Seit Juni 2011 ist der Naturpark Hainich Teil der
UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ und hat damit
globale Bedeutung erlangt. Im Hainich stehen die Rotbuchen im
Mittelpunkt, die nach der Eiszeit große Teile Mitteleuropas eroberten, was
einen weltweit einmaligen Prozess darstellt.
Der Hainich
ist kein gänzlich unbekanntes Gebiet für mich. Auf der Wandertour
Ostdeutsche Mittelgebirgstour, die sich aus drei Teilstücken zusammensetzt, dem Kammweg im
Erzgebirge, dem Rennsteig im Thüringer Wald und einem freigeplanten
Teilstück von Hörschel (bei Eisenach) nach meinem Heimatort
Schochwitz, bin ich westlich (Kammerforst) dicht am Hainich
vorbeigelaufen. Mir war damals nicht bewusst, welches Landschaftsjuwel der
Hainich ist. Vielleicht hätte ich dann das dritte Teilstück der Wandertour
in diesem Bereich etwas anders geplant.
In einem Wander-Forum hat
ein User zu einer Tageswanderung durch den Hainich eingeladen. Weil
der Hainich nicht weit von meinem Heimatort entfernt liegt, habe ich
kurzentschlossen meine Teilnahme zugesagt.
Insgesamt haben sich zwölf Wanderfreunde gefunden.
An einem
Freitag Ende September 2025 reisten wir an. Einige mit dem Auto, andere
mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Organisator des Wochenendes hat allen
Wanderfreunden die Koordinaten des Treffpunktes mitgeteilt. Die Autos mussten
am Rande des Hainichs auf einem Parkplatz abgestellt werden. Im Hainich gilt
absolutes Autoverbot.
Der Weg zum Übernachtungsplatz war nicht
leicht zu finden, auch weil einige Wanderfreunde spät am Abend in der
Dunkelheit am vereinbarten Treffpunkt eintrafen.
Zwei Wanderfreunde nutzten die Zeltwiese für die Übernachtung.
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| Bild 2: Übernachtungsplattform 1 |
Die meisten Wanderfreunde wollten in Hängematten übernachten. Dafür verwendeten sie die Plattform in Bild 2 und „geeignete“ Bäume, die neben der Zeltwiese im Wald zahlreich😆 zu finden waren.
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| Bild 3: Übernachtungsplattform 2 |
Von den Hängematten-Schläfern werden Wanderfreunde, die in Zelten oder Tarps übernachten, gerne als „Bodenbrüter“ bezeichnet. Meine Übernachtungsstelle war die Plattform in Bild 3. Davon gab es mehrere. Dort war ich vollkommen allein und konnte ungestört schlafen. Wegen der Plattform musste ich mein Tarp nicht aufbauen. Solche Übernachtungsplätze, wenn ich sie auf meinen Wandertouren finden kann, nutze ich sehr gerne.
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| Bild 4: Platz für ein Lagerfeuer |
Den ersten Abend verbrachten wir mit Fachsimpeln und einem Kasten Bier, den ich spendierte, an einem Lagerfeuer.
Für die Tageswanderung am Samstag durch den Urwald des Nationalparks hatten wir einen Nationalpark-Ranger gebucht. Das sollte uns eine interessante Wegführung garantieren.
Der Ranger beabsichtigte uns durch die Kernzone des Urwalds zu führen.
Der Nationalpark war zu DDR-Zeiten ein Truppenübungsplatz für die Volksarmee und die Russen.
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| Bild 5: Freiflächen für Schießübungen |
Davon zeugten einigen Freiflächen, die wir vorsichtig (alte unentdeckte und noch scharfe Munition😆) auf schmalen Pfaden durchquerten.
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| Bild 6: Überbleibsel einer Schießübung |
Der Urwald kann auf Wanderwegen jederzeit durchquert werden. Normale Wanderer dürfen die Wanderwege nicht verlassen. Mit einem erfahrenen Ranger ist die Durchquerung des Urwalds auch abseits der Wanderwege möglich.
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| Bild 7: Kernzone des Urwalds 1 |
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| Bild 8: Kernzone des Urwalds 2 |
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| Bild 9: Kernzone des Urwalds 3 |
Der Ranger erzählte uns gerade auf dem „Cross Country“-Abschnitt durch den Urwald viel über die Pflanzen- und Tierwelt der Kernzone. Das war hochinteressant.
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Bild 10: Hainichbaude am Cralauer Kreuz |
Unsere Mittagspause verbrachten wir in der Hainichbaude. Der Betreiber der Baude war viele Jahre in der Alpenregion als Gastwirt tätig. Das äußere Erscheinungsbild und die Inneneinrichtung der Baude kann diese Tatsache nicht verleugnen. Die Bedienung war umtriebig und das Essen schmeckte hervorragend.
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| Bild 11: Klimaturm |
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum Klimaturm. Auf diesem Klimaturm sind viele Messgeräte installiert, die alle möglichen Klimadaten in der Kernzone des Urwalds erfassen.
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| Bild 12: Umweltbildungsstation |
Zum Abschluss besuchten wir noch kurz die Umweltbildungsstation (UBIS). Diese Einrichtung steht an ausgewählten Tagen oder nach Vereinbarung für Umweltbildungszwecke zur Verfügung.
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| Bild 13: Kesselgulasch am Lagerfeuer |
Den „leckeren“ Abschluss dieser sehr schönen und informativen
Tageswanderung bildete am Abend ein Kesselgulasch auf dem Lagerfeuer,
den der Ranger vorbereitet hatte.
Zu dieser Tageswanderung
gibt es keine
POI-Liste
und keinen
Track, die heruntergeladen werden können. Der Grund dafür ist, dass die
Tageswanderung Cross Country-Abschnitte (Querfeldein-Abschnitte) enthält,
die nur mit einem Ranger begangen werden können.
Zu der
Tageswanderung gibt es noch mehr
Bilder.
WT014_DE_Durch_den_Urwald_im_Nationalpark_Hainich_Bilder
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