In diesem Punkt möchte
ich Tipps geben, wie die
eigene Ausrüstung durch
handwerkliche Fähigkeiten
verbessert bzw. ergänzt
werden kann. Viele dieser
Tipps stöberte ich im
Internet auf. Andere habe
ich selbst "erfunden",
realisiert und
getestet.
Im Inhaltsverzeichnis werden Beiträge, zu denen es Nachträge oder Sammelbeiträge gibt, zusätzlich mit einem (N oder S) gekennzeichnet. Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Anzahl der Nachträge oder Sammelbeiträge an.
Hinweis: Offene MYOG-Projekte, wo meine Beschreibungen noch
ausstehen bzw. die gerade "in Arbeit" sind, werden im nachfolgenden Inhaltsverzeichnis in
dunkelroter
Schrift
dargestellt.
C) MYOG-Projekte (Wandern, ab 2025)
31)
Januar
2025
(N2):
Tarp
aus
XFOIL
anfertigen
32)
Februar
2025:
Bodenplane
aus
XFOIL
für
ein
XFOIL-Tarp
33) Februar 2025: Frontabschluss aus XFOIL für ein XFOIL-Tarp
34)
März
2025 (N1):
Tarp
aus DCF (Camo)
anfertigen
35) März 2025 (S2): Rucksäcke reparieren und erweitern (Sammelbeitrag)
(S1): Hüftgurttaschen am Rucksack zpacks Nero 38 L verschiebbar machen
(S2): Rolltop-Verschluss am Rucksack zpacks Nero 38 L reparieren
(S3): Tragegurte am Rucksack zpacks Nero 38 L an den Haltepunkten reparieren
(S3): Tragegurte am Rucksack zpacks Nero 38 L an den Haltepunkten reparieren
36) März 2025 (S1): Zelte/Tarps reparieren und erweitern (Sammelbeitrag)
(S1): Innentasche für Zelte und Tarps nachrüsten
C31)
Januar
2025:
Tarp
aus
XFOIL
anfertigen
Ein
neues
Material
für
Zelte
und
Tarps
geistert
seit
einiger
Zeit
durch
die
einschlägigen
Wanderforen.
Sein
Name
ist
XFOIL
Im Internet kursieren Bauanleitungen für Zelte und Tarps aus XFOIL.
Ich habe mir das XFOIL bestellt und war erstmal total überrascht. Das ist ja ein "Hauch von Nichts", so fragil ist das XFOIL auf den ersten Blick. Weil das XFOIL gegenüber anderen Materialien für den Zeltbau, zB DCF, sehr kostengünstig ist, besorgte ich mir einen Bauplan des Benutzers Capere (Instagram) aus dem alten UL-Trekking-Forum. Im UL-Bereich ist er einer der bekanntesten und erfahrensten MYOG-Experten.
Mit der freien Web-Version des 3D-Programms SketchUp bearbeitete ich den Bauplan so, dass ich alle erforderlichen Maße zur Verfügung hatte.
XFOIL
Im Internet kursieren Bauanleitungen für Zelte und Tarps aus XFOIL.
Ich habe mir das XFOIL bestellt und war erstmal total überrascht. Das ist ja ein "Hauch von Nichts", so fragil ist das XFOIL auf den ersten Blick. Weil das XFOIL gegenüber anderen Materialien für den Zeltbau, zB DCF, sehr kostengünstig ist, besorgte ich mir einen Bauplan des Benutzers Capere (Instagram) aus dem alten UL-Trekking-Forum. Im UL-Bereich ist er einer der bekanntesten und erfahrensten MYOG-Experten.
Mit der freien Web-Version des 3D-Programms SketchUp bearbeitete ich den Bauplan so, dass ich alle erforderlichen Maße zur Verfügung hatte.
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Bild 1: Bauplan mit allen notwendigen Maßen |
Der Bauplan zeigt eine Hälfte des geplanten Tarps. Die andere Hälfte ist spiegelverkehrt zu sehen. An den blauen Linien müssen die beiden Hälften miteinander verklebt werden. Aber dazu später mehr.
Die Kanten 1 bis 3 sind in der ursprünglichen Version mit einem ganz leichten CatCut versehen. Für ein DCF-Tarp ist das sinnvoll. Für das XFOIL-Tarp habe ich das erstmal weggelassen. Die Längenmaße sind daher die Längen der Bögen der Kanten 1 bis 3. Ich habe sie im Bauplan stehen lassen, weil ich ein Gefühl für die Länge haben wollte. Die Kante Nr 2 ist also die ungefähre!!! Breite des Tarps. So viel Platz habe ich in der Breite für die Isomatte und das Schlafen. Bei der Übertragung auf das XFOIL habe ich die Kanten 1 bis 3 allerdings durch einfaches abmessen bestimmt.
Beispiel: Die Kante 3 ist durch Abmessen mit den Maßen 534 mm und 1080 mm entstanden. Damit verschwindet der CatCut für diese Kante.
Deshalb war es bei der Überarbeitung des ursprünglichen Entwurfs so wichtig alle möglichen Maße zu ermitteln.
Das XFOIL wird in den Maßen 1,6 Meter x 6 Meter geliefert. Damit ich einigermaßen mit breiten Materialien arbeiten kann, fertigte ich mir im letzten Jahr eine Arbeitsplatte mit den Maßen 1,6 Meter x 1,5 Meter an (siehe MYOG-Projekt A2 (Arbeitsplatte für MYOG-Projekte und kleine Basteleien)). Wie aus dem Bauplan sofort ersichtlich ist, passt eine Hälfte des Tarps nicht vollständig auf die Arbeitsplatte. Deshalb muss das XFOIL doppelt gelegt werden (siehe gelbe Markierung im Bild 2). Weil das XFOIL auf so ziemlich jedem Untergrund sehr schlecht zu sehen ist, legte ich die Arbeitsplatte vorher vollständig mit Packpapier aus. Auf diesem Packpapier zeichnete ich die Umrisse einer Hälfte des Tarps mit dem Bleistift ein (siehe blaue Pfeile in Bild 2).
Mit Saftflaschen für die Beschwerung und unter ständigem Glattstreichen des XFOILs versuchte ich jede Falte aus dem ausgelegten XFOIL zu entfernen. Immer ist mir das nicht gelungen.
Mit einem Skalpell, einem 1 Meter-Stahllineal und einer grünen Schneidematte realisierte ich den Zuschnitt für die beiden Hälften des Tarps. Das war im Nachhinein betrachtet der komplizierteste und zeitaufwändigste Prozess in der ganzen Herstellungskette. Ständig prüfte ich, ob ich an der richtigen Stelle das Skalpell ansetzte. Beim Zuschnitt durfte nichts schief gehen. In einem solchen Fall wäre das XFOIL unwiederbringlich verloren gewesen. Auch die doppelte Lage des XFOILs erschwerte den Zuschnitt nochmal.
Dann war es endlich geschafft.
Im Vorfeld hatten Tests gezeigt, dass das XFOIL unheimlich leicht einreißt, wenn eine Beschädigung an einer Kante vorliegt. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen ausnahmslos alle Kanten des Tarps, ausgenommen die Kanten, die zusammengeklebt werden müssen, umzuklappen. Für die Verklebung benutzte ich ein normales doppelseitiges Transferklebeband in einer Breite von 10 mm.
Beim Umklappen der Kanten achtete ich darauf, dass die Kanten nach innen umgeklappt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Außenseite auf dem Packpapier liegen muss.
Im Bild 4a und Bild 4b sind auch sehr gut die auf dem ausgelegten Packpapier gezeichneten Linien der Umrisse der Tarp-Hälften zu sehen (CC = CatCut).
So vorbereitet, wartete das Zusammenkleben der beiden Hälften des Tarps auf mich.
Neben einem Reißtest, hatte ich auch mehrere Klebetests durchgeführt. Zusätzlich informierte ich mich im Internet über die Ergebnisse von Klebetests anderer Wanderfreunde. Jedenfalls waren diese Klebetests ein heiß diskutiertes Thema. Kein Klebeband wollte so richtig auf dem XFOIL halten. Viele Klebebänder ließen sich unter mäßiger Kraftanstrengung einfach "abschälen", so hat das mal ein erfahrener Wanderfreund treffend formuliert.
Als Ergebnis all dieser Tests "bastelte" ich mein "eigenes" Klebeband.
Aus
einem
(1)
einseitigen
Filament-Klebeband
und
einem
(2)
doppelseitigen
Klebeband
fertigte
ich
ein
einseitiges
Klebeband
an.
Dafür
klebte
ich
einfach
das
doppelseitige
Klebeband
auf
das
einseitige
Filament-Klebeband.
So
konnte
ich
das
Klebeband
von
beiden
Seiten
anfassen.
Im
Bild
5b
ist
zu
sehen,
dass
das
einseitige
Filament-Klebeband
(weiß)
entlang
der
roten
Linie
etwa
1
mm
übersteht.
Das
passiert,
wenn
die
beiden
5
cm
breiten
Klebebänder
nicht
genau
exakt
übereinandergeklebt
werden.
Wenn
das
Klebeband
umgedreht
wird,
steht
das
doppelseitige
Klebeband
(gelb)
auf
der
anderen
Seite
1
mm
über.
Wenn ich ehrlich bin, ist mir das exakte Übereinanderkleben sehr selten gelungen.
Diese überstehenden Ränder müssen unbedingt abgeschnitten werden. Wird das nicht getan, kann sich das XFOIL beim Zusammenlegen an diesen Stellen sehr leicht verkleben. Schlimmstenfalls bekommt man das XFOIL nicht mehr auseinander oder das XFOIL wird beim Trennen sogar zerstört.
Wenn ich ehrlich bin, ist mir das exakte Übereinanderkleben sehr selten gelungen.
Diese überstehenden Ränder müssen unbedingt abgeschnitten werden. Wird das nicht getan, kann sich das XFOIL beim Zusammenlegen an diesen Stellen sehr leicht verkleben. Schlimmstenfalls bekommt man das XFOIL nicht mehr auseinander oder das XFOIL wird beim Trennen sogar zerstört.
Weil ich das 5 cm breite einseitige Klebeband auf 4 cm verkleinern wollte, schnitt ich einfach an jeder Seite einen 5 mm breiten Rand ab.
Jetzt hatte ich das perfekte einseitige Klebeband von 4 cm Breite, wo keine Ränder überstanden.
Im Bild 5a , Bild 5b und Bild 7 ist noch eine kleine aber feine Besonderheit (roter Pfeil) zu sehen. Immer, wenn ich das einseitige Filament-Klebeband von der Rolle abschneide, klappe ich das Klebeband an der Rolle um ca. 5 mm um (Anfass-Rand). So kann ich das Klebeband bei jeder Gelegenheit (an der Rolle oder im abgeschnittenen Zustand) besser anfassen, wenn die gelbe Schutzfolie kurz vor der Verarbeitung abgezogen wird.
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Bild 8: Einseitiges Klebeband beim Abziehen der Schutzfolie |
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Bild 9: Einseitiges Klebeband fertig für die Verarbeitung |
Der Anfass-Rand (roter Pfeil) ist immer noch am einseitigen Klebeband.
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Bild 10: Zusammenlegen Stoß auf Stoß |
Jetzt werden die zu verklebenden Hälften so aneinandergelegt, glattgestrichen und beschwert, dass eine Verklebung erfolgen kann. Dafür fasse ich das einseitige Klebeband mit der rechten Hand am Anfass-Rand an und lege das Klebeband mit der linken Hand auf die gewünschte Stelle. Dazu muss ich mit der linken Hand kurz die Klebefläche berühren. Das geht aber nicht anders. Mit der rechten Hand führe ich nun das Klebeband über die zu verbindenden Hälften, ohne die Hälften zu verrücken.
Für eine bessere Orientierung lege ich bei der Verklebung die Schneidematte unter die zu verklebenden Stellen (siehe Bild 10). Die Linien dienen mir dabei als Orientierung. An den Pfeilspitzen (rot und blau) treffen die beiden zu verklebenden Hälften aufeinander. Bei einer Breite des Klebebandes von 4 cm weiß ich dann, dass ich auf jeder Hälfte 2 cm verkleben kann.
Kurz vor dem Ende der Verklebung, etwa 1 cm vom Anfass-Rand entfernt, schneide ich den Anfass-Rand ab und verklebe den Rest des Klebebands. Wenn ich sauber gearbeitet habe, zeigen sich keine Falten unter dem Klebeband.
Wenn ich nicht sauber gearbeitet habe und zwischen den zu verklebenden Hälften ist ein kleine Lücke, dann passiert genau das, was im Bild 12 zu sehen ist. Die Hälften lagen beim Verkleben nicht genau Stoß auf Stoß und das Klebeband haftet nun an den Lücken (rot markierter Bereich) an der Schneidematte.
Das muss unbedingt korrigiert werden, weil sonst beim Transport des Tarps das XFOIL an diesen Stellen zusammenklebt.
Für solche Korrekturen verwende ich das einseitige Filament-Klebeband. Weil diese Stellen nie sehr groß oder lang sind, schneide ich manchmal auch schmale Streifen vom Filament-Klebeband ab. Dazu fasse ich das Filament-Klebeband am Anfass-Rand an und mit der rechten Hand schneide ich den Streifen auf die gewünschte Breite. Das klebt zwar tüchtig an der Schere, weil ich direkt auf der Klebeseite schneide, aber besser geht das nicht.
Das XFOIL-Tarp wird mit einem einzigen Trekkingstock (ca. 120 cm Höhe) aufgebaut. Dazu wird eine sogenannte "Stangentasche" benötigt. Die Stangentasche hat in der Regel eine Kegelform, die den Trekkingstock beim Abspannen des Tarps in seiner Position hält.
Der rot markierte Bereich soll einmal die Stangetasche werden. Die hellblau markierten Bereiche habe ich von einer Seite mit 2 cm breitem selbstgefertigten einseitigem Klebeband verstärkt. Das bloße XFOIL war mir in diesem Bereich einfach zu fragil.
Am
Anfang
konnte
ich
mir
räumlich
kein
Bild
von
der
Stangentasche
machen.
Ewig
sah
ich
mir
den
Bauplan
an
und
wusste
nicht
so
recht,
wie
ich
dass
zu
einem
Kegel
verkleben
sollte.
Das Ganze musste ich erstmal "überschlafen". Am nächsten Morgen kam mir die Erleuchtung. Die Angelegenheit war denkbar einfach. Aber der Reihe nach.
Das Ganze musste ich erstmal "überschlafen". Am nächsten Morgen kam mir die Erleuchtung. Die Angelegenheit war denkbar einfach. Aber der Reihe nach.
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Bild 14: Kreise aus Papier als Muster für die Stangentasche |
Die Stangentasche wollte ich aus Resten von DCF anfertigen. Dazu benötigte ich Kreise von 7 cm und 10 cm Durchmesser. Weil Bleistift auf DCF so gut wie nicht sichtbar ist, musste ich mir mit dem Zirkel Muster aus Papier herstellen.
Diese Kreismuster übertrug ich auf das DCF. Dann markierte ich die Kreissektoren (blaue Markierung in Bild 13) auf dem DCF.
Anschließend schnitt ich die Kreisektoren aus und beklebte sie mit meinem selbst konstruierten einseitigen Klebeband.
Schnell waren die so vorbereiteten DCF-Stangentaschen aufgeklebt.
Ich überlegte lange, ob ich die DCF-Stangentaschen innen oder außen aufkleben sollte. Aus dem Bauplan ist das überhaupt nicht ersichtlich. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für außen. Dadurch erhoffte ich mir mehr Robustheit an der Spitze des Tarps. Zum Ausgleich klebte ich innen noch eine 6 cm DCF-Stangentasche ein.
Jetzt begann einer der kompliziertesten Klebeaktionen am XFOIL-Tarp.
Jetzt
wird
die
Stangentasche
einfach,
wie
im
Bild
19
zu
sehen
ist,
zusammengefaltet.
Der
rot
markierte
Bereich
wird
mit
dem
selbstgefertigten
einseitigen
Klebeband
nach
der
Prinzipskizze
"umklebt".
hellblau -gefaltete Stangentasche (Außenseite!!! ist sichtbar)
rot -selbstgefertigtes einseitiges Klebeband wird über diesen Bereich drübergeklebt
hellblau -gefaltete Stangentasche (Außenseite!!! ist sichtbar)
rot -selbstgefertigtes einseitiges Klebeband wird über diesen Bereich drübergeklebt