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Zusatzinformationen zu technischen Geräten (Wandern)

In diesem Punkt möchte ich Tipps und Informationen vermitteln, die die Nutzung von technischen Geräten betreffen, die bei meinen Wandertouren im Einsatz sind.

Zu vielen Fragen/Themen gibt es zeitlich terminierte Nachträge, die die behandelten Fragen/Themen präzisieren oder evtl. sogar korrigieren. Im Inhaltsverzeichnis werden Beiträge, zu denen es Nachträge gibt, hinter dem Datum zusätzlich mit einem (N) gekennzeichnet. Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Anzahl der Nachträge an.
 
Hinweis: Offene Fragen/Themen, wo meine Antworten noch ausstehen bzw. die gerade "in Arbeit" sind, werden im nachfolgenden Inhaltsverzeichnis in dunkelroter Schrift dargestellt.

D) Zusatzinformationen zu technischen Geräten (Wandern)

1)   Mai 2016 (N1): Adapter zum Laden von Akkus für Navigationsgeräte von Garmin
2)   Februar 2022 (N1): SOS-Geräte - Welche Geräte gibt es auf dem Markt und was können sie? 
3)   November 2022 (N1): Werkzeuge - Was benutze ich auf meinen Wandertouren?
4)   Dezember 2023: Solarpanel - Reicht das als Stromversorgung für unterwegs? 
5)   April 2026: Garmin Satelliten-Kommunikationsgerät inReach Mini2 und Datentarif von Protegear

D1) Mai 2016: Adapter zum Laden von Akkus für Navigationsgeräte von Garmin

Mein aktuelles Navigationsgerät ist ein Garmin GPSmap 64st. Das Gerät ist seit vielen Jahren im Einsatz und verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Mittlerweile kenne ich die Fehler und Macken des Gerätes sehr gut und weiß damit umzugehen. Mit einem Umstand konnte ich mich aber nie so richtig anfreunden. Im Auslieferungszustand gehören zu dem Gerät zwei AA-Akkus (Akku-Pack), die durch eine besondere Konstruktion miteinander verbunden sind. Diese Konstruktion drückt auf einen kleinen Knopf in der Mitte des Aufnahmeschachtes für die Akkus. Dadurch kann das Akku-Pack auch im Gerät geladen werden. Auch die Verwendung von handelsüblichen Akkus ist möglich. Aber die handelsüblichen Akkus können nicht im Gerät geladen werden, weil die Akkus durch ihre Position im Aufnahmeschacht nicht auf den kleinen Knopf drücken. Garmin möchte sicherlich, dass nur die eigenen teuren Akku-Packs mit der besonderen Konstruktion verwendet werden. Anders kann ich mir das nicht erklären. Das ist ärgerlich und vor allem kostenintensiv. 

Durch Zufall bin ich im Internet auf die Lösung des Problems gestoßen, wie auch handelsübliche Akkus im Gerät geladen werden können. Wer noch eine alte EC-Karte hat, kann daraus ein kleines Plättchen von der Größe einer Micro-SIM-Karte (etwa 12 mm x 15 mm) schneiden. Eventuell muss man mit der Größe des Plättchens etwas experimentieren bis die richtige Größe gefunden ist, bei der der kleine Knopf im Aufnahmeschacht für die Akkus nach unten gedrückt wird. Es geht natürlich auch mit anderen Plastikkarten, die in etwa die Dicke von EC-Karten besitzen. Dieses Plättchen wird auf den kleinen Knopf in der Mitte des Aufnahmeschachtes für die Akkus gelegt. Darauf kommen dann die beiden handelsüblichen Akkus. "Fertig ist der Lack", wie man so schön bei uns sagt. Nun können auch die handelsüblichen Akkus im Gerät geladen werden. 

Eine noch bessere Variante des Adapters kann man käuflich im Internet erwerben. Leider kenne ich die Internetseite nicht mehr, wo dieser Adapter angeboten wird. Aber die Plättchen-Variante funktioniert wunderbar.


Ich betrieb mein Navigationsgerät oft mit handelsüblichen Akkus. Es gab nie Schwierigkeiten.

Nachtrag (Dezember 2025): Seit dem Jahr 2019, ganz genau kann ich das nicht mehr sagen, navigiere ich mit dem iPhone SE von Apple in den unterschiedlichsten Ausführungen (2016, 2020, akt. 2022). 

D2) Februar 2022: SOS-Geräte - Welche Geräte gibt es auf dem Markt und was können sie?
 
Einen Notruf musste ich auf meinen Wandertouren noch nie absetzen. Für andere Wanderer in Not tat ich das bisher auch nicht. Deshalb bin ich, was diese Problematik angeht, recht unerfahren.

Meine einzige Möglichkeit für die Absetzung eines Notrufs wäre aktuell mein Handy (Apple iPhone SE 2020). Das besitzt eine Notruf-Funktion.

Damit ich in Zukunft auf Notfälle vorbereitet bin, will ich daher in loser Folge SOS-Geräte besprechen, die es aktuell auf dem Markt gibt. Zu jedem SOS-Gerät will ich auf die technischen Voraussetzungen eingehen und auch etwas zur Bedienung im Notfall sagen.

Liste der SOS-Geräte
 
     (a) Apple iPhone (ab iPhone 8)
     (b) Apple Watch (ab Series 5)
     (c) Spot Gen3 (entfällt, siehe Nachtrag vom November 2023)
     (d) ...
 
(a) Apple iPhone (ab iPhone 8)

Achtung: Die Notruf-Funktion auf einem Apple-Handy funktioniert nur, wenn Verbindung zu einem Mobilfunknetz besteht. 
 
Apple hat mit der Funktion „Notruf SOS“ eine Lösung für den Notfall geschaffen. „Notruf SOS“ kann automatisch einen Notruf an Rettungskräfte und vorher eingestellte Notfall-Kontakte senden – inklusive aktuellem Standort. Das ist besonders dann praktisch, wenn man sich tatsächlich mal in einer Notsituation befinden sollte und schnelle Hilfe benötigt.

Wie aktiviere ich „Notruf SOS“ auf meinem iPhone?

Um die Funktion zu aktivieren, einfach die Einstellungen öffnen und dort auf den Menüpunkt „Notruf SOS“ klicken.
 
Bild 1: Einstellungen > Notruf SOS

Hier müssen nun die 4 Optionen richtig eingestellt werden, die ich im Folgenden jeweils kurz erkläre:

     (1) Durch Halten anrufen
     (2) Durch 5-mal Drücken anrufen
     (3) Notfallkontakte
     (4) Countdown-Ton

(1) Durch Halten anrufen

Normalerweise aktiviert der Benutzer den Notruf, indem er lange auf den Power-Button und einen der Lautstärkeregler gleichzeit drückt.
 
Bild 2: Durch Halten anrufen

Es öffnet sich dann zunächst das normale „Ausschalten“-Menü des iPhones – nur hier mit den zusätzlichen Punkten
Notfallpass und „Notruf SOS“.
 
Bild 3: Notruf-Bildschirm

Haltet hier weiterhin die beiden Buttons gedrückt, dann wird ein fünfstufiger Countdown ausgelöst (beide Buttons trotzdem weiter gedrückt halten!), der dann nach wenigen Sekunden im Notruf endet. Der Benutzer kann natürlich auch einfach den Schieberegler „Notruf SOS“ nach rechts schieben, um den Countdown zu überspringen.

(2) Durch 5-mal Drücken anrufen

In einer Notsituation allerdings kann es sein, dass man keine Möglichkeit hat, auf das Display zu schauen und den Regler zu benutzen oder ein paar Sekunden zu warten. Genau dafür ist die Option „Durch 5-mal Drücken anrufen“.
 
Bild 4: Durch 5-mal Drücken anrufen

Mit dieser Option wird ein Notruf abgesendet, wenn der Benutzer fünfmal schnell hintereinander auf den Power-Button drückt. Hier wird sofort ein 8-sekündiger Countdown ausgelöst und danach sofort angerufen.

Keine Sorge: Sollte der Benutzer hier mal aus Versehen den Power-Button fünfmal drücken, könnte er den Anruf in den drei Sekunden jederzeit abbrechen. Dazu einfach den Anruf beenden und dann nochmal mit „Anruf stoppen“ bestätigen.

Hinweis: Diese Option ist nur für Nutzer von iPhone 8 oder neuer. Bei Nutzern von iPhone 7 oder älter wird diese Option nicht angezeigt.

(3) Notfallkontakte

Mit dieser Option (3) im Bild 4 legt der Benutzer fest, wer nach dem Notruf an einen Rettungsdienst ebenfalls automatisch per Nachricht benachrichtigt werden soll. Das können Freunde, Familie oder Bekannte sein. Die Kontakte können über die „Health“-App festgelegt werden, die ebenfalls auf dem iPhone installiert ist. Öffnet diese und klickt unten im Menü auf den rechten Punkt „Notfallpass“. Hier können Infos, wie

    -Name
    -Erkrankungen & Befunde
    -Medizinische Aufzeichnungen
    -Allergien & Unverträglichkeiten
    -Medikation
    -Blutgruppe
    -Organspender
    -Gewicht
    -Größe
    -Notfallkontakte

angeben werden. Dieser Notfallpass dient Rettungskräften dazu, schnell die wichtigsten Informationen über den Anrufer herauszufinden, wenn er nicht mehr ansprechbar sein sollte. Dazu können sie ebenfalls die oben genannten Tastenkombinationen verwenden und schnell den Notfallpass auswählen.

Die hier angegebenen Kontakte werden dann bei einer „Notruf SOS“-Auslösung von eurem Handy automatisch informiert mit eurem Standort und regelmäßigen Updates, falls sich dieser ändern sollte.

Wichtig: Redet mit den Kontakten darüber und bereitet sie auf eine solche Nachricht vor. Nur so können sie direkt reagieren und wissen gleich Bescheid!

(4) Countdown-Ton
 
Mit dieser Option (4) im Bild 4 wird der Countdown, der durch Auslösen der „Notruf SOS“-Funtion aktiviert wird, entweder sehr laut abgespielt oder lautlos. Auf der einen Seite kann es sinnvoll sein, ihn laut abzuspielen – zur Abschreckung oder auch um ein versehentliches Auslösen schnell mitzubekommen.

Auf der anderen Seite kann es auch hinderlich sein, weil man den Notruf – zum Beispiel bei einem Überfall – ja eher verdeckt informieren möchte.
 
(b) Apple Watch (ab Series 5)
 
Achtung: Die Notruf-Funktion auf einer Apple Watch funktioniert nur, wenn das iPhone in der Nähe ist und eine Verbindung zu einem Mobilfunknetz besteht. 
 
Noch einfacher und schneller geht es mit einer Apple Watch. Hierfür muss das iPhone in der Nähe sein, aber der Notruf kann auch direkt vom Handgelenk aus abgesendet werden. Hierfür einfach die Seitentaste lange gedrückt halten – die folgenden Schritte sind die gleichen wie beim iPhone.
 
Bild 5: Apple Watch Notruf SOS mit Seitentaste
 
Übrigens ist diese Funktion auch dann sinnvoll, wenn man sich mal den Fuß verknackst oder anderweitig verletzt und sich nicht mehr aus eigenen Stücken helfen kann. Wichtig ist aber, dass das iPhone eingeschaltet ist.
 
Wenn die Sturzerkennung aktiviert ist und man sich für etwa eine Minute nicht bewegen kann, nachdem die Apple Watch einen Sturz festgestellt hat, wird automatisch versucht, einen Notruf an den Rettungsdienst abzusetzen.
 
==> Hier geht es demnächst weiter ... 
 
Nachtrag (November 2023): Das Gerät (c) Spot Gen3 ist nicht mehr in Benutzung, weil sich herausgestellt hat, dass nicht alle Informationen korrekt übertragen werden. In einem Notfall kann das tödliche Folgen haben.

Aktuell bin ich also ohne SOS-Gerät unterwegs. 
 
Mein Handy, was inzwischen ein iPhone SE 2022 ist, funktioniert nur als Notruf-Sender, wenn eine Verbindung zum Mobilfunknetz besteht. 
 
Apple arbeitet an einer Lösung, die es Apple-Handys bei einer fehlenden Verbindung zum Mobilfunknetz erlaubt, einen Notruf über einen Satelliten abzusetzen. Vorerst funktioniert das nur in den USA ab einem Apple iPhone 14.   
 
D3) November 2022: Werkzeuge - Was benutze ich auf meinen Wandertouren?

Aus Gewichtsgründen gibt es da nicht viel.

Bild 1: Werkzeuge für unterwegs

Auf dem Bild 1 sind meine "kleinen" Werkzeuge zu sehen:

     (1) Messer (Opinel Nr. 6)
     (2) Feuerzeug
     (3) Victorinox SwissCard Lite ==> Seit März 2025
     (4) Zeckenzange
     (5) Nagelfeile
     (6) Nagelschere
 
Eigentlich sind nur das (1) Messer, das (2) Feuerzeug und die (3) Victorinox SwissCard Lite "kleine" Werkzeuge. Unterwegs koche ich nicht, also bräuchte ich kein Feuerzeug. Aber trotzdem ist ein Feuerzeug immer in meinem Rucksack.

Die (4) Zeckenzange, die (5) Nagelfeile und die (6) Nagelschere sind eher medizinische/hygienische Hilfsmittel. Trotzdem kann man diese drei Dinge zu allen möglichen Tätigkeiten "missbrauchen". Das konnte ich auf meinen Wandertouren schon oft feststellen. Die Zeckenzange ist zB auch eine sehr gute Pinzette. Und die Nagelschere ist universell einsetzbar.

Wenn ich aus irgendwelchen Gründen größere bzw. bestimmte Werkzeuge brauchen sollte, würde ich mir diese Werkzeuge bei Einwohnern einer Ortschaft besorgen. Das musste ich schon gelegentlich tun, wenn ich größere Reparaturen durchführen wollte.
 
Nachtrag (März 2025): Die (3) Swisscard ist dem Drang nach weniger Gewicht zum Opfer gefallen. 
 
D4) Dezember 2023: Solarpanel - Reicht das als Stromversorgung für unterwegs? 
 
Schon seit einigen Jahren ist ein Solarpanel unterwegs für meine Stromversorgung zuständig. Am Anfang war es das Solarpanel Leaf+ (214 g) von SunnyBag in Kombination mit einer Powerbank NB10000 (150 g) von Nitecore. Das Gesamtgewicht betrug 364 g. Das ist schon ein ordentliches Gewicht, wenn bedacht wird, dass MYOG-Solarpanel schon weit unter 200 g wiegen. Aber weil dieses Solarpanel sehr zuverlässig war, gab es keine Veranlassung für einen Wechsel (Never change a working system).

Aber insgeheim störte mich das Gesamtgewicht des Systems doch etwas. Ich suchte nach einem leichteren Solarpanel, wo ich einige Gramm an Gewicht einsparen konnte, das aber trotzdem zuverlässig funktionieren würde. Bei Recherchen im Internet bin ich auf das Solarpanel von Lixada gestoßen.

Im Menüpunkt MYOG, Projekt C23 (Solarpanel - Eine etwas leichtere Variante) vom September 2022, beschrieb ich die Modifizierung des Solarpanels. Das so modifizierte Solapanel wog jetzt 140 g. Mit der Powerbank NB10000 von Nitecore betrug das Gesamtgewicht nur noch 290 g. Das ist noch nicht unter 200 g, aber immerhin ein kleiner Schritt in diese Richtung.
 
Bild 1: Modifiziertes Solarpanel von Lixada

Bei einem Solarpanel steht bei mir die Zuverlässigkeit ganz oben, dann kommt erst das Gewicht. Das Lixada-Solarpanel musste also im Feldtest beweisen, dass es meinen Ansprüchen genügt.

Wie verwende ich das Solarpanel auf meinen Wandertouren?

Bei der Anreise ist das Solarpanel im Rucksack verstaut. Nach der Ankunft wird der Rucksack vom Reise- in den Wandermodus umgepackt. Bestimmte Ausrüstungsgegenstände (zB die Regensachen und das Solarpanel) werden nach außen verlagert.

Dann schaue ich mir die ganz grobe Laufrichtung der aktuellen Tagesetappe an. Anhand dieser Laufrichtung wird entschieden, wo das Solarpanel am Rucksack befestigt wird. Äußerst hilfreich sind dabei die vier Cordlock Hooks mit elastischer Kordelschnur an den Ecken des Solarpanels. Damit kann ich das Solarpanel in jeder erdenklichen Lage am Rucksack sicher befestigen. Meistens ist es aber oben auf dem Rucksack positioniert. Bei Pausen achte ich darauf, dass das Solarpanel am Rucksack zur Sonne ausgerichtet ist, wenn diese scheinen sollte.

Zur Absicherung habe ich noch eine zweite Powerbank NB10000 im Rucksack. Das ist redundante Ausrüstung, aber mein Smartphone (iPhone SE 2022) ist für meine Wandertouren zu wichtig, als das ich mir einen Ausfall durch eine leere oder defekte Powerbank leisten könnte. Mit dem Smartphone mache ich all das, was vor Jahren noch drei separate Geräte (Navi von Garmin, Smartphone von Apple und Kompaktkamera von Panasonic) erledigten.

Die beiden Powerbanks werden auch immer geladen, wenn es durch Zufall eine Lade-Möglichkeit gibt. Solche Zufälle sind meistens Bäcker-Geschäfte und Supermärkte, wo ich wegen einem Kaffee oder einem Einkauf einen Zwischenstop einlege. Es ist mir seit der Nutzung eines Solarpanels noch nie passiert, dass ich wegen einer leeren oder defekten Powerbank den Trail verlassen musste.

Auch das "leichtere" Solarpanel hat mich noch nie in Stich gelassen, egal wie die Wetterbedingungen waren.

Mir ist klar, dass ich noch etwas Gewicht einsparen könnte, wenn ich statt einer 10000er Powerbank eine 5000er Powerbank an das Solarpanel hängen würde. Ich habe auch nicht ausgemessen bzw. ausprobiert, wie oft ich mein Smartphone mit der Powerbank NB10000 von Nitecore aufladen kann. Mindestens dreimal kann ich das machen. Wenn es wettermäßig (nur Regen) und streckenmäßig (keine Lademöglichkeit) ganz schlimm kommt, kann ich mich bei sparsamster Nutzung des Smartphones mit den beiden Powerbanks ca. 6 bis 7 Tage "über Wasser halten". Diese Aussage reicht mir. Bisher konnte ich nach einer Tagesetappe mein Smartphone immer bis zu 100% aufladen. Mehr muss das Solarpanel mit der angeschlossenen Powerbank nicht leisten.

Auf meiner letzten Wandertour im Oktober 2023 auf dem Altmühltal-Panoramaweg ist mir erstmalig die Powerbank hinter dem Solarpanel kaputtgegangen. Der USB-C-Stecker an der Powerbank hat sich plötzlich verabschiedet, so dass das Kabel vom Solarpanel nicht mehr angesteckt werden konnte. Zum Glück hatte ich eine Ersatz-Powerbank im Rucksack (Murphys Gesetz lässt grüßen).

D5) April 2026: Garmin Satelliten-Kommunikationsgerät inReach Mini2 und Datentarif von Protegear
 
Hinweis: Dieser Beitrag steht unter der speziellen Fortbewegungsart Wandern. Er gilt aber ebenso für das Bikepacking und das Skitouring
 
Seit Frühjahr 2025 besitze ich ein Garmin Satelliten-Kommunikationsgerät inReach mini2.
 
Bild 1: Garmin inReach mini2

Das aktuelle Modell ist das Garmin inReach mini3 Plus.

Jahrelang benutzte ich auf Touren für die Kommunikation mit ausgewählten Personen (zB Familienangehörige, Freunde usw) mein Smartphone (iPhone SE 2022). Das funktionierte "meistens" problemlos. Aber gelegentlich gab es Situationen, wo kein Empfang vorhanden war. In Notfällen hätte das zu einem Problem werden können. Glücklicherweise blieb ich vor solchen Notfällen auf meinen Touren bisher verschont.

Deshalb entschloss ich mich zum Kauf eines Satelliten-Kommunikationsgerätes.

Nach ausgiebiger Recherche im Internet legte ich mir das Garmin inReach mini2 zu.

Wie will ich das Gerät nutzen?

Im Normalfall will ich das Gerät für ok-Nachrichten nutzen. Diese ok-Nachrichten beinhalten eine kurze Textnachricht mit einer Positionsangabe. Die Position können sich die Personen im Internet auf einer Karte anzeigen lassen. So wissen die Personen immer, wie es mir geht und wo ich gerade bin. 

Im Notfall kann ich mit dem Gerät über Satellit eine SOS-Nachricht an eine globale Notfallstelle in den USA senden. Die SOS-Nachricht beinhaltet auch eine Positionsangabe. Die Notfallstelle benachrichtigt dann die örtlichen Rettungskräfte, die in der Nähe der gesendeten Position liegen und die dann weitere Maßnahmen (Bergung usw) einleiten.

Für den Betrieb des Gerätes wird ein Datentarif benötigt. Garmin bietet auch Datentarife an, aber die sind teurer als die von den Mitbewerbern, wie zB protegear
 
Bild 2: Tarife von protegear

Ich entschied mich für den einfachsten Datentarif "SAFETY" von protegear.

In den nachfolgenden Ausführungen beschreibe ich, wie in der Protegear Web Console (PWC) ok-Nachrichten konfiguriert werden, die dann mit CheckIn-Nachrichten über das Garmin inReach mini2 gesendet werden können. Der Empfänger der ok-Nachricht kann die Nachricht lesen und sich auch die Position auf einer Landkarte ansehen. 

Voraussetzungen dafür sind, dass

     (1) das Gerät bei Garmin registriert und eingeschaltet ist und
     (2) ein Datentarif bei protegear gebucht wurde.
 
Bild 3: Ereignisbehandlung

Mit der Ereignisbehandlung in der linken Seitenleiste der PWC und dem Plus-Button rechts unten in Bild 3 werden nacheinander zwei neue Ereignisse 

     (1) SMS-Nachricht und
     (2) Telegram-Nachricht
 
angelegt. 

zu (1) SMS-Nachricht

Die Eingabefelder werden jetzt ausgefüllt, wie sie im Bild 4 zu sehen sind.
 
Bild 4: SMS-Nachricht

Beschreibung der Eingabedaten:

     (1)   Name: freier Text
     (2)   Beschreibung: freier Text
     (3)   Handler aktivieren: Hier kann die Nachrichtenart aktiviert oder deaktiviert werden
     (4)   Event-Codes: Klick auf Zeichenkette Event-Codes zeigt alle möglichen Event-Codes
     (5)   SMS: auswählen
     (6)   SMS-Nachricht: Inhalt der SMS-Nachricht (mögliche Variablen)
     (7)   Telefonnummern: erhalten die SMS (Tipp: zur Kontrolle sollte die eigene Tel.nummer in der Liste sein)
     (8)   IMEI: Welche IMEI, wenn es mehrere gibt, sollen die SMS-Nachricht erhalten
     (9)   Speichern: Änderungen speichern
     (10) Test: Versenden einer SMS-Testnachricht

zu (2) Telegram-Nachricht

Die Eingabefelder werden jetzt ausgefüllt, wie sie im Bild 5 zu sehen sind.
 
Bild 5: Telegram-Nachricht

Beschreibung der Eingabedaten:

     (1)   Name: freier Text
     (2)   Beschreibung: freier Text
     (3)   Handler aktivieren: Hier kann die Nachrichtenart aktiviert oder deaktiviert werden
     (4)   Event-Codes: Klick auf Zeichenkette Event-Codes zeigt alle möglichen Event-Codes
     (5)   Telegram: auswählen
     (6)   Telegram-Nachricht: Inhalt der Telegram-Nachricht (mögliche Variablen)
     (7)   Telegram Chat-ID: erhalten sie im Telegram-Chat (Tipp: Minuszeichen nicht vergessen😀)
     (8)   IMEI: Welche IMEI, wenn es mehrere gibt, sollen die Telegram-Nachricht erhalten
     (9)   Speichern: Änderungen speichern
     (10) Test: Versenden einer Telegram-Testnachricht

Jetzt sind die beiden zusätzlichen Ereignisse in der PWC definiert und auf Wunsch aktiviert. 

In beiden Nachrichtenarten kann in (6) "Variablen" (siehe Link) der Inhalt der Nachrichten beeinflusst werden.

Die (4) "Event-Codes" spielen eine wichtige Rolle in den beiden Nachrichtenarten. 

Über die Internetseite
 
     Garmin Explore

gelangen sie zur Anmeldung in ihrem Garmin (Explore)-Konto.
 
Bild 6: Geräteregistrierung

Unter dem Menüpunkt Geräte sollte ihr Garmin inReach mini2 registriert sein.
 
Bild 7: Nachrichtenvorlagen

Unter dem Menüpunkt Nachrichten sehen sie auf dem Bild 7 drei Nachrichtenvorlagen. Diese Nachrichtenvorlagen habe ich bei mir ganz individuell nach drei Eskalationsstufen eingerichtet.

     Nachricht 1: Alles ok! 

Das ist die Standardnachricht, wenn ich nur meine Position mitteilen will und alles ok ist.

     Nachricht 2: Brauche technische Hilfe. Melde mich noch ausführlich!

Das ist eine Nachricht, wenn ich technische Probleme haben sollte. Ein Beispiel wäre, wenn mein Zelt so kaputt ist, dass ich es nicht mehr reparieren und verwenden kann und ich die Tour abbrechen müsste.

     Nachricht 3: Habe mich verletzt und brauche Hilfe!

Diese Nachricht würde ich verschicken, wenn ich verletzt bin und KEIN! Rettungsdienst informiert werden muss. Das ist also die Stufe vor dem SOS-Notruf, wo ein Rettungsdienst kommen würde.

Die Nachrichten 2 und 3 habe ich übrigens noch nie verwendet.

Zum Abschluss müssen die Änderungen in Garmin Explore noch mit dem Garmin inReach mini2 synchronisiert werden.

Jetzt kommt der Zusammenhang zwischen den drei individuell eingerichteten Nachrichtenvorlagen von Garmin Explore und den (4) "Event-Codes" in den zwei neuen Ereignissen im der PWC: 

     PRESET1 <== Nachricht 1 ==> Variable .Event.Text = "Alles ok!" aus Nachricht 1
     PRESET2 <== Nachricht 2 ==> Variable .Event.Text = "Brauche technische Hilfe. Melde mich noch ausführlich!" aus Nachricht 2
     PRESET3 <== Nachricht 3 ==> Variable .Event.Text = "Habe mich verletzt und brauche Hilfe!" aus Nachricht 3
 
Bild 8a: CheckIn-Nachrichten absenden

Bild 8b: CheckIn-Nachricht 1

Bild 8c: CheckIn-Nachricht 2 und 3

Durch das Absenden der in Garmin Explore vordefinierten Nachrichtenvorlagen als CheckIn-Nachrichten auf dem Garmin inReach mini2 (siehe Bild 8a-8c) werden die entsprechenden Ereignisse in der PWC angestoßen und mit den übermittelteten Event-Daten (zB Variable .Event.Text, .Event.Position.Latitude usw) gefüllt. Der Empfänger sieht die Informationen (Text und Position) und kann entsprechend reagieren.

Das beschriebene Verfahren (eine SMS-Nachricht als Ereignis in der PWC definieren, vordefinierte CheckIn-Nachrichten vom Garmin inReach mini2 versenden) reicht für eine SMS-Nachricht beim Empfänger aus. 
 
Für eine Telegram-Nachricht muss noch etwas in der Telegram-App getan werden.
 
Bild 9: Gruppe in Telegram einrichten

Zunächst muss eine Gruppe in Telegram eingerichtet werden.

Dann wird der User @ProtegearBot in die Gruppe aufgenommen. In der Gruppe wird

     /chatid

eingegeben. 
 
Der Bot gibt eine ChatID zurück. Diese ChatID muss in der PWC im Ereignis Telegram-Nachricht in (7) "Telegram ChatID" eingetragen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Minuszeichen ebenfalls eingetragen werden muss, wenn es vorhanden ist.
 
Bild 10: User ProtegearBot und Test-Nachricht

Mit (10) "Versenden einer Telegram-Testnachricht" wird die Position auf einer Karte als Test-Nachricht versendet. Der Link in der Nachricht verzweigt auf eine Karte (mapy.com) und zeigt die aktuelle Position des Senders an.

Je nach Vorliebe kann nun noch die SMS-Nachricht oder die Telegram-Nachricht in der Ereignisbehandlung in der PWC aktiviert werden. Das verhindert, dass doppelte Nachrichten als SMS- und Telegram-Nachricht versendet werden. 
 
Die Kartendarstellung ist nur in der Telegram-Nachricht erreichbar.
 
Auf Touren habe ich die beiden Nachrichtenarten ausgiebig getestet. Dabei stellte ich fest, dass es ausreicht einmal am Tag eine ok-Nachricht zu versenden. Oft tat ich das am Abend.
 
Wichtig ist, dass das Garmin inReach mini2 nach dem Einschalten Satellitenempfang hat. Das dauert einen Augenblick. Manchmal war ich zu ungeduldig und schickte die ok-Nachricht zu zeitig los. Das führte zu dem Effekt, dass eine 0-Position (Äquator, Grennwich) mitten auf dem Atlantik angezeigt wurde.
 
Also: Geduld, Geduld, Geduld ...😀

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