße entlang führte.
Auf breiten Fahrwegen oberhalb der Steilküste näherten wir uns einer Stelle, wo wir zwischen zwei Wege-Varianten wählen konnten: Landweg oder Strandweg. Wie wir später erfuhren, wählten viele Wanderer den Landweg, der einige Kilometer an der Straße entlang führte.
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| Bild 44: Strandweg |
Wir wählten natürlich den Strandweg. So hatte ich es zuhause geplant. Es gibt nicht viele Möglichkeiten auf dem Fischerweg geplant am Strand zu laufen. An den vereinzelten Fußspuren erkannte ich, dass wenige Wanderer den Strandweg gewählt hatten. Das machte mich aber noch nicht stutzig.
Außer uns nutzten nur zwei Surfer die aufkommenden Wellen für ihre Versuche.
Dann erreichten wir den Mündungsbereich des Flusses Ribeiria da Carrapateira. Auf der anderen Seite des Flusses verlief der geplante Weg. Dort machten auch einige Wanderer eine Pause. Laut Reiseführer sollte das Wasser des Flusses im Sand versickern und dadurch das ganze Jahr trockenen Fusses passierbar sein.
Dann kamen die beiden Surfer und überquerten den Fluss. Mit ihren Trockenanzügen war das kein Problem. Aber den Surfern stand das Wasser bis zur Brust. Da würden wir nie trockenen Fusses rüberkommen. Die Surfer meinten lachend, als sie unsere bestürzten Gesichter sahen, dass in fünf Stunden die Ebbe einsetzt und wir dann evtl. durchgehen können.
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| Bild 45: Furten ist angesagt ... |
Wir entschlossen uns am Fluss entlang in Richtung des Ortes zu gehen. Ich hatte die Vermutung, dass wir irgendwann auf den „verschmähten“ Landweg treffen würden. Vielleicht würden wir vorher eine geeignete Stelle zum Furten finden. Nach ca. 500 Metern war im Fluss eine Sandbank zu sehen, die uns das Furten erlauben könnte. Ein Versuch war es wert. Bis zum Schritt versanken wir beide im Wasser. Ich habe meine Schuhe angelassen, meine Enkeltochter querte den Fluss barfuß.
Dreißig Minuten später waren wir in unserer Unterkunft, wo wir erstmal unsere Kleidung und Schuhe zum Trocknen ausbreiteten.
Der
16.Tag
nach Vila do Bispo sollte lt. Reiseführer die „vielfältigste Etappe
des Fischerwegs“ sein. War es auch.
Ständig ging es steil runter bis zum Strand, dann wieder steil hoch. Da
kamen einige Höhenmeter zusammen, was man an der Küste nicht so erwarten
würde.
Nicht nur an diesem Tag ist mir aufgefallen, dass viele Frauen solo unterwegs waren. Das ging quer durch alle Altersklassen.
Teilweise waren wir gleichzeitig auch auf dem Historischen Weg unterwegs.
Die Unterkunft war ein sehr schönes Appartement mit mehreren Schlafzimmern und einer Gemeinschaftsküche. Die Zugänge zu den Unterkünften sind meistens durch Schlüsselkästen mit einem Code gesichert, der am Anreisetag per Mail oder SMS mitgeteilt wird. Trotzdem hatten wir gerade bei dieser Unterkunft Probleme mit dem Schlüsselkasten und dem Türcode, die sich aber dann mit etwas Geduld😁 lösen ließen.
Nicht nur an diesem Tag ist mir aufgefallen, dass viele Frauen solo unterwegs waren. Das ging quer durch alle Altersklassen.
Teilweise waren wir gleichzeitig auch auf dem Historischen Weg unterwegs.
Die Unterkunft war ein sehr schönes Appartement mit mehreren Schlafzimmern und einer Gemeinschaftsküche. Die Zugänge zu den Unterkünften sind meistens durch Schlüsselkästen mit einem Code gesichert, der am Anreisetag per Mail oder SMS mitgeteilt wird. Trotzdem hatten wir gerade bei dieser Unterkunft Probleme mit dem Schlüsselkasten und dem Türcode, die sich aber dann mit etwas Geduld😁 lösen ließen.
Wer den Fischerweg begeht, will irgendwann auch den südwestlichsten Punkt
Portugals, den Kap Cabo de Sao Vicente erreichen. Er war unser
Zwischenziel für den
17.Tag.
Auf breiten und gut begehbaren Fahrwegen oberhalb der Steilküste näherten wir uns dem schon weithin sichtbaren Leuchtturm am Kap.
Auf breiten und gut begehbaren Fahrwegen oberhalb der Steilküste näherten wir uns dem schon weithin sichtbaren Leuchtturm am Kap.
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| Bild 47: Das soll der Weg sein ... |
Die Wege wurden dann immer schlimmer, wie im Bild 47 sehr gut zu sehen ist. Viele Wanderer, die alle zum Kap wollten, wichen daher auf die nahe Straße aus.
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| Bild 48: Kap Cabo de Sao Vicente |
Am Kap herrschte natürlich ein großer Menschenauflauf. Neben den Wanderern waren auch viele Radfahrer unterwegs. Die meisten Besucher kamen allerdings mit dem Auto oder dem Bus.
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| Bild 49: Ist das "Die letzte Bratwurst vor Amerika"? |
Die berühmte „letzte Bratwurst vor Amerika“ konnten wir nur erahnen. Jedenfalls war nirgendwo das bekannte Schild zu entdecken. Es könnte der einzige Imbissladen am Kap gewesen sein, an dem wir eine kurze Pause einlegten.
Die Silhouette von Sagres war vom Kap aus schon in der Ferne zu sehen. Bis dahin lagen noch einige Radweg-Kilometer vor uns.
Für mich war dieser
18.Tag
nach Salema der schwierigste Tag. Nicht nur wegen meiner Verletzung,
sondern auch wegen der vielen Auf- und Abstiege. Teilweise erfolgten die
Abstiege bis zum Strand runter.
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| Bild 50: Kraxeln ist angesagt ... |
Die vielen Buchten mit ihren einsamen Stränden sind natürlich ideal für Badegäste und Surfer. Viele dieser kleinen Buchten sind auch mit dem Auto zu erreichen. Auffallend viele „Hippies“ warteten mit ihren Brettern auf die richtige Welle.
Mit einigen konnte ich mich gut unterhalten. Mein Anknüpfungspunkt für ein Gespräch ist immer die Frage nach dem Weg oder dem Wetter. Dann erfährt der interessierte Zuhörer, wie diese „Lebenskünstler“ mehrere Monate an den Küsten von Portugal verbringen und mit ihren alten Klapperkisten von Ort zu Ort oder von Welle zu Welle fahren. Ein sehr ungewöhnliches Lebenskonzept, scheint aber zu funktionieren. Unterernährt sahen meine Gesprächspartner jedenfalls nicht aus.
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| Bild 51: Übernachtung im Zelt |
Für die Übernachtung hatten wir uns diesmal einen Campingplatz ausgesucht. Ein großes Zelt, in dem wir sogar stehen konnten, hatten wir am Vortag gebucht. Dass diese Zelte gefragt sind, erfuhren wir dann in der Gaststätte beim Essen. Zwei Frauen, die wir in den letzten Tagen mehrfach trafen, berichteten, dass eine andere Frau kein Zelt mehr bekommen hat.
Der
19.Tag
war lt. Reiseführer zweigeteilt. 12 km bis Luz, dann 11 km bis
Lagos. Auf beiden Teilstrecken waren ca. 300 Höhenmeter zu
bewältigen.
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| Bild 52: Da hinauf? |
Wir wussten was das bedeutete. Viele kurze und giftige Auf- und Abstiege. In der Nacht hatte es geregnet, so dass ich mir wegen meiner Verletzung etwas Sorgen machte. Ich durfte auf keinen Fall stolpern oder stürzen.
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| Bild 53: Lagos - Geschafft! |
Deshalb entschlossen wir uns den ersten Teil mit einem Bolt-Taxi zurückzulegen. Mir war das einfach zu riskant. Den zweiten Teil bis Lagos legten wir dann zu Fuß zurück. Das Wetter war besser geworden.
In Lagos trafen wir mehrere bekannte Wanderer, die das ebenso gemacht hatten.
Eigentlich war geplant noch bis Faro zu laufen. Von Lagos sind das nochmal ca. 100 km, grob gerechnet wären das also noch vier oder fünf weitere Wandertage gewesen. Wegen meiner Verletzung konnten wir nur kurze Tagesetappen von max. 20 Kilometern zurücklegen. Ich hatte ja insgeheim damit geliebäugelt, dass meine Enkeltochter auch im Zelt übernachten würde. Dadurch hätten wir wesentlich variabler übernachten können und das hätte uns ohne meine Verletzung längere Tagesetappen erlaubt.
Uns sind hintenraus einfach aus den genannten zwei Gründen die „Wandertage ausgegangen“.
So entschlossen wir uns von Lagos nach Faro mit dem Zug zu fahren. In Faro wartete nämlich am nächsten Tag meine Frau und meine Tochter auf uns. Sie waren mit dem Flieger nach Faro gereist. Dort war geplant noch einen einwöchigen Erholungsurlaub an unsere Wandertour anzuschließen.
Wetter
Wenn ich in Spanien oder Portugal wandern will, suche ich mir immer die Jahreszeiten aus, die von anderen Wanderern wegen der Großwetterlage meistens gemieden werden. Das ist der Zeitraum Februar/März und Oktober/November.
Diesmal entschied ich mich für Februar und März. Das ist die Winterzeit, wo in Portugal aber mit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C gerechnet werden kann.
Weit im Vorfeld der Wandertour habe ich bei den Wettervorhersagen der Nachrichtensender auch den Südwesten von Europa genauestens beobachtet.
Ca. 14 Tage vor meinem geplanten Starttermin, So., 15.2.2026, gab es in Portugal ein verheerendes Unwetter. Das Zentrum lag nördlich von Lissabon, aber auch der südliche Bereich von Lissabon wurde in Mitleidenschaft gezogen. Es waren auf jeden Fall schreckliche Bilder, die da bei den unterschiedlichsten Nachrichtensendern gezeigt worden. Kurzzeitig dachte ich an die Verlegung meines Starttermins. Das hätte aber wegen der Semesterferien meiner Enkeltochter ihre Teilnahme unmöglich gemacht.
Also stornierte ich meinen Flug nach Lissabon nicht, den ich Anfang des Jahres bereits gebucht hatte. Jetzt gab es kein zurück mehr.
Die Auswirkungen dieses Unwetters bekam ich jedenfalls in der ersten Wanderwoche (siehe Strecke/Wanderung) auf der „Überführungsstrecke“ von Lissabon nach Santiago do Cacem hautnah zu spüren. Überall waren gewaltige Schäden in der Natur zu sehen.
Während der 19-tägigen Wandertour hatte ich nur einen einzigen Regentag, wobei es an diesem Tag nicht durchgehend geregnet hat.
Ansonsten war es sehr sonnig mit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C. Das ist eigentlich ideales Wanderwetter. Trotzdem war es bei den höheren Temperaturen fast schon etwas unangenehm für einen Mitteleuropäer. In Küstennähe gibt es ganz wenige schattenspendende Bäume, so dass die gnadenlose Sonne ihr Werk verrichten konnte. Deshalb war der Schutz mit Sonnencreme so wichtig.
Wenn ich in Spanien oder Portugal wandern will, suche ich mir immer die Jahreszeiten aus, die von anderen Wanderern wegen der Großwetterlage meistens gemieden werden. Das ist der Zeitraum Februar/März und Oktober/November.
Diesmal entschied ich mich für Februar und März. Das ist die Winterzeit, wo in Portugal aber mit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C gerechnet werden kann.
Weit im Vorfeld der Wandertour habe ich bei den Wettervorhersagen der Nachrichtensender auch den Südwesten von Europa genauestens beobachtet.
Ca. 14 Tage vor meinem geplanten Starttermin, So., 15.2.2026, gab es in Portugal ein verheerendes Unwetter. Das Zentrum lag nördlich von Lissabon, aber auch der südliche Bereich von Lissabon wurde in Mitleidenschaft gezogen. Es waren auf jeden Fall schreckliche Bilder, die da bei den unterschiedlichsten Nachrichtensendern gezeigt worden. Kurzzeitig dachte ich an die Verlegung meines Starttermins. Das hätte aber wegen der Semesterferien meiner Enkeltochter ihre Teilnahme unmöglich gemacht.
Also stornierte ich meinen Flug nach Lissabon nicht, den ich Anfang des Jahres bereits gebucht hatte. Jetzt gab es kein zurück mehr.
Die Auswirkungen dieses Unwetters bekam ich jedenfalls in der ersten Wanderwoche (siehe Strecke/Wanderung) auf der „Überführungsstrecke“ von Lissabon nach Santiago do Cacem hautnah zu spüren. Überall waren gewaltige Schäden in der Natur zu sehen.
Während der 19-tägigen Wandertour hatte ich nur einen einzigen Regentag, wobei es an diesem Tag nicht durchgehend geregnet hat.
Ansonsten war es sehr sonnig mit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C. Das ist eigentlich ideales Wanderwetter. Trotzdem war es bei den höheren Temperaturen fast schon etwas unangenehm für einen Mitteleuropäer. In Küstennähe gibt es ganz wenige schattenspendende Bäume, so dass die gnadenlose Sonne ihr Werk verrichten konnte. Deshalb war der Schutz mit Sonnencreme so wichtig.
Ausrüstung
In der ersten Wanderwoche übernachtete ich einmal im Tarp und zweimal im Cowboy-Campingstil. Meine Ausrüstung wurde also nicht besonders hart gefordert. Trotzdem will ich einige Gedanken darüber verlieren.
An meinem Rucksack zpacks Arc Haul (48 Liter, Baujahr 2017!) habe ich im letzten Jahr das „Pseudo-Tragegestell“ entfernt.
In der ersten Wanderwoche übernachtete ich einmal im Tarp und zweimal im Cowboy-Campingstil. Meine Ausrüstung wurde also nicht besonders hart gefordert. Trotzdem will ich einige Gedanken darüber verlieren.
An meinem Rucksack zpacks Arc Haul (48 Liter, Baujahr 2017!) habe ich im letzten Jahr das „Pseudo-Tragegestell“ entfernt.
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| Bild 54: Rucksack Arc Haul |
An manchen Stellen scheuerte das Tragegestell am Rucksack, so dass mir keine andere Wahl blieb. Jetzt war ich natürlich gespannt, wie sich der „modifizierte“ Rucksack tragen würde. Mit dem Rucksack gab es überhaupt keine Probleme. Im Nachhinein hätte ich auch meinen kleineren Rucksack zpacks Nero 38 L (Baujahr 2019) verwenden können, weil keine Nahrung und Wasser für mehrere Tage getragen werden musste.
Auch mein Tarp (MYOG-Projekt C34) hat seine einzige Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.
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| Bild 55: MYOG-Camo-Tarp |
Überlegen muss ich mir noch, ob das BugNet von 3F UL Gear der Weisheit letzter Schluss ist (siehe auch Sammelprojekt S03 im MYOG-Projekt C36). Aktuell tendiere ich aus Gewichtsgründen wieder zur „Vorhanglösung“ (siehe MYOG-Projekt C20).
Für das Cowboy-Camping verwendete ich einmal den Biwaksack von Alpkit (Kloke).
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Bild 56: Biwaksack Kloke von Alpkit |
Es hat sich gezeigt, dass dieser Biwaksack eine absolute Fehlkonstruktion ist. Wenn die Isomatte und der Quilt im Biwaksack liegen, hat ein normal gebauter Mensch mit der Größe von 176 cm keine Chance in die kleine (Kopf-)Öffnung des Biwaksacks einzusteigen. Wenn es schnell gehen muss, zB bei Regen, klappt das überhaupt nicht.
Da muss ich mir für die Zukunft eine praktikable Lösung überlegen. Als Idee geistert ein größerer Reißverschluss in L-Form in meinem Kopf herum. Da zeichnet sich ein neues MYOG-Projekt für den nächsten Winter ab. So kann der Biwaksack nicht bleiben. Umtauschen kann ich den Biwaksack auch nicht.
Schon seit vielen Jahren bin ich mit Trekkingstöcken (Leki) unterwegs. Einmal brauche ich sie für den Aufbau des Tarps. Aber auf dem Fischerweg, mit den teilweise sehr steilen und giftigen Auf- und Abstiegen an der Steilküste waren sie unerlässlich.
Trotzdem waren die meisten Wanderer ohne Trekkingstöcke unterwegs, was mich sehr wunderte. Auch ältere Wanderer verzichteten auf Trekkingstöcke. Naja, das muss jeder selber wissen.
Eine große Enttäuschung waren die Wanderschuhe XERO (TerraFlex, Baujahr 2022?, werden nicht mehr hergestellt).
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| Bild 57: XERO TerraFlex |
Meine bevorzugten Wanderschuhe sind die ALTRA Lone Peak der unterschiedlichsten Versionen. Für die Wandertour wollte ich neue „alte“ ALTRA Lone Peak v3.5 (die akt. Version ist die 9+) verwenden, die schon seit einigen Jahren in meinem Schrank standen. Bei der ersten Anprobe einige Tage vor dem Starttermin stellte sich heraus, dass sich die Wanderschuhe sehr schwer anziehen ließen. Nur mit allergrößter Anstrengung gelang das. Dann entschied ich mich für die XERO TerraFlex, was sich später als ein schwerer Fehler erweisen sollte (siehe Verletzungen).
Eine Stirnlampe ist für mich ein kleiner unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand. Auf der Wandertour verwendete ich die Stirnlampe von Flextailgear (Flextail).
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| Bild 58: Kopflampe Flextail |
Irgendwann ließ sich die Stirnlampe nicht mehr einschalten, so dass ich mir unterwegs eine neue Stirnlampe von meiner Enkeltochter mitbringen ließ. Zuhause prüfte ich die Stirnlampe und plötzlich ließ sich die Stirnlampe wieder ein- und ausschalten. Ich konnte nicht klären, woran das gelegen haben könnte.
Seltsam, das Ganze.
Meine Wanderkleidung, speziell die LIOD-Sachen (aus Polypropylen) sind unverwüstlich. Da geht ganz selten etwas kaputt.
Aber meine Wanderhose von vaude (Farley Stretch Zipp off) ist für mich eine Fehlkonstruktion. Ich meine damit nicht die gesamte Hose, sondern nur den Innenstoff der Taschen. Wer auf die Idee gekommen ist den Innenstoff aus einem Netzstoff zu machen, den würde ich als Firmenchef noch heute zur Rechenschaft ziehen. Innerhalb kürzester Zeit sind in den Taschen Löcher, die nur schwer zu reparieren sind.
Alle anderen Ausrüstungsgegenstände (Kleidung, Regensachen usw) funktionieren schon seit Jahren ohne Probleme. Da muss ich nur darauf achten, dass ich abgenutzte oder beschädigte Ausrüstungsgegenstände rechtzeitig austausche.
Übernachtungen
Schon bei der Planung der Wandertour war klar, dass meine Enkeltochter, wenn sie mich begleitet, hauptsächlich in preiswerten Hostels übernachten möchte.
Günstige Hostels mit Preisen zwischen 30 € und 50 € für ein Doppelzimmer gab es überall. Wir buchten immer am Abend des Vortages über bookking.com die Unterkunft für den nächsten Tag. Um diese Jahreszeit hatten wir nie Probleme eine preisgünstige Unterkunft zu finden.
Die Schlüsselübergabe ist von Unterkunft zu Unterkunft unterschiedlich. Manchmal muss man anrufen und es kommt jemand vorbei. Eine andere Variante waren Schlüsselkästen mit einem Code, der über Booking oder Mail mitgeteilt wurde.
Wegen meiner Verletzung und wegen der Übernachtungswünsche meiner Enkeltochter realisierten wir eigentlich die Etappenvorschläge aus dem Wanderführer. So wanderten wir von Ortschaft zu Ortschaft. Durch diese Vorgehensweise trafen wir oft dieselben Wanderer, übernachteten in denselben Hostels und trafen uns am Abend in denselben Gaststätten, weil viele es ebenso machten.
In der ersten Wanderwoche übernachtete ich einmal in Tarp. Von einer Einheimischen, die am Abend mit ihrem Hund laufen war, wurde mir ein wunderschöner Platz für mein Tarp gezeigt. Einer der wenigen grasbewachsenen Stellen, die neben den Wanderwegen zu finden waren.
Aber den schönsten Übernachtungsplatz hatte ich am Abend des ersten Wandertages. Auf der Suche nach einem Platz für mein Tarp verließ ich die Straße und ging durch ein Gebüsch an den Strand. Durch das Gebüsch verlief ein Trampelpfad, dem ich parallel zum Strand folgte. Aber trotz intensiver Suche fand ich keinen geeigneten Schlafplatz, der einigermaßen eben und sichtgeschützt war. Dann sah ich in der Ferne ein großes Strandhaus.
Könnte es da eine Schlafplatz geben?
Als ich das Strandhaus erreichte, stellte sich heraus, dass das eine Gaststätte war, die um diese Jahreszeit noch nicht in Betrieb war. Es gab eine überdachte und regensichere Terrasse mit Blick zum Strand, die ideal für einen Schlafplatz war. Die wenigen Leute, die in der Nähe des Strandhauses waren und am Strand saßen, störten mich nicht. In der Dämmerung baute ich meinen Schlafplatz auf.
Schon bei der Planung der Wandertour war klar, dass meine Enkeltochter, wenn sie mich begleitet, hauptsächlich in preiswerten Hostels übernachten möchte.
Günstige Hostels mit Preisen zwischen 30 € und 50 € für ein Doppelzimmer gab es überall. Wir buchten immer am Abend des Vortages über bookking.com die Unterkunft für den nächsten Tag. Um diese Jahreszeit hatten wir nie Probleme eine preisgünstige Unterkunft zu finden.
Die Schlüsselübergabe ist von Unterkunft zu Unterkunft unterschiedlich. Manchmal muss man anrufen und es kommt jemand vorbei. Eine andere Variante waren Schlüsselkästen mit einem Code, der über Booking oder Mail mitgeteilt wurde.
Wegen meiner Verletzung und wegen der Übernachtungswünsche meiner Enkeltochter realisierten wir eigentlich die Etappenvorschläge aus dem Wanderführer. So wanderten wir von Ortschaft zu Ortschaft. Durch diese Vorgehensweise trafen wir oft dieselben Wanderer, übernachteten in denselben Hostels und trafen uns am Abend in denselben Gaststätten, weil viele es ebenso machten.
In der ersten Wanderwoche übernachtete ich einmal in Tarp. Von einer Einheimischen, die am Abend mit ihrem Hund laufen war, wurde mir ein wunderschöner Platz für mein Tarp gezeigt. Einer der wenigen grasbewachsenen Stellen, die neben den Wanderwegen zu finden waren.
Aber den schönsten Übernachtungsplatz hatte ich am Abend des ersten Wandertages. Auf der Suche nach einem Platz für mein Tarp verließ ich die Straße und ging durch ein Gebüsch an den Strand. Durch das Gebüsch verlief ein Trampelpfad, dem ich parallel zum Strand folgte. Aber trotz intensiver Suche fand ich keinen geeigneten Schlafplatz, der einigermaßen eben und sichtgeschützt war. Dann sah ich in der Ferne ein großes Strandhaus.
Könnte es da eine Schlafplatz geben?
Als ich das Strandhaus erreichte, stellte sich heraus, dass das eine Gaststätte war, die um diese Jahreszeit noch nicht in Betrieb war. Es gab eine überdachte und regensichere Terrasse mit Blick zum Strand, die ideal für einen Schlafplatz war. Die wenigen Leute, die in der Nähe des Strandhauses waren und am Strand saßen, störten mich nicht. In der Dämmerung baute ich meinen Schlafplatz auf.
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| Bild 59: Cowboy-Camping im Strandhaus |
Gelegentlich kamen Leute aus dem Ort zum Strandhaus und betrachteten mich neugierig. Niemand störte sich an meinem aufgebauten Schlafplatz.
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| Bild 60: Sonnenuntergang am Strand |
Als es dunkel wurde konnte ich kurz vor dem Einschlafen noch einen herrlichen Sonnenuntergang am Strand beobachten. So konnte es weitergehen.
Am vierten Tag suchte ich lange nach einem geeigneten Schlafplatz. Dann stand ich vor den Toren eines Golfplatzes, den ich nur durchqueren wollte. Das sagte ich dem Torsteher, meine Absichten waren aber andere. Von deutschen Golfplätzen weiß ich, dass es da immer Unterstände für Regen gibt. Das hoffte ich als Schlafplatz nutzen zu können. Aber der Torsteher ließ mich nicht durch und verstand auch kein einziges Wort Englisch. Also musste ich umkehren.
Neben dem Golfplatz war ein Pinienwald, den ich kurzerhand betrat. Hier musste ich einen Schlafplatz finden. Aber das Gelände war schräg, so dass ich mein Tarp nicht aufbauen konnte. Kein Problem, ich hatte ja meinen Biwaksack dabei (siehe Ausrüstung). Den ganzen Tag war der Himmel strahlend blau und ohne eine einzige noch so kleine Wolke. Regen war auch in der Nacht nicht zu erwarten. Weil es bereits dämmerte, richtete ich meinen Schlafplatz mit dem Biwaksack her. Isomatte rein, Quilt rein, alle anderen Ausrüstungsgegenstände in den Rucksack gepackt und den Rucksack als Unterlage ans Kopfende gelegt und nur das draußen gelassen, was ich evtl. in der Nacht gebrauchen könnte (Latschen, Stirnlampe, Ohrenstöpsel).
Dann versuchte ich in das „Kopfloch“ des Biwaksacks zu schlüpfen. Aber so, dass ich gleichzeitig sofort im Quilt und auf der Isomatte war. Das ist mir nicht gelungen. Mittlerweile war es dunkel geworden und ich musste die Stirnlampe anmachen, was mir überhaupt nicht gefiel, weil eine Ortschaft nur 100 Meter Luftlinie entfernt war. Ca. 15 Minuten versuchte ich verzweifelt in den Biwaksack zu steigen. Dann gab ich es auf und legte mich mit dem Quilt einfach auf den Biwaksack. Regnen durfte es in dieser Nacht nicht. Tat es auch nicht.
Das „Kopfloch“ des Biwaksacks war einfach zu klein oder ich war zu dick😁. Für mich ist das eine Fehlkonstruktion.
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| Bild 61: Sonnenaufgang im Pinienwald |
Trotz der Probleme mit dem Biwaksack konnte ich ausgezeichnet schlafen. Gefroren habe ich auch nicht. Der Morgentau hat meinen Quilt etwas „angefeuchtet“, aber das trocknet wieder.
Für den Ärger mit dem Biwaksack wurde ich am nächsten Morgen mit einem spektakulären Sonnenaufgang im Pinienwald belohnt. Das war der richtige Auftakt für den kommenden Wandertag.
Versorgung
Die Versorgung ist in Portugal kein Problem.
Wegen meiner Verletzung und wegen der Übernachtungen in Hostels waren wir immer in Orten, wo es neben verschiedenen Hostels auch zahlreiche Gaststätten gab.
Überall gab es kleine Tante-Emma-Läden und in größeren Orten auch Supermärkte.
Nahrung für mehrere Tage mussten wir nicht mitschleppen.
Anders sieht es mit der Wassersituation aus. Zwischen den Orten fand ich keine einzige Möglichkeit Wasser zu filtern. Zwar flossen viele kleine Bäche und Rinnsale in den Atlantik. Aber das Wasser würde ich nicht verwenden, weil die Herkunft nicht klar war. Diese kleinen Gewässer haben ihren Ursprung in dem großen Unwetter, was einige Wochen vorher in Portugal niedergegangen ist. Vom Frühjahr bis zum Herbst sind diese kleinen Gewässer vollkommen ausgetrocknet.
Öffentliche Wasserstellen sind ebenfalls sehr selten.
Je nach Länge der Tagesetappe muss sich jeder Wanderer seinen Tagesbedarf in den Orten beschaffen, die durchquert werden. Das Wasser-Management muss also wohl überlegt sein.
Die Versorgung ist in Portugal kein Problem.
Wegen meiner Verletzung und wegen der Übernachtungen in Hostels waren wir immer in Orten, wo es neben verschiedenen Hostels auch zahlreiche Gaststätten gab.
Überall gab es kleine Tante-Emma-Läden und in größeren Orten auch Supermärkte.
Nahrung für mehrere Tage mussten wir nicht mitschleppen.
Anders sieht es mit der Wassersituation aus. Zwischen den Orten fand ich keine einzige Möglichkeit Wasser zu filtern. Zwar flossen viele kleine Bäche und Rinnsale in den Atlantik. Aber das Wasser würde ich nicht verwenden, weil die Herkunft nicht klar war. Diese kleinen Gewässer haben ihren Ursprung in dem großen Unwetter, was einige Wochen vorher in Portugal niedergegangen ist. Vom Frühjahr bis zum Herbst sind diese kleinen Gewässer vollkommen ausgetrocknet.
Öffentliche Wasserstellen sind ebenfalls sehr selten.
Je nach Länge der Tagesetappe muss sich jeder Wanderer seinen Tagesbedarf in den Orten beschaffen, die durchquert werden. Das Wasser-Management muss also wohl überlegt sein.
Verletzungen
Ich dachte eigentlich, dass ich schon alles, was Verletzungen beim Wandern anbelangt, durchgemacht habe. Aber diesmal hat mich eine Verletzung heimgesucht, an der ich selber Schuld war.
In der ersten Wanderwoche, also auf der „Überführungsstrecke“ von Lissabon nach Santiago do Cacem (136 km), habe ich mir eine schwere Achillessehnenverletzung zugezogen.
Was waren meiner Meinung nach die Ursachen?
(1) Falsche Wegwahl
(2) Falscher Zeitplan
(3) Falsche Wanderschuhe
(4) Zu schnell gewandert
(1) Falsche Wegwahl
Erst nach der Rückkehr von der Wandertour habe ich durch Zufall mitbekommen, dass es von Lissabon nach Santiago do Cacem einen Jakobsweg gibt. Von meinen bisher gegangenen Jakobswegen weiß ich, dass die Jakobswege auch mal gerne auf Straßen verlaufen. Aber auf diesem Teilstück war das enorm viel, geschätzt ca. 100 km von 136 km. Diese vielen Straßenkilometer haben meinen Füßen zu Beginn der Wandertour enorm zugesetzt.
(2) Falscher Zeitplan
Wegen der vielen Straßenkilometer hätte ich mir mehr Zeit nehmen sollen. Grob geschätzt mindestens zwei weitere zusätzlich Tage.
(3) Falsche Wanderschuhe
Im Nachhinein betrachtet, war das mein schwerster Fehler.
Ich habe meine über die letzten Jahre bewährten Wanderschuhe ALTRA Lone Peak durch XERO TerraFlex ersetzt.
Die ALTRA LonePeak v3.5, die ich verwenden wollte, sind schon mehrere Jahre alt, die aktuelle Version ist 9, aber sie wurden noch keinen Kilometer getragen. Sie waren also neu. Trotzdem ließen sie sich unheimlich schwer anziehen. Dadurch hatte ich bedenken, wenn ich unterwegs die ALTRA ausziehen muss, dass ich 5 Minuten für das Anziehen brauche. Also entschied ich mich schweren Herzens für ebenfalls neue XERO TerraFlex. Die ALTRA und XERO sind beide Barfußschuhe, die ALTRA mit Dämpfung, die XERO ohne Dämpfung. Die XERO sind keine unbekannten Wanderschuhe für mich, weil ich im häuslichen Umfeld viel mit diesen Wanderschuhen unterwegs bin, um meine ALTRA zu schonen.
Deshalb dachte ich, dass das problemlos funktionieren sollte. Hat es aber nicht, wie die Verletzung zeigt.
(4) Zu schnell gewandert
Zu den drei genannten Punkten kam erschwerend hinzu, dass ich, wie fast immer, den Umständen entsprechend, viel zu schnell unterwegs war. Ich kenne das Problem, aber ich tappe immer wieder in dieses Fehlverhalten hinein, obwohl ich weiß, was die Folgen sein können.
Was war das Ergebnis des „Zusammenspiels“ der vier genannten Ursachen?
Ich hatte mir eine schwere Achillessehnenverletzung zugezogen, die mich beim Wandern enorm behinderte.
Ich dachte eigentlich, dass ich schon alles, was Verletzungen beim Wandern anbelangt, durchgemacht habe. Aber diesmal hat mich eine Verletzung heimgesucht, an der ich selber Schuld war.
In der ersten Wanderwoche, also auf der „Überführungsstrecke“ von Lissabon nach Santiago do Cacem (136 km), habe ich mir eine schwere Achillessehnenverletzung zugezogen.
Was waren meiner Meinung nach die Ursachen?
(1) Falsche Wegwahl
(2) Falscher Zeitplan
(3) Falsche Wanderschuhe
(4) Zu schnell gewandert
(1) Falsche Wegwahl
Erst nach der Rückkehr von der Wandertour habe ich durch Zufall mitbekommen, dass es von Lissabon nach Santiago do Cacem einen Jakobsweg gibt. Von meinen bisher gegangenen Jakobswegen weiß ich, dass die Jakobswege auch mal gerne auf Straßen verlaufen. Aber auf diesem Teilstück war das enorm viel, geschätzt ca. 100 km von 136 km. Diese vielen Straßenkilometer haben meinen Füßen zu Beginn der Wandertour enorm zugesetzt.
(2) Falscher Zeitplan
Wegen der vielen Straßenkilometer hätte ich mir mehr Zeit nehmen sollen. Grob geschätzt mindestens zwei weitere zusätzlich Tage.
(3) Falsche Wanderschuhe
Im Nachhinein betrachtet, war das mein schwerster Fehler.
Ich habe meine über die letzten Jahre bewährten Wanderschuhe ALTRA Lone Peak durch XERO TerraFlex ersetzt.
Die ALTRA LonePeak v3.5, die ich verwenden wollte, sind schon mehrere Jahre alt, die aktuelle Version ist 9, aber sie wurden noch keinen Kilometer getragen. Sie waren also neu. Trotzdem ließen sie sich unheimlich schwer anziehen. Dadurch hatte ich bedenken, wenn ich unterwegs die ALTRA ausziehen muss, dass ich 5 Minuten für das Anziehen brauche. Also entschied ich mich schweren Herzens für ebenfalls neue XERO TerraFlex. Die ALTRA und XERO sind beide Barfußschuhe, die ALTRA mit Dämpfung, die XERO ohne Dämpfung. Die XERO sind keine unbekannten Wanderschuhe für mich, weil ich im häuslichen Umfeld viel mit diesen Wanderschuhen unterwegs bin, um meine ALTRA zu schonen.
Deshalb dachte ich, dass das problemlos funktionieren sollte. Hat es aber nicht, wie die Verletzung zeigt.
(4) Zu schnell gewandert
Zu den drei genannten Punkten kam erschwerend hinzu, dass ich, wie fast immer, den Umständen entsprechend, viel zu schnell unterwegs war. Ich kenne das Problem, aber ich tappe immer wieder in dieses Fehlverhalten hinein, obwohl ich weiß, was die Folgen sein können.
Was war das Ergebnis des „Zusammenspiels“ der vier genannten Ursachen?
Ich hatte mir eine schwere Achillessehnenverletzung zugezogen, die mich beim Wandern enorm behinderte.
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| Bild 62: Verwendete Arzneimittel |
In den zwei Ruhetagen in Santiago do Cacem konnte ich mich ausruhen und die Schmerzen etwas lindern. Alle Mittel waren willkommen (kühlen, einreiben, IbuProfen).
Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich über einen Abbruch nachgedacht. Aber am zweiten Ruhetag wollte ich mich mit meiner Enkeltochter in Santiago do Cacem treffen.
Wir hatten uns dann so abgesprochen, dass ich es versuchen will.
Was soll ich sagen, mit den genannten Mitteln, gutem Willen und einer gehörigen Portion Selbstüberwindung habe ich mich von Tag zu Tag „geschleppt“.
Früh ging es dann „einigermaßen“, gegen Nachmittag wurde es wieder schlimmer. Mehr als einmal dachte ich an einen Abbruch. Aber wenn ich meine Enkeltochter betrachtete, wie sie sich über die grandiose Landschaft freute, verschob ich den Abbruch-Gedanken immer wieder auf den nächsten Tag.
Schnell war dann auch klar, dass die Strecke von Lagos nach Faro (ca. 100 km) unserem langsamen Tempo, bedingt durch meine Verletzung, zum Opfer fallen würde. Aber den Fischerweg von Santiago do Cacem bis Lagos wollte ich dann doch schaffen.
Wie wird eine Achillessehnenverletzung behandelt?
Hauptsächlich konservativ, also durch Ruhe.
Ich hatte ja bedenken, dass die Achillessehne nicht gerissen, aber angerissen ist. So richtig konnte ich mir das trotzdem nicht vorstellen. Für mich war das erstmal nur eine Entzündung der Achillessehne, die durch Überlastung entsteht. Dazu war ich noch zu gut unterwegs, zwar hinkend und immer hinter meiner Enkeltochter „herschleichend“, aber die gesteckten Tagesziele aus dem Rother-Wanderführer erreichten wir jeden Tag.
Erst zuhause gönnte ich meinem verletzten Fuß die nötige Ruhe. Innerhalb von wenigen Tagen stellte sich eine spürbare Verbesserung ein.
Eine Selbstdiagnose mithilfe des Internets sagte mir, dass meine Achillessehne nicht angerissen und schon gar nicht gerissen ist.
Nach vier Wochen der relativen Ruhe kann ich wieder ganz normal laufen und den verletzten Fuß voll belasten. Trotzdem erwische ich mich gelegentlich beim „humpeln“, weil sich die „Schonhaltung“ beim Wandern erstmal im Gehirn eingeprägt hat.
Mitte Mai will ich mit meiner Tochter Romy den Harzer Hexenstieg gehen. Bis dahin sollte die Achillessehnenverletzung vollständig abgeklungen sein.
Was lerne ich aus dieser Verletzung?
(1) Wechsle niemals einen bewährten Wanderschuh
(2) Plane am Anfang einer Wandertour mehr Tage ein
(3) Laufe in den ersten Tagen einer Wandertour nicht zu schnell
Die erste Anschaffung nach der Wandertour war ein Schuhanzieher aus Plastik😁. Zusätzlich laufe ich jetzt die „engen“ ALTRA-Wanderschuhe im häuslichen Umfeld etwas ein.
Sprache
Bis auf ganz wenige Ausnahmen kann man sich in Portugal, speziell auf den bekannten Wanderwegen, mit den Einheimischen gut in Englisch unterhalten. Einige Worte können alle verstehen und sprechen.
Die Standardsprache unter den Wanderern ist dagegen eindeutig Englisch. Auch die einheimischen Wanderer kommunizieren mit Wanderern aus anderen Ländern in Englisch.
Es gab manchmal lustige Situationen zwischen sich begegnenden Wanderern.
Auf mein einziges fragendes Wort „English?“, wurde dann oft geantwortet, ob wir auch aus Deutschland wären. Offenbar erkennen viele Wanderer an dieser Frage, bestehend aus einem Wort und dem Dialekt, dass wir aus Deutschland kommen. Das hat oft für lustige Momente gesorgt. Anschließend konnten wir uns in „fließendem“😁 Deutsch weiter unterhalten.
Menschen
Man kann nicht sagen, dass der Fischerweg überlaufen war. Da mag die Jahreszeit Februar/März eine Rolle gespielt haben. Immerhin ist das auch in Portugal noch Winterzeit.
Wie schon angedeutet, wird speziell der Fischerweg in Deutschland unheimlich „gehypt“. Dementsprechend viele deutsche Wanderer waren auf dem Fischerweg unterwegs. Deutsche Wanderer waren daher mit Abstand die größte Gruppe. Dann kamen schon die Holländer und die englischsprachigen Wanderer (England, USA, Australien usw). Wanderer, wo an der Sprache zu erkennen war, dass es einheimische Wanderer sind, haben wir wenige getroffen.
Gefühlt begegneten wir mehr Frauen als Männer. Viele Frauen, speziell ältere Frauen, wanderten alleine oder zu zweit.
Natürlich trafen wir auch größere Rentner-Reisegruppen, meistens aus dem englischsprachigen Raum. Von Reiseführern werden diese Gruppen wegen des Alters der Teilnehmer hauptsächlich zu den Hotspots des Fischerweges geführt.
Tiere
Ebenso wie Spanien ist auch Portugal Hundeland.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen kann man sich in Portugal, speziell auf den bekannten Wanderwegen, mit den Einheimischen gut in Englisch unterhalten. Einige Worte können alle verstehen und sprechen.
Die Standardsprache unter den Wanderern ist dagegen eindeutig Englisch. Auch die einheimischen Wanderer kommunizieren mit Wanderern aus anderen Ländern in Englisch.
Es gab manchmal lustige Situationen zwischen sich begegnenden Wanderern.
Auf mein einziges fragendes Wort „English?“, wurde dann oft geantwortet, ob wir auch aus Deutschland wären. Offenbar erkennen viele Wanderer an dieser Frage, bestehend aus einem Wort und dem Dialekt, dass wir aus Deutschland kommen. Das hat oft für lustige Momente gesorgt. Anschließend konnten wir uns in „fließendem“😁 Deutsch weiter unterhalten.
Menschen
Man kann nicht sagen, dass der Fischerweg überlaufen war. Da mag die Jahreszeit Februar/März eine Rolle gespielt haben. Immerhin ist das auch in Portugal noch Winterzeit.
Wie schon angedeutet, wird speziell der Fischerweg in Deutschland unheimlich „gehypt“. Dementsprechend viele deutsche Wanderer waren auf dem Fischerweg unterwegs. Deutsche Wanderer waren daher mit Abstand die größte Gruppe. Dann kamen schon die Holländer und die englischsprachigen Wanderer (England, USA, Australien usw). Wanderer, wo an der Sprache zu erkennen war, dass es einheimische Wanderer sind, haben wir wenige getroffen.
Gefühlt begegneten wir mehr Frauen als Männer. Viele Frauen, speziell ältere Frauen, wanderten alleine oder zu zweit.
Natürlich trafen wir auch größere Rentner-Reisegruppen, meistens aus dem englischsprachigen Raum. Von Reiseführern werden diese Gruppen wegen des Alters der Teilnehmer hauptsächlich zu den Hotspots des Fischerweges geführt.
Tiere
Ebenso wie Spanien ist auch Portugal Hundeland.
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| Bild 63: Keine Panik, alle hinter dem Zaun |
Solche unverhofften Begegnungen gab es fast jeden Tag. Die Hunde im Bild begleiteten mich laut bellend die ganze Zeit am Zaun entlang. Da kann man nur hoffen, dass nirgendwo ein Loch im Zaun ist. Meine Trekkingstöcke mit den Fin Vario-Spitzen hatte ich im Anschlag und auch ein kleines Pfefferspray war griffbereit.
Viele Portugiesen lassen ihre Hunde frei herumlaufen, auch auf ausgewiesenen Wanderwegen. Mich wundert das immer wieder. Ängstlich darf ein Wanderer da nicht sein. Wenn ich solchen Hunden auf den Wanderwegen begegne, kann ich nur hoffen, dass die Hundebesitzer wissen, was sie da machen.
Die Portugiesen haben meiner Meinung nach da auch kein Unrecht-Bewusstsein.
Wilde freilaufende Hunde sind uns nicht begegnet. Das soll aber nicht bedeuten, dass es sie nicht gibt.
Vorsicht ist jederzeit geboten.
Große Wildtiere habe ich im Küstenbereich so gut wie nicht gesehen. Der Grund mag sein, dass es an der Steilküste kaum Wald gibt, wo sich die großen Wildtiere zurückziehen können.
Abreise
An die dreiwöchige Wandertour schloß sich in Faro noch ein Erholungsurlaub von einer Woche an. Dazu flogen meine Frau und meine Tochter Romy von Nürnberg nach Faro.
Die Rückreise war problemlos:
-von Faro nach Nürnberg mit dem Flieger,
-von Nürnberg nach Hof mit dem Privat-Auto,
-von Hof nach Halle mit der Regionalbahn (Halt an jedem Bahnhof!) und
-von Halle nach Schochwitz mit dem Privat-Auto.
Trotzdem war das ein sehr langer Reisetag, weil wir schon um 5 Uhr (also 4 Uhr aufstehen und packen) auf dem Flughafen in Faro sein mussten.
Gegen 20 Uhr erreichten wir dann ziemlich erschöpft von den Reisestrapazen Schochwitz.
Statistik
Kurz vor dem Abschluss gibt es noch etwas Statistik.
Streckenlänge gesamt 369 km
…davon Lissabon bis Santiago do Cacem 136 km
…davon Santiago do Cacem bis Lagos 233 km (Fischerweg)
Tagesetappen gesamt 19
…davon Lissabon bis Santiago do Cacem 7
…davon Santiago do Cacem bis Lagos 12 (Fischerweg)
…davon Wandertage 17
…davon Ruhetage 2
…davon Sonnentage 12
…davon Regentage 1
…davon bedeckte Tage 6
…davon < 15 km (Nero) 1
…davon 15 - 19 km 7
…davon 20 - 29 km 7
…davon 30 - 39 km 1
…davon >= 40 km 1
Längste Tagesetappe 41 km
Kürzeste Tagesetappe 11 km
Tagesdurchschnitt …
…mit Ruhetagen 18,5 km/Tag
…ohne Ruhetage 20,7 km/Tag
Übernachtungen gesamt 20
…davon in Hostels 15
…davon in Jugendherberge 1
…davon in großem Zelt 1 (auf Campingplatz)
…davon im Tarp 1
…davon Cowboy-Camping 2
Kurz vor dem Abschluss gibt es noch etwas Statistik.
Streckenlänge gesamt 369 km
…davon Lissabon bis Santiago do Cacem 136 km
…davon Santiago do Cacem bis Lagos 233 km (Fischerweg)
Tagesetappen gesamt 19
…davon Lissabon bis Santiago do Cacem 7
…davon Santiago do Cacem bis Lagos 12 (Fischerweg)
…davon Wandertage 17
…davon Ruhetage 2
…davon Sonnentage 12
…davon Regentage 1
…davon bedeckte Tage 6
…davon < 15 km (Nero) 1
…davon 15 - 19 km 7
…davon 20 - 29 km 7
…davon 30 - 39 km 1
…davon >= 40 km 1
Längste Tagesetappe 41 km
Kürzeste Tagesetappe 11 km
Tagesdurchschnitt …
…mit Ruhetagen 18,5 km/Tag
…ohne Ruhetage 20,7 km/Tag
Übernachtungen gesamt 20
…davon in Hostels 15
…davon in Jugendherberge 1
…davon in großem Zelt 1 (auf Campingplatz)
…davon im Tarp 1
…davon Cowboy-Camping 2
Tracks und Bilder
Wie immer gibt es am Ende des Berichts noch einen Hinweis auf wichtige Daten meiner Wandertour. Das sind vor allem meine eigenen Tracks, die ich zur Navigation verwendet habe. Die Daten können heruntergeladen werden.
Auf der rechten Seite meines Blogs befindet sich das Tourenverzeichnis "Meine Touren". Hinter der Zeichenkette "GPX" versteckt sich in den meisten Fällen ein Link, der in ein GoogleDrive-Verzeichnis verzweigt. In diesem Verzeichnis ist eine Datei zu finden. Diese Datei enthält die Tracks der Wandertour.
WT008_PT_Rota_Vicentina_Tracks.gpx
Zum Schluss habe ich noch einige Bilder, die die schönsten Momente dieser Wanderung festhalten. Der Link verzweigt in ein GoogleDrive-Verzeichnis. Dort erscheint dann eine Liste von Bildern. Das erste Bild in der Liste muss „angeklickt“ werden. Jedes weitere Bild wird dann mit den Pfeiltasten angezeigt.
WT008_PT_Rota_Vicentina_Bilder
Wie immer gibt es am Ende des Berichts noch einen Hinweis auf wichtige Daten meiner Wandertour. Das sind vor allem meine eigenen Tracks, die ich zur Navigation verwendet habe. Die Daten können heruntergeladen werden.
Auf der rechten Seite meines Blogs befindet sich das Tourenverzeichnis "Meine Touren". Hinter der Zeichenkette "GPX" versteckt sich in den meisten Fällen ein Link, der in ein GoogleDrive-Verzeichnis verzweigt. In diesem Verzeichnis ist eine Datei zu finden. Diese Datei enthält die Tracks der Wandertour.
WT008_PT_Rota_Vicentina_Tracks.gpx
Zum Schluss habe ich noch einige Bilder, die die schönsten Momente dieser Wanderung festhalten. Der Link verzweigt in ein GoogleDrive-Verzeichnis. Dort erscheint dann eine Liste von Bildern. Das erste Bild in der Liste muss „angeklickt“ werden. Jedes weitere Bild wird dann mit den Pfeiltasten angezeigt.
WT008_PT_Rota_Vicentina_Bilder
Zusätzlich befindet sich auf der rechten Seite meines Blogs im
Tourenverzeichnis „Meine Touren“ die Zeichenkette "Bilder", hinter der sich
ebenfalls ein Link zu den Bildern dieser Wandertour befindet.
Fazit
Spanische und portugiesische Wander- und Jakobswege spielen in den letzten 10 Jahren eine große Rolle auf meinen Wandertouren. Der Grund ist die Wanderzeit. Optimal ist der Zeitraum Februar/März, wo in unseren mitteldeutschen Breiten noch strengster Winter sein kann. Auch der Oktober/November bietet sich an. In diesen beiden genannten Zeiträumen ist wegen der Wetterbedingungen in Deutschland das Wandern eine herausfordernde sportliche Betätigung.
Die Landschaft an der portugiesischen Steilküste ist atemberaubend. Überall gibt es Fotomotive, die zum Fotografieren einladen.
Für mich ist der Weg eines der Ziele. Die tagelangen Sandpassagen auf dem Fischerweg haben meinen Füßen sehr zugesetzt. Das war eine unglaubliche Strapaze. Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich den Historischen Weg als Hauptweg gewählt. Bei der Planung habe ich irgendwie geahnt, was mich da erwarten würde.
Den Hype um den Fischerweg, speziell in Deutschland, kann ich jedenfalls nicht ganz nachvollziehen. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist kein Problem. Überall in den Ortschaften gibt es Geschäfte, Bars und Gaststätten. Wasser muss mit größerer Sorgfalt geplant werden. Ich habe keine Wasserquelle außerhalb von Ortschaften gefunden.
In den genannten Zeiträumen sind preiswerte Unterkünfte kein Problem. Wir buchten immer am Vorabend für den nächsten Tag.
Als bekennender „Wildcamper“ habe ich natürlich jeden Nachmittag nach möglichen Übernachtungsplätzen für mein Tarp geschaut. Weil im Küstenbereich kaum Wald vorhanden ist, kann das zu einem Problem werden. Wir hatten Superwetter (Sonne, kein Regen), so dass Cowboy-Camping eine Alternative gewesen wäre.
Zu keiner Jahreszeit ist man alleine auf dem Fischerweg unterwegs, dessen muss man sich bewusst sein. Wanderer aus vielen Ländern der Welt treffen sich auf dem Fischerweg und auch in den Ortschaften. Aber gerade die Community auf den stark frequentierten Wanderwegen macht den speziellen Reiz solcher Wanderwege aus.
Ausblick
Meine nächste Wandertour aus dem Wanderprojekt
Jakobs- und Wanderwege in Spanien und Portugal
wird der Jakobsweg Ruta de la Lana (ca. 1300 km) in Spanien sein.
Der Jakobsweg liegt schon längere Zeit fertig geplant in der Schublade und ist einer der unbekanntesten Jakobswege in Spanien. Das macht diesen Jakobsweg so interessant für mich.
Fazit
Spanische und portugiesische Wander- und Jakobswege spielen in den letzten 10 Jahren eine große Rolle auf meinen Wandertouren. Der Grund ist die Wanderzeit. Optimal ist der Zeitraum Februar/März, wo in unseren mitteldeutschen Breiten noch strengster Winter sein kann. Auch der Oktober/November bietet sich an. In diesen beiden genannten Zeiträumen ist wegen der Wetterbedingungen in Deutschland das Wandern eine herausfordernde sportliche Betätigung.
Die Landschaft an der portugiesischen Steilküste ist atemberaubend. Überall gibt es Fotomotive, die zum Fotografieren einladen.
Für mich ist der Weg eines der Ziele. Die tagelangen Sandpassagen auf dem Fischerweg haben meinen Füßen sehr zugesetzt. Das war eine unglaubliche Strapaze. Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich den Historischen Weg als Hauptweg gewählt. Bei der Planung habe ich irgendwie geahnt, was mich da erwarten würde.
Den Hype um den Fischerweg, speziell in Deutschland, kann ich jedenfalls nicht ganz nachvollziehen. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist kein Problem. Überall in den Ortschaften gibt es Geschäfte, Bars und Gaststätten. Wasser muss mit größerer Sorgfalt geplant werden. Ich habe keine Wasserquelle außerhalb von Ortschaften gefunden.
In den genannten Zeiträumen sind preiswerte Unterkünfte kein Problem. Wir buchten immer am Vorabend für den nächsten Tag.
Als bekennender „Wildcamper“ habe ich natürlich jeden Nachmittag nach möglichen Übernachtungsplätzen für mein Tarp geschaut. Weil im Küstenbereich kaum Wald vorhanden ist, kann das zu einem Problem werden. Wir hatten Superwetter (Sonne, kein Regen), so dass Cowboy-Camping eine Alternative gewesen wäre.
Zu keiner Jahreszeit ist man alleine auf dem Fischerweg unterwegs, dessen muss man sich bewusst sein. Wanderer aus vielen Ländern der Welt treffen sich auf dem Fischerweg und auch in den Ortschaften. Aber gerade die Community auf den stark frequentierten Wanderwegen macht den speziellen Reiz solcher Wanderwege aus.
Ausblick
Meine nächste Wandertour aus dem Wanderprojekt
Jakobs- und Wanderwege in Spanien und Portugal
wird der Jakobsweg Ruta de la Lana (ca. 1300 km) in Spanien sein.
Der Jakobsweg liegt schon längere Zeit fertig geplant in der Schublade und ist einer der unbekanntesten Jakobswege in Spanien. Das macht diesen Jakobsweg so interessant für mich.
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