Hier beantworte ich Fragen und behandle Themen, die ich keinem anderen Punkt zuordnen möchte.
Zu vielen Fragen/Themen gibt es zeitlich terminierte Nachträge,
die die behandelten Fragen/Themen präzisieren oder evtl. sogar
korrigieren. Im Inhaltsverzeichnis werden Beiträge, zu denen es Nachträge gibt, hinter dem Datum zusätzlich mit einem (N) gekennzeichnet. Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Anzahl der Nachträge an.
Hinweis: Offene Fragen/Themen, wo meine Antworten noch ausstehen bzw. die gerade "in Arbeit" sind,
werden im nachfolgenden Inhaltsverzeichnis in
dunkelroter Schrift
dargestellt.
F) Wandern - Sonstige Fragen/Themen "Rund ums Wandern"
1) Februar 2021 (N2): ThruHike - Wann ist ein
ThruHike für mich ein "echter" ThruHike?
2) März 2021 (N4): Trinkwasser - Wie/Wo
erhalte ich sauberes Trinkwasser?
3) September 2021: Wetter - Welche Rolle
spielt das Wetter bei meinen Wandertouren?
4) November 2021: Schlafplatz - Wie
richte ich auf einer Wandertour meinen
Schlafplatz ein?
5) Dezember 2021 (N1): Kochen - Warum
koche ich nicht auf meinen Wandertouren?
6) Dezember 2021 (N2):
Kälteverträglichkeit - Wie kann ich mich besser gegen
die Kälte rüsten?
7) Dezember 2021: Ruhetage - Brauche
ich Ruhetage auf meinen Wandertouren?
8) Dezember 2021: Essen/Trinken -
Was esse und trinke ich auf meinen
Wandertouren?
9) Dezember 2021: MailDrop - Wie
stehe ich zu MailDrop bei
Langstreckenwanderungen?
10) Februar 2022 (N1):
Jakobswege -
Tipps/Ratschläge
für die spanischen/portugiesischen Jakobswege
11) Februar 2022:
Gruppendynamik
- Was steckt hinter diesem
Begriff?
12) Februar 2022: Wanderzeitraum - Wann
ist der beste Zeitraum für
Langstreckenwanderungen?
13) Juni 2022: Wildcamping/Biwak -
Was ist der Unterschied und was ist
erlaubt/verboten?
14) August 2022: Rechts oder
Links -
Wo gehe ich auf Straßen, Rad- und
Wanderwegen?
15) Januar 2023: Flugreisen - Was mache ich mit meinem Gepäck?
16) April 2023: Wanderer und freilaufende Hunde - Eine unendliche Geschichte...
17) November 2023 (N1): Hygiene auf Wandertouren - Was benutzen "Zahnbürstenabsäger"?
18) November 2023 (N1): Wie dokumentiere ich meine Wandertouren?
19) November 2023 (N2): Kochen - Warum koche ich wieder auf meinen Wandertouren?
20) August 2024: Was ist Cowboy-Camping?
21) Oktober 2024: Trail-Waschmaschine - Wie funktioniert das "Gerät"?
22) November 2024: Wie kann ich Nahrungsmittel tiersicher aufbewahren?
F1) Februar 2021: ThruHike - Wann ist ein
ThruHike für mich ein
"echter" ThruHike
Wie oben beschrieben, ist für mich ein ThruHike ein "echter" ThruHike, wenn
Mal sehen, wie sich der Wasserfilter in der Praxis bewährt.
Auf den Jakobswegen in Spanien bin ich erstmalig mit den Zeiträumen Februar bis März und Oktober bis November in Kontakt gekommen. Niedrige Temperaturen, teilweise um den Gefrierpunkt, und tagelanger Regen waren meine Dauerbegleiter. Ich stellte überrascht fest, dass das mit der richtigen Kleidung eigentlich kein Problem ist.
Auch Schutzhütten und Unterstände, wenn sie von den Tageskilometern passen, nehme ich gern als einen willkommenen Schlafplatz an. Dort muss ich mein Zelt/Tarp nicht aufbauen und kann trocken übernachten.
Auch an Wanderwegen, wo es eine Sitzgelegenheit gibt, finde ich oft einen geeigneten Schlafplatz.
Selbst vor Beobachtungstürmen (Wild oder Natur) schrecke ich mittlerweile nicht mehr zurück.
Auch Obstplantagen, ob gepflegt oder nicht gepflegt, sind Schlafplätze, die von mir ausgewählt werden.
Alle in den Bildern gezeigten Schlafplätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht besonders sichtgeschützt sind. Bei unzähligen Gesprächen mit Menschen (Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Landwirte, Jäger usw) konnte ich feststellen, dass die Wahl meines exponierten Schlafplatzes niemanden stört. Wenn ich meinen Gesprächspartnern in freundlichen Worten erklärte, welche Wandertour ich gerade bestreite, wandelte sich die anfängliche Reserviertheit und Skepsis schnell in Bewunderung um. So ergaben sich in den letzten Jahren unzählige interessante Gespräche mit Menschen, die meinen Schlafplatz sahen.
Diesen Wassertank will ich im MYOG-Projekt C26 (Wassertank für das Winterbaden/Eisbaden modifizieren) so umbauen, dass ich dort winterbaden/eisbaden kann.
Ganz selten kommt es vor (zB in Ortschaften), dass man ins Grübeln verfällt, wo denn der weitere Weg verläuft. Dann ist es schön, wenn eine gute Navigations-App den Weg zeigen kann.
Das Solar-Panel ist von der Firma SunnyBAG (Leaf+, das Bild zeigt das Vorgänger-Modell des Links). Auf der Rückseite des Solar-Panels befestigte ich mit stabilen Klettverschlüssen eine Powerbank von Nitecore (NB10000). Dieses Setup benutze ich schon seit 2 Jahren ohne jegliche Probleme. Es lädt mein Handy zuverlässig auf allen Wandertouren, egal ob im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Durch das Solar-Panel bin ich vollkommen unabhängig von jeder Steckdose.
Aber nicht nur die Wanderschuhe sind wichtig. Erst die Kombination der ALTRA-Trailrunner mit den Socken (siehe Thema-B6 in diesem Menüpunkt) von Darn Tough und den schreiend bunten Gamaschen von Dirty Girl Gaiters machen das "Fuß-Setup" (siehe Projekt-C2 im Menüpunkt MYOG) perfekt. Die Socken von Darn Tough sind aus Merino und trotzdem unverwüstlich und relativ geruchsunempfindlich. Die Gamaschen von Dirty Girl Gaiters verhindern, dass auf den endlosen Schotterpisten in Spanien kleine Steine in die Schuhe gelangen und dort unbemerkt ihr Zerstörungswerk (gerötete Stellen, der Anfang einer jeden Blase) beginnen können.
Das ist meine Notunterkunft. Aber mit einem Tarp alleine ist es nicht getan. Für eine Übernachtung im Tarp wird noch mehr benötigt,
Ein Schlafsack/Quilt ist nicht nur im Tarp erforderlich, sondern auch für so manche Herberge.
In den Herbergen gibt es noch ein weiteres Problem, was mich umtreibt. Das ist die Hygiene und Sauberkeit in den Herbergen.
Das Bild 12 zeigt in einem Größenvergleich von rechts beginnend
Den Wanderern auf spanischen Jakobswegen bieten sich verschiedene
Möglichkeiten für Übernachtungen:
(1) Pilgerherbergen
(2) Hostals und Hotels
(3) private Zimmer
(4) Zelt oder Tarp
(5) Cowboy-Camping (Biwack)
(1) Pilgerherbergen sind die wichtigsten Übernachtungsmöglichkeiten. Die bekanntesten spanischen Jakobswege sind alle mit Übernachtungen in Pilgerherbergen realisierbar. Für jede Streckenlänge ist da etwas zu finden.
Von den Pilgerherbergen bevorzuge ich zuallererst die öffentlichen Pilgerherbergen (Albergue Municipal). Diese Pilgerherbergen sind sehr preiswert und einfach eingerichtet. Es gibt Pilgerherbergen mit über 100 Schlafplätzen in einem Raum. Darauf sollte jeder Wanderer vorbereitet sein (Schlafsack, Inlet (oder Biwacksack) und Ohrenstöpsel).
In vielen Ortschaften gibt es dann noch private Pilgerherbergen. Die sind heiß begehrt, weil sie nur wenige Übernachtungsplätze bieten. Dort geht es in der Regel weniger hektisch zu. Teilweise ist die Einrichtung besser und manchmal gibt es sogar ein Frühstück/Abendessen. Das schlägt sich natürlich im Preis für eine Übernachtung nieder.
(2) Hostals und Hotels entlang der spanischen Jakobswege gibt es überall. Über Google sind die leicht zu finden. Auch diese Übernachtungsmöglichkeiten sind wegen der Einzel- und Doppelzimmer sehr begehrt, was natürlich seinen Preis hat.
(3) Private Zimmer sind in den einschlägigen Wanderführern selten gelistet. Aber sie gibt es durchaus. Ich machte von dieser Möglichkeit schon mehrmals Gebrauch. Die Spanier sind da bei der Suche nach privaten Zimmern sehr hilfsbereit. In den kleinen Ortschaften kennen sich die Bewohner untereinander und es ist bekannt, wer private Zimmer vermietet.
Wildcampen im (4) Zelt/Tarp ist in Spanien nicht erlaubt. Ich könnte mir aber vorstellen, wenn ein Gesetzeshüter einen Wildcamper erwischt, dass er dann bei einer entsprechenden Erklärung beide Augen zudrückt. Eine solche plausible Erklärung sollte sich ein Wanderer für den Ernstfall immer zurechtlegen.
(5) Cowboy-Camping (Biwack) ist sicherlich überall möglich. Abhängig ist das vom Wetter und dem gewählten Schlafplatz. Viele geschlossene Wälder, wo sich Wanderer zurückziehen könnten, gibt es in Spanien nicht. Geeignete Biwack-Plätze für Übernachtungen sind nicht leicht zu finden.
Auch auf Wandertouren ist die Hygiene dem UL-Gedanken unterworfen.
Ultraleicht-Wanderer werden ja von anderen Wanderern gerne spöttisch als "Zahnbürstenabsäger" bezeichnet. Das ist jetzt kein Spaß, sondern das ist tatsächlich so. Auch ich säge den Griff der Zahnbürste zur Hälfte ab, wenn ich nur eine "normale" Zahnbürste besitze. Mittlerweile gibt es aber "spezielle" Zahnbürsten, wo der Griff zusammensteckbar ist. Kann ich eine solche Zahnbürste erwerben, bleibt die eine Hälfte des Griffs zuhause.
Ich zähle einfach mal auf, was in meinem Hygiene-Beutel (MYOG-Beutel aus DCF-Resten) alles so drin ist:
(1) kurze Zahnbürste
(2) Zahnpasta (2 kleine Probierpackungen aus dem Drogeriemarkt)
(3) Duschgel (Sebamed, kleine Probierpackung aus dem Drogeriemarkt)
(4) Körperlotion (Sebamed, kleine Probierpackung aus dem Drogeriemarkt)
(5) Wegwerf-Nassrasierer mit einer Klinge
Alle Artikel sind sicherlich selbsterklärend.
Mein kleines Handtuch (30 cm x 100 cm) besteht aus einem synthetischen schnelltrocknenden Material, das im Außennetz des Rucksacks verstaut ist. Nach einem Gebrauch wird es zum Trocknen mit einer elastischen Kordelschnur und mit einem Kordelstopper außen am Rucksack befestigt.
In der Beintasche meiner Zipperhose stecken in einem kleinen flachen Plastik-Behälter einige Zahnstocker und Zahnseide-Sticks zur schnellen Zahnreinigung.
Vor einigen Jahren hatte ich noch einen kleinen Kamm in der Hosentasche. Den Kamm habe ich aus Gewichtsgründen wegrationalisiert. Vor jeder längeren Wandertour lasse ich mir die Haare ziemlich kurz schneiden (<= 10 mm?), so dass ich meinen Scheitel mit den Händen richten kann.
In Fragen/Themen D3 (Werkzeuge - Was benutze ich auf meinen Wandertouren?) erwähnte ich, dass zu den "kleinen" Werkzeugen auch eine Nagelschere und eine Nagelfeile gehört. Diese beiden "Werkzeuge" können sicherlich auch zu den hygienischen Artikeln gerechnet werden.
Das ist schon alles, mehr gibt es nicht und mehr benötige ich auch nicht.
Bevor ich meine ganz persönliche Sichtweise auf
diese Frage darlege, erkläre ich nochmal kurz, was ein
ThruHike ist.
Ein ThruHike ist das "Durchwandern" einer Wandertour an "einem Stück", d.h. zeitlich und streckenmäßig hintereinander weg, egal wie lang die Wandertour ist.
Das ist eine Erklärung des Begriffs in Kurzform.
Aber wie so oft, steckt der Teufel im Detail.
Am besten lässt sich diese Problematik am
Bild 1 (Handzeichnung) erklären.
Im Bild sind verschiedene Wegstrecken eingezeichnet. Die
komplizierte (und problematische) Wegstrecke ist
die Wegstrecke
5 (von B nach C).
Das kann zB ein Gebirgspass sein, der zugeschneit, und somit
aktuell nicht passierbar ist. Denkbar wäre auch ein
Waldbrandgebiet, das nicht betreten werden darf.
|
Bild 1: "echter" ThruHike vs Flip-Flop |
Wie oben beschrieben, ist für mich ein ThruHike ein "echter" ThruHike, wenn
Wegstrecke
1 (von A nach B),
Wegstrecke
5 (von B nach C),
Wegstrecke
3 (von C nach D) und
Wegstrecke
7 (von D nach E)
zeitlich und streckenmäßig hintereinander
abgelaufen werden. Dabei ist es egal, ob irgendwelche Pausen
an den
Punkten B, C und D
eingelegt werden. Denkbar wäre zB, dass im Punkt B der
Wegstrecke gewartet wird, bis der Gebirgspass (oder das
Waldbrandgebiet) wieder passierbar (oder betretbar ist). Auch
die Länge der erforderlichen Pausen spielt für meine Begriffe
für einen "echten" ThruHike eine untergeordnete Rolle.
Was ist nun ein Flip-Flop und was ist der Unterschied zum
"echten" ThruHike?
Ich selber habe noch nie einen Flip-Flop gemacht. Dafür waren
meine Langstreckenwanderungen (um die 1000 km) einfach zu
kurz. Flip-Flops werden oft aus Zeitnot durchgeführt. Viele
Langstreckenwanderer haben für die Bewältigung zB der drei
großen amerikanischen Trails nur ein eng begrenztes
Zeitfenster zur Verfügung. Dieses Zeitfenster wollen sie
optimal nutzen. Deshalb werden kritische Wegstrecken einfach
ausgelassen und später nachgeholt.
Wie sieht ein Flip-Flop für unser theoretisches Beispiel im
Bild 1 aus?
Ein Flip-Flop ist, wenn
Wegstrecke 1 (von A nach B) zu
Fuß,
Wegstrecke 2 (von B nach C) zB mit
dem Bus (weil der Gebirgspass nicht begehbar
ist),
Wegstrecke 3 (von C nach D) wieder
zu Fuß,
Wegstrecke
4 (von D nach B zurück) zB mit dem Zug,
Wegstrecke 5 (von B nach C) zu Fuß
(weil der Gebirgspass jetzt begehbar ist),
Wegstrecke 6 (von C nach D) zB mit
dem Bus (weil die Wegstrecke 3 schon begangen wurde) und
Wegstrecke 7 (von D nach E) zu
Fuß
zeitlich so abgelaufen werden, dass die kritische Wegstrecke
5 zu einem Zeitpunkt an der Reihe ist, wenn die Bedingungen
(über den Gebirgspass oder durch das Waldbrandgebiet) das
erlauben.
Wer sich die Abfolge der zu absolvierenden Wegstrecken
ansieht, wird feststellen, dass ein Flip-Flop ein einziges
Hin- und Hergespringe ist. Wird das auf langen Wandertouren
mehrmals gemacht, muss man schon den Überblick behalten,
welche Wegstrecken weggelassen worden und welche später noch
nachgeholt werden müssen.
Ein Langstreckenwanderer, der mehrmals per Flip-Flop
unterwegs ist, hat dann am Ende der Wandertour, falls er ein
Teilstück nicht vergisst, ebenfalls die gesamte Strecke einer
Wandertour zurückgelegt. Aber, wie oben ausgeführt, eben
zeitlich nicht hintereinander.
Als "echten" ThruHike würde ich noch anerkennen, wenn
statt des nicht begehbaren Gebirgspasses (oder des nicht
betretbaren Waldbrandgebietes) aus Zeitgründen ein Umweg für
die kritische Wegstrecke 5 gewählt werden würde. Im
Bild 1 wäre das die
Wegstrecke
5a (von B nach C) zu Fuß (aber nicht über
den Gebirgspass).
Für die ThruHikes auf den amerikanischen Trails werden ja
Listen geführt. Ich wäre da für eine Unterscheidung in
ThruHike und
ThruHike mit Flip-Flops.
Ähnlich gelagerte Diskussionen gibt es ja bei der
Besteigung von Bergen mit Höhen über 8000
Metern. Viele machen das mit Hilfe von Sauerstoff,
einige wenige ohne Sauerstoff. Der Extrembergsteiger Reinhold
Messner ist ein Vertreter der Fraktion, die bei der Besteigung
keinen Sauerstoff verwenden. Trotzdem wird Messner mit
Sauerstoffbenutzern in einer Liste geführt.
Meiner Meinung nach wird das den unterschiedlichen
sportlichen Leistungen, sowohl beim Wandern als auch beim
Bergsteigen, nicht gerecht.
Nachtrag (Februar 2023): Präzisierung der Antwort, wann ein ThruHike für mich ein "echter" ThruHike ist.
Jeder weiß, was ein ThruHike ist.
Für mich ist ein ThruHike nur ein "echter" ThruHike, wenn er
-ohne Flip-Flop (siehe Antwort vom Februar 2021) und
-ohne MailDrop
gegangen wurde, egal wie lang und schwer die Wanderstrecke war.
Ich will hier niemand zu nahe treten. Ca. 4500 km auf dem PCT (Pacific Crest Trail, USA) zu laufen ist eine grandiose Leistung vor der ich den Hut ziehe. Aber für mich ist das kein "echter" ThruHike, wenn er mit Flip-Flop und/oder MailDrop realisiert wurde.
Deshalb plädiere ich dafür unterschiedliche Listen zu führen. Ich weiß nicht, ob das so schon gemacht wird.
Eine ähnlich gelagerte Diskussion gibt es ja bei der Besteigung von Bergen über 8000 Meter. Viele machen das mit Hilfe von Sauerstoff. Ganz wenige Bergsteiger (zB Messner) verzichteten auf Sauerstoff. Für mich ist das ein gravierender Unterschied. Ob da im Bergsteiger-Bereich unterschiedliche Listen geführt werden, kann ich allerdings nicht beurteilen.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich bisher zweimal MailDrop ausprobierte. Einmal auf einem Jakobsweg (Camino de Levante, 2019). Ich ließ mir neue Wanderschuhe (Altra's) nach Spanien (an eine Adresse bei 900 km) schicken. Das hat wunderbar funktioniert. Diese Vorgehensweise hat mich aber im Nachhinein zum Nachdenken gebracht. Heute sehe ich das vollkommen anders. Bei mir hat da ein Umdenkprozess stattgefunden.
Seit dieser Zeit versuche ich meine Wandertouren (unabhängig von der Streckenlänge und der Schwere der Strecke) so zu realisieren, dass ich
-defekte/verschlissene Ausrüstung unterwegs ersetze und
-notwendige Nahrung vor Ort kaufe,
egal, wie weit ich vom Trail runter muss. Für diese teilweise großen Umwege will ich, wenn möglich, nicht Trampen und auch keine öffentlichen Verkehrsmittel verwenden.
Aus Berichten weiß ich, welcher US-Trail ohne MailDrop zu schaffen ist. Da wurde der AT (Appalachian Trail, USA) genannt. Wenn ich einmal in die Verlegenheit kommen sollte einen US-Trail zu gehen, wäre das deshalb der AT und nicht der PCT.
Das zuvor Gesagte bedeutet im Umkehrschluss, dass für extrem lange Wandertouren über mehrere Jahrezeiten und Klimazonen die dafür notwendige Ausrüstung von Anfang an im Rucksack vorhanden sein muss. Der Sommer-Quilt (Komforttemperatur ca. 10°C) muss dann zB auch im Frühjahr oder im Herbst für Temperaturen bis -5°C herhalten. Das erreicht man nur durch eine geschickte Kombination von verschiedenen Ausrüstungsgegenständen. Im Beispiel des Sommer-Quilts wäre das zB Wander-Kleidung, die als Schlaf-Kleidung verwendet wird.
Das bedeutet auch, dass ich (um beim Quilt-Beispiel zu bleiben) nicht 2 oder 3 Quilts (für jede Jahreszeit einen) benötige. Einer muss reichen. Ähnlich ist es mit anderen Ausrüstungsgegenständen.
Diese Devise, "Einer für Alles" (ein Ausrüstungsgegenstand für alle Jahreszeiten und/oder Klimazonen), verfolge ich schon seit Jahren. Mein Traumziel, mein Basisgewicht weit unter 4 kg zu drücken, werde ich deshalb wohl nicht erreichen. Eher wird es sich zwischen 4-6 kg (über den Daumen gepeilt und abhängig von der Jahreszeit/Klimazone) einpendeln.
Als "Vorausplaner" plante ich bisher vor allem die Tracks und die Verpflegung für meine Wandertouren. Die Tracks werde ich immer noch planen. Aber die Verpflegung werde ich in Zukunft mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Beim Start für eine längere Wandertour statte ich mich mit Verpflegung für mehrere Tage aus. Dann muss ich aktuell entscheiden, wie und wo ich mir meine Verpflegung für die folgenden Tage besorge.
Meine mir selbst auferlegte Vorgehensweise wird bei längeren Wandertouren unweigerlich zu Problemen führen. So werde ich nach ca. 800-1000 km Probleme mit meinen Wanderschuhen (Altra) bekommen. Wie ich das zufriedenstellend lösen kann, weiß ich jetzt noch nicht.
Bei schweren Teilstücken, wie zB verschneiten Gebirgspassagen, würde ich warten bis eine Begehbarkeit ohne große Gefahren gegeben ist. Ich weiß, dass viele "ThruHiker" einen strengen Zeitplan befolgen, der oft von der zur Verfügung stehenden Zeit (berufliche Auszeit, Urlaub usw) bzw. der An- und Abreise diktiert wird.
Auf dem bereits erwähnten Jakobsweg (Camino de Levante) bin ich im November 2019 über den O Cebreiro (ca. 1300 m hoch) bei leichten Minusgraden, 20 cm Neuschnee und heftigem Schneetreiben in meinen Altras mehr "gestapft" als gegangen. Ich hatte mich einer 3er-Gruppe angeschlossen, die bei dem Wetter unbedingt über den Berg wollte. Heute weiß ich, wenn ich an diese Situation denke, dass ich einen Tag abgewartet hätte. Alleine wäre ich nicht über den Berg gegangen. Am nächsten Tag war es noch kalt, aber das Schneetreiben war vorbei. Als Gruppe bewältigt man schwierige Wegstrecken wesentlich besser.
Meine Wandertouren plane ich immer als "echte" ThruHikes.
Die Realität sieht dann aber oft anders aus. Neben "echten" ThruHikes gibt es auch ThruHikes mit MailDrop (zB Jakobsweg Camino de Levante, 2019). Auch SectionHikes (zB Jakobsweg Via de la Plata, Frühjahr und Herbst 2018) gehören in meine Wanderwelt. Den einen oder anderen Abbruch (zB Das Grüne Band, Deutschland, 2021) musste ich aus Verletzungsgründen ebenfalls hinnehmen.
Es läuft also nicht immer so, wie ich es mir in meinen Idealvorstellungen wünsche...
Für mich ist ein ThruHike nur ein "echter" ThruHike, wenn er
-ohne Flip-Flop (siehe Antwort vom Februar 2021) und
-ohne MailDrop
gegangen wurde, egal wie lang und schwer die Wanderstrecke war.
Ich will hier niemand zu nahe treten. Ca. 4500 km auf dem PCT (Pacific Crest Trail, USA) zu laufen ist eine grandiose Leistung vor der ich den Hut ziehe. Aber für mich ist das kein "echter" ThruHike, wenn er mit Flip-Flop und/oder MailDrop realisiert wurde.
Deshalb plädiere ich dafür unterschiedliche Listen zu führen. Ich weiß nicht, ob das so schon gemacht wird.
Eine ähnlich gelagerte Diskussion gibt es ja bei der Besteigung von Bergen über 8000 Meter. Viele machen das mit Hilfe von Sauerstoff. Ganz wenige Bergsteiger (zB Messner) verzichteten auf Sauerstoff. Für mich ist das ein gravierender Unterschied. Ob da im Bergsteiger-Bereich unterschiedliche Listen geführt werden, kann ich allerdings nicht beurteilen.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich bisher zweimal MailDrop ausprobierte. Einmal auf einem Jakobsweg (Camino de Levante, 2019). Ich ließ mir neue Wanderschuhe (Altra's) nach Spanien (an eine Adresse bei 900 km) schicken. Das hat wunderbar funktioniert. Diese Vorgehensweise hat mich aber im Nachhinein zum Nachdenken gebracht. Heute sehe ich das vollkommen anders. Bei mir hat da ein Umdenkprozess stattgefunden.
Seit dieser Zeit versuche ich meine Wandertouren (unabhängig von der Streckenlänge und der Schwere der Strecke) so zu realisieren, dass ich
-defekte/verschlissene Ausrüstung unterwegs ersetze und
-notwendige Nahrung vor Ort kaufe,
egal, wie weit ich vom Trail runter muss. Für diese teilweise großen Umwege will ich, wenn möglich, nicht Trampen und auch keine öffentlichen Verkehrsmittel verwenden.
Aus Berichten weiß ich, welcher US-Trail ohne MailDrop zu schaffen ist. Da wurde der AT (Appalachian Trail, USA) genannt. Wenn ich einmal in die Verlegenheit kommen sollte einen US-Trail zu gehen, wäre das deshalb der AT und nicht der PCT.
Das zuvor Gesagte bedeutet im Umkehrschluss, dass für extrem lange Wandertouren über mehrere Jahrezeiten und Klimazonen die dafür notwendige Ausrüstung von Anfang an im Rucksack vorhanden sein muss. Der Sommer-Quilt (Komforttemperatur ca. 10°C) muss dann zB auch im Frühjahr oder im Herbst für Temperaturen bis -5°C herhalten. Das erreicht man nur durch eine geschickte Kombination von verschiedenen Ausrüstungsgegenständen. Im Beispiel des Sommer-Quilts wäre das zB Wander-Kleidung, die als Schlaf-Kleidung verwendet wird.
Das bedeutet auch, dass ich (um beim Quilt-Beispiel zu bleiben) nicht 2 oder 3 Quilts (für jede Jahreszeit einen) benötige. Einer muss reichen. Ähnlich ist es mit anderen Ausrüstungsgegenständen.
Diese Devise, "Einer für Alles" (ein Ausrüstungsgegenstand für alle Jahreszeiten und/oder Klimazonen), verfolge ich schon seit Jahren. Mein Traumziel, mein Basisgewicht weit unter 4 kg zu drücken, werde ich deshalb wohl nicht erreichen. Eher wird es sich zwischen 4-6 kg (über den Daumen gepeilt und abhängig von der Jahreszeit/Klimazone) einpendeln.
Als "Vorausplaner" plante ich bisher vor allem die Tracks und die Verpflegung für meine Wandertouren. Die Tracks werde ich immer noch planen. Aber die Verpflegung werde ich in Zukunft mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Beim Start für eine längere Wandertour statte ich mich mit Verpflegung für mehrere Tage aus. Dann muss ich aktuell entscheiden, wie und wo ich mir meine Verpflegung für die folgenden Tage besorge.
Meine mir selbst auferlegte Vorgehensweise wird bei längeren Wandertouren unweigerlich zu Problemen führen. So werde ich nach ca. 800-1000 km Probleme mit meinen Wanderschuhen (Altra) bekommen. Wie ich das zufriedenstellend lösen kann, weiß ich jetzt noch nicht.
Bei schweren Teilstücken, wie zB verschneiten Gebirgspassagen, würde ich warten bis eine Begehbarkeit ohne große Gefahren gegeben ist. Ich weiß, dass viele "ThruHiker" einen strengen Zeitplan befolgen, der oft von der zur Verfügung stehenden Zeit (berufliche Auszeit, Urlaub usw) bzw. der An- und Abreise diktiert wird.
Auf dem bereits erwähnten Jakobsweg (Camino de Levante) bin ich im November 2019 über den O Cebreiro (ca. 1300 m hoch) bei leichten Minusgraden, 20 cm Neuschnee und heftigem Schneetreiben in meinen Altras mehr "gestapft" als gegangen. Ich hatte mich einer 3er-Gruppe angeschlossen, die bei dem Wetter unbedingt über den Berg wollte. Heute weiß ich, wenn ich an diese Situation denke, dass ich einen Tag abgewartet hätte. Alleine wäre ich nicht über den Berg gegangen. Am nächsten Tag war es noch kalt, aber das Schneetreiben war vorbei. Als Gruppe bewältigt man schwierige Wegstrecken wesentlich besser.
Meine Wandertouren plane ich immer als "echte" ThruHikes.
Die Realität sieht dann aber oft anders aus. Neben "echten" ThruHikes gibt es auch ThruHikes mit MailDrop (zB Jakobsweg Camino de Levante, 2019). Auch SectionHikes (zB Jakobsweg Via de la Plata, Frühjahr und Herbst 2018) gehören in meine Wanderwelt. Den einen oder anderen Abbruch (zB Das Grüne Band, Deutschland, 2021) musste ich aus Verletzungsgründen ebenfalls hinnehmen.
Es läuft also nicht immer so, wie ich es mir in meinen Idealvorstellungen wünsche...
Nachtrag (Dezember 2023): Auf der Internetseite FKT (=(F)astest (K)nown (T)ime = schnellste bekannte Zeit) können Wanderer ihre Zeiten für bestimmte Wandertouren eintragen, wenn sie die dort angezeigte Zeit unterboten haben. Es steht also immer nur ein Name und eine Zeit in der Liste. Jeder kann versuchen diese Zeit zu unterbieten.
So wie ich die Bedingungen auf der Internetseite verstehe, werden die Zeiten in drei Kategorien ermittelt:
(1) supported
(2) self-suportted
(3) unsupported
(1) supported meint offensichtlich die Unterstützung von anderen Personen während der Wandertour.
(2) self-supported verstehe ich so, dass sich der Wanderer "selbst hilft", also selbst Ausrüstung und Nahrung besorgt.
(3) unsopported ist der Typ von Wandertour, wo der Wanderer alles von Anfang im Rucksack trägt, auch Nahrung, die für die ganze Tour benötigt wird.
(1) supported und (2) self-supported sind sicherlich die typischen Unterstützungsvarianten für Langstreckenwanderungen. (3) unsupported kann ich mir für Langstreckenwanderungen nicht so richtig vorstellen.
Wenn ich so über die drei Kategorien nachdenke, stellt sich mir sofort eine Frage.
Zu welcher der drei Kategorien passt meine persönliche Vorstellung eines "echten" ThruHikes?
Ich lehne FlipFlop und MailDrop ab. Wenn ich jetzt meine Pakete mit Ausrüstung und Nahrung selbst verschicke, zählt das dann noch als (2) self-supported?
So, wie ich durch eine intensive Suche im Internet herausfand, zählt meine Art zu Wandern zu (2) self-supported.
So wie ich die Bedingungen auf der Internetseite verstehe, werden die Zeiten in drei Kategorien ermittelt:
(1) supported
(2) self-suportted
(3) unsupported
(1) supported meint offensichtlich die Unterstützung von anderen Personen während der Wandertour.
(2) self-supported verstehe ich so, dass sich der Wanderer "selbst hilft", also selbst Ausrüstung und Nahrung besorgt.
(3) unsopported ist der Typ von Wandertour, wo der Wanderer alles von Anfang im Rucksack trägt, auch Nahrung, die für die ganze Tour benötigt wird.
(1) supported und (2) self-supported sind sicherlich die typischen Unterstützungsvarianten für Langstreckenwanderungen. (3) unsupported kann ich mir für Langstreckenwanderungen nicht so richtig vorstellen.
Wenn ich so über die drei Kategorien nachdenke, stellt sich mir sofort eine Frage.
Zu welcher der drei Kategorien passt meine persönliche Vorstellung eines "echten" ThruHikes?
Ich lehne FlipFlop und MailDrop ab. Wenn ich jetzt meine Pakete mit Ausrüstung und Nahrung selbst verschicke, zählt das dann noch als (2) self-supported?
So, wie ich durch eine intensive Suche im Internet herausfand, zählt meine Art zu Wandern zu (2) self-supported.
F2) März 2021: Trinkwasser - Wie/wo
erhalte ich sauberes Trinkwasser?
Die Versorgung mit Trinkwasser ist eines der
zentralen Probleme bei
Langstreckenwanderungen.
Der Erfolg einer Langstreckenwanderung hängt also
maßgeblich von der Beschaffung sauberen Trinkwassers
ab.
Wie bekomme ich sauberes Trinkwasser?
Bei "zivilisationsnahen" Wandertouren (zB in
Deutschland) ist die Beschaffung von sauberen
Trinkwasser in der Regel kein Problem.
Wer Trinkwasser aus Flaschen bevorzugt, kann
Supermärkte, Getränkemärkte und
sonstige Lebensmittel-Verkaufsstellen entlang
der Wanderstrecke aufsuchen. Unter Umständen muss
sogar der Wanderweg verlassen werden.
Bevorzugte Anlaufstellen für Trinkwasser sind
ebenso Tankstellen, da diese auch an
Wochenenden offen sind.
Meine Lieblings-Wasserquellen sind aber
Friedhöfe. Die Friedhöfe sind jeden Tag rund
um die Uhr zugänglich und besitzen einen oder
mehrere Wasseranschlüsse an das öffentliche
Trinkwasser-Leitungsnetz. In den meisten
europäischen Ländern ist das so geregelt.
Und wenn alle Möglichkeiten erschöpft sind und wer
unbedingt Trinkwasser aus einer Trinkwasserleitung
benötigt, kann ja auch in Ortschaften an irgendeiner
Haustür klingeln. Ich erlebte in keinem
europäischen Land, wo mich meine Wanderlust
hinführte, dass eine freundliche Bitte nach
Trinkwasser aus einer Trinkwasserleitung abgewiesen
wurde.
Wenn es irgendwie geht, vermeide ich aber die Frage
nach Trinkwasser.
Wenn ich die soeben genannten Möglichkeiten zur
Trinkwasserversorgung nicht nutzen kann oder will,
muss ich mich nach anderen Möglichkeiten
umsehen.
Da bleiben nur noch stehende (Seen, Teiche)
und/oder fließende (Flüsse, Bäche, Wasserfälle)
Gewässer übrig.
Diese Art der Gewässer besitzen aber ein anderes
Problem. Das ist die Verschmutzung. Einmal ist das
die sichtbare Verschmutzung durch Schwebeteilchen.
Dann ist es die unsichtbare Verschmutzung durch
Bakterien und Viren.
Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, wo das
Wasser aus diesen Gewässern entnommen wird. Man
sollte durchaus einen Blick in die Runde werfen, um
zu prüfen, ob die Gegend
- bewohnt ist (zB Abwasser) oder
- intensive Landwirtschaft betrieben wird (zB Weidewirtschaft, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel usw).
Die sichtbare Verschmutzung kann durch einen
"einfachen" Vorfilter zum großen Teil
beseitigt werden. Ich benutze dafür einfache
Verbindungsstücke, die ich aus den
Schraubverschlüssen und Flaschenhälsen von
Standard-Trinkflaschen anfertigte (siehe Menüpunkt
MYOG, Projekt C19 - Wasserfilter - Verbindungsstücke für
Vorfilter und Rückspülung basteln). Je nach der Nutzungsart, Vorfiltern oder
Rückspülen, schraube ich die
Verbindungsstücke auf die dafür vorgesehenen Enden
des Wasserfilters.
Aktuell nutze ich den Wasserfilter
Micro Squeeze (50
g) des Herstellers
Sawyer.
Durch diese Prozedur kann ich alle groben
Verunreinigungen relativ gut entfernen.
Anschließend widme ich mich der unsichtbaren
Verschmutzung. Dafür entkeime ich das vorgefilterte
Wasser mit käuflichen
Wasserentkeimungsmitteln.
Die käuflichen Wasserentkeimungsmittel sind
-
Micropur Forte MF 1T des Herstellers
Micropur oder
- Aqua Venture A+B, 2 x 30 ml, des Herstellers aquamira
Aktuell teste ich gerade das Wasserentkeimungsmittel
- DUO, 2 x 30 ml, des Herstellers lifesolution
- ein Tropfen aus jedem Fläschchen für ein Liter Wasser.
-
(1) Natriumchlorit-Lösung (NaClO2) 25%-ig
und
- (2) Salzsäure (HCl) 4%-ig oder
- (2) Zitronensäure (C6H8O7) 10%-ig oder
-
(2) Phosphorsäure (H3Po4) 5%-ig
Diese Substanzen in zwei 30 ml-Fläschchen aufbewahrt und
- ein Tropfen aus jedem Fläschchen auf ein Liter Wasser
dem vorgefilterten Wasser zugegeben, sollte das Wasser entkeimen.
Selbst benutzte ich die Wasserentkeimung in den letzten Jahren sehr selten.
Es gab immer andere und bessere Methoden für die
Trinkwasser-Versorgung.
Trotzdem sollte man für den Extremfall vorbereitet sein.
Nachtrag (Februar 2022): Jetzt habe ich einen neuen Wasserfilter von
Grayl
erhalten. Die Bedienung scheint sehr einfach zu sein. Tests auf einer der
nächsten Wandertouren müssen zeigen, ob sich der neue Wasserfilter in der
Praxis bewährt.
Nachtrag (März 2022): Anfang März 2022 war ich vier Tage auf der
SaaleHorizontale
(Rund um Jena) mit Wanderfreunden unterwegs. Auf dieser Wandertour kam
erstmalig der Wasserfilter von Grayl zum Einsatz. Die Benutzung ist
denkbar einfach. Dazu wird das Außengefäß bis zu einem gut sichtbaren Strich
mit Wasser gefüllt. Anschließend wird das Innengefäß mit dem Filter in das
Außengefäß gesetzt und langsam unter einer gewissen Kraftanstrengung in das
Außengefäß hineingedrückt. Ist das Innengefäß am Boden des Außengefäßes
angekommen, ist der Filtervorgang beendet und das Innengefäß kann mit dem
gefilterten Wasser entnommen werden. Der ganze Vorgang dauert nur wenige
Sekunden.
Ich bin restlos begeistert, wenn da nicht das Packmaß des Filters wäre...
Ich bin restlos begeistert, wenn da nicht das Packmaß des Filters wäre...
Nachtrag (Juni 2022): Im Moment bin ich etwas unschlüssig, welchen Wasserfilter ich auf meiner
nächsten Wandertour verwenden soll. Die Tendenz geht wegen dem Gewicht und
dem Packmaß des Grayl wieder zurück in Richtung Sawyer (Micro Squeeze, 50 g).
Jedes Gramm zählt.
Nachtrag (Oktober 2023): Meine neueste Errungenschaft ist der Wasserfilter BeeFree 0,6 Liter von Katadyn. Das Packmaß ist hervorragend.
F3) September 2021: Wetter - Welche Rolle spielt das
Wetter bei meinen Wandertouren?
Es gibt eine Wander-Weisheit, die immer mal wieder zu hören ist:
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.
Wenn ich so die letzten Wanderjahre in Gedanken Revue passieren lasse,
kann ich diesen Satz voll und ganz bestätigen.
Wie ist das also mit dem "Wetter" bei meinen Wandertouren, speziell bei
Langstreckenwanderungen?
Ideales Wanderwetter ist
für mich Sonnenschein (evtl. mit leichter Bewölkung),
Temperaturen von 16-20°C, ein leichter Wind und natürlich kein
Regen.
Für viele Wanderer ist die zu erwartende Großwetterlage eine wichtige
Entscheidungsgrundlage für die Durchführung einer geplanten Wandertour.
Bei mir war das am Anfang meiner Wanderkarriere auch so. Deshalb
absolvierte ich meine Wandertouren in Deutschland hauptsächlich von Mai
bis September, wo dieses zuvor beschriebene "gutartige" Wanderwetter
häufiger anzutreffen ist.
Auf den Jakobswegen in Spanien bin ich erstmalig mit den Zeiträumen Februar bis März und Oktober bis November in Kontakt gekommen. Niedrige Temperaturen, teilweise um den Gefrierpunkt, und tagelanger Regen waren meine Dauerbegleiter. Ich stellte überrascht fest, dass das mit der richtigen Kleidung eigentlich kein Problem ist.
Die "Verfeinerung" meiner Ausrüstung hat in den letzten
Jahren zu dem Effekt geführt, dass bestimmte wünschenswerte
Wetterbedigungen immer weiter in den Hintergrund getreten
sind.
Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, wo das Wetter für meine
Wandertouren eine relativ untergeordnete Rolle spielt. Ich gehe einfach
los, auch wenn zB für die nächsten 14 Tage Regenwetter angesagt wäre. Das
stört mich nicht.
Auf Langstreckenwanderungen muss man es nehmen, wie es kommt.
Ich kann mir erstmal nicht vorstellen eine Langstreckenwanderung wegen schlechtem Wetter abzubrechen.
Ich kann mir erstmal nicht vorstellen eine Langstreckenwanderung wegen schlechtem Wetter abzubrechen.
Bei Mehrtages- und Tagestouren kann ich den Zeitraum der Realisierung
besser und kurzfristiger planen. Für solche Wandertouren achte ich dann
schon mal auf die Großwetterlage und lege die Termine entsprechend
fest.
F4) November 2021: Schlafplatz - Wie richte ich auf einer
Wandertour meinen Schlafplatz ein?
Auf einer Langstreckenwanderung kommt einem erholsamen Schlaf eine große
Bedeutung zu. Nur wer gut schlafen kann, ist den Aufgaben des nächsten
Wandertages gewachsen. Das ist eine allgemein anerkannte Tatsache unter
Langstreckenwanderern.
Deshalb ist die gute Auswahl des Schlafplatzes so wichtig.
Die Auswahl des Schlafplatzes gliedert sich in zwei Teilaufgaben:
1) Auswahl eines geeigneten
Schlafplatzes
2) Einrichtung des
Schlafplatzes
1) Auswahl eines geeigneten Schlafplatzes
In der Literatur (Bücher, Zeitschriften usw), im Internet (Foren, Blogs,
Podcasts usw) und von erfahrenen Outdoor-Spezialisten gibt es eine ganze
Menge von Ratschlägen, was bei der Auswahl eines Schlafplatzes alles
beachtet werden sollte.
Die Ratschläge könnte ich hier alle aufzählen. Das will ich aber nicht tun. Vielmehr werde ich beschreiben, wie ich
meinen Schlafplatz auswähle. Diese Beschreibung beinhaltet die
Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren auf unzähligen Übernachtungen
sammelte.
In der Dunkelheit will ich meinen
Schlafplatz nicht einrichten. Daher bin ich auf meinen Wandertouren darauf
bedacht, die jeweiligen Tagesetappen so zu beenden, dass ich noch bei
Tageslicht meinen Schlafplatz aufbauen kann. Deshalb beginne ich schon lange
vor dem Ende der Tagesetappen mit der Schlafplatzsuche. Abhängig mache ich
das auch von den bis dahin zurückgelegten Tageskilometern. Ich schaue mich
dann intensiv nach geeigneten Schlafplätzen um.
In Wäldern übernachte ich nur im äußersten Notfall.
Bevor ich ein großes Waldgebiet überhaupt betrete, prüfe ich, ob ich es
bis zur Dunkelheit durchqueren kann. Geht das nicht, suche ich mir
sofort einen Schlafplatz. Da spielen auch die bisher zurückgelegten
Tageskilometer keine Rolle.
In Wäldern gibt es zu viele Unwägbarkeiten. Einmal muss ich den Waldboden
auf Steine und Äste untersuchen, die die Bodenwanne meines Zeltes/Tarps
beschädigen könnten. Dann ist es ratsam auch einen Blick in die
Baumkronen zu werfen.
Befindet sich dort Totholz, dass bei starken Winden auf meinen Schlafplatz
fallen kann?
Alle diese Dinge sind mir für die Schlafplatzsuche in Wäldern zu
umständlich und zu gefährlich. Befinde ich mich trotzdem mitten in einem
großen Waldgebiet, suche ich nach "offenen" Stellen (Waldwiesen) im
Wald. Die gibt es immer und überall. Diese "offenen" Stellen im Wald
besitzen aber einen "kleinen" Nachteil. Das sind oft bevorzugte
Stellplätze für Jägerhochstände.
Ich übernachtete einmal auf einer kleinen Waldwiese. Am Rande der
Waldwiese standen insgesamt 5 Jägerhochstände, keiner weiter als 100 Meter
voneinander entfernt. Da kommt Freude auf. Meinen Schlafplatz baute ich
direkt neben einem dieser Jägerhochstände auf. Ich spekulierte darauf,
dass die Jäger nicht in die Richtung anderer Hochstände schießen.
Überprüfen konnte ich diese These allerdings noch nicht.
Auch Jägerhochstände bieten sich als ein Schlafplatz an. Die
meisten sind überdacht, teilweise sehr geräumig und komfortabel
eingerichtet. Dann muss man allerdings damit rechnen, dass man in den
Morgenstunden unsanft geweckt werden könnte, weil ein Jäger seinen
Hochstand beziehen will. Mit so einem unsicheren Gefühl lässt sich
bestimmt nicht gut und erholsam schlafen. Solche Schlafplätze sind der
allerletzte Ausweg.
Als eine weitere Möglichkeit bleiben im Wald noch
Anpflanzungen von jungen Bäumen (Schonungen), die nicht
eingezäunt sind. Dort ist in der Regel nicht mit Totholz von oben zu
rechnen. Allerdings ist in solchen Anpflanzungen von jungen Bäumen das
Gras und das Unkraut besonders hoch, weil die kleinen Bäume mehr Licht an
die Bodenpflanzen lassen.
Meine bevorzugten Schlafplätze sind
gemähte Wiesen am Waldrand.
Der Waldrand bietet dabei einen gewissen Windschutz. Erst nach der
Heuernte sind solche Schlafplätze für Übernachtungen bestens geeignet.
Vorher muss man mit hohem Gras rechnen. Trotzdem ist mir das lieber, als
im Wald zu übernachten. Wiesen bieten aber keinen ausreichenden
Sichtschutz.
Am Anfang meiner Wanderkarriere war für mich der Sichtschutz sehr
wichtig. Mittlerweile spielt der Sichtschutz eine untergeordnete Rolle.
Ich richte meinen Schlafplatz dort ein, wo ich es für gut empfinde.
Das kann schon einmal am Rande eines
Dorfes sein.
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Bild 2: Schlafplatz auf einer Dorfwiese |
Auch Schutzhütten und Unterstände, wenn sie von den Tageskilometern passen, nehme ich gern als einen willkommenen Schlafplatz an. Dort muss ich mein Zelt/Tarp nicht aufbauen und kann trocken übernachten.
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Bild 3: Schlafplatz auf der Bank einer Schutzhütte |
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Bild 4: Schlafplatz auf dem Boden eines Unterstandes |
Auch an Wanderwegen, wo es eine Sitzgelegenheit gibt, finde ich oft einen geeigneten Schlafplatz.
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Bild 5: Schlafplatz an einem Wanderweg mit Sitzgelegenheit |
Selbst vor Beobachtungstürmen (Wild oder Natur) schrecke ich mittlerweile nicht mehr zurück.
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Bild 6: Schlafplatz auf einem Tierbeobachtungsturm |
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Bild 7: Schlafplatz auf einer Aussichtsplattform |
Auch Obstplantagen, ob gepflegt oder nicht gepflegt, sind Schlafplätze, die von mir ausgewählt werden.
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Bild 8: Schlafplatz auf einer ungepflegten Obstplantage |
Alle in den Bildern gezeigten Schlafplätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht besonders sichtgeschützt sind. Bei unzähligen Gesprächen mit Menschen (Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Landwirte, Jäger usw) konnte ich feststellen, dass die Wahl meines exponierten Schlafplatzes niemanden stört. Wenn ich meinen Gesprächspartnern in freundlichen Worten erklärte, welche Wandertour ich gerade bestreite, wandelte sich die anfängliche Reserviertheit und Skepsis schnell in Bewunderung um. So ergaben sich in den letzten Jahren unzählige interessante Gespräche mit Menschen, die meinen Schlafplatz sahen.
Ich hatte noch nie Probleme.
Also traut euch einfach!
Auch in unmittelbarer Nähe von
fließenden und stehenden Gewässern übernachte ich sehr gerne. Das
entspricht nun überhaupt nicht den Ratschlägen der Outdoor-Spezialisten.
An diesen Gewässern und auf den von mir besonders bevorzugten
Waldrand-Wiesen ist mit vermehrter Kondensfeuchtigkeit zu rechnen. Auch
ist es in diesen Bereichen etwas kühler, als im Wald. Für mich ist das
kein Problem.
Auf meiner Wandertour
Das Grüne Band
im Mai/Juni 2021 traf ich eine Wanderin, die mehrere Wochen vom
Harz in Richtung Norden auf dem Grünen Band unterwegs war. Sie
berichtete mir, dass sie immer Menschen gefragt hat, ob sie auf den
Grundstücken der Befragten ihr Zelt aufbauen kann. In den ganzen Zeit
ihrer mehrwöchigen Wandertour ist sie nur zweimal abgewiesen worden. Für
mich ist das sehr erstaunlich. Ich persönlich würde das nicht so machen,
weil es in Deutschland immer andere Möglichkeiten gibt. Aber speziell in
Skandinavien ist das durchaus eine oft ausgeübte Praxis.
2) Einrichtung des Schlafplatzes
Wenn ich einen Schlafplatz auserkoren habe, baue ich sofort mein
Zelt/Tarp auf (1.Aktion). Ich warte mit dem Aufbau auf keinen Fall
bis zur Dämmerung.
Wenn immer möglich, richte ich die Öffnung des Zeltes/Tarp nach Süden
oder Osten aus. Nach dem Aufbau des Zeltes/Tarps prüfe ich den Innenraum
auf Feuchtigkeit. Es kann ja sein, dass ich das Zelt/Tarp bei Regen
aufbauen und/oder abbauen musste. Speziell den Innenraum trockne ich dann
grob mit meinem Handtuch. Das ist alles. Den Rest besorgt der Wind, wenn
es nicht gerade regnet.
Wenn es das Wetter zulässt, befreie ich in der Zwischenzeit meinen Quilt
aus seiner "Zwangsjacke" (Packsack) und lege ihn zum "Loften" (lüften bzw.
bauschen) auf den Boden (2.Aktion). Der Wind trocknet dann auch den
Quilt, wenn er feucht sein sollte.
Als 3.Aktion kümmere ich mich um mein Navigationsgerät (aktuell
mein Handy) und schließe es an die Powerbank der Solarzelle an. Damit will
ich verhindern, dass das Handy über Nacht geladen werden muss.
Diese drei Aktionen sind immer die ersten Aktivitäten nach der
Auswahl des Schlafplatzes.
Dann wird das Nachlager hergerichtet. Die Isomatte wird ausgebreitet und
die Schlafsachen werden bereitgelegt.
Den Rest des Tages/Abends verbringe ich mit Essen, Tagebuch schreiben,
Facebook-Tagesbericht schreiben, Mails checken, einige Nachrichten lesen,
etwas im Internet surfen und telefonieren.
Diese Ablauf hat sich mittlerweile so eingespielt, dass ich dafür weniger
als eine Stunde benötige.
Was mache ich dann, wenn das alles erledigt ist?
Dann lege ich mich zum Schlafen hin...
F5) Dezember 2021: Kochen - Warum koche ich nicht
auf meinen Wandertouren?
Am Anfang meiner Wanderkarriere habe ich gekocht. Ich besitze also
durchaus eine sehr gute und auch gewichtsoptimierte
Kochausrüstung. Technisch gesehen bin ich so ziemlich auf dem
neuesten Stand. Erst kürzlich habe ich mir den
XBoil-Ultraleicht-Kocher zugelegt.
Die vorhandene Kochausrüstung wird immer dann verwendet, wenn ich mit
meiner Frau und/oder Freunden auf gemütlichen Wandertouren
unterwegs bin.
Auch auf meinen Solo-Eintageswanderungen kommt die Kochausrüstung
gelegentlich zum Einsatz.
Aber warum koche ich nicht auf meinen anderen Solo-Wandertouren
(Mehrtages- und Langstreckenwanderungen)?
Meine längeren Solo-Wandertouren stehen immer unter einem
sportlichen Motto. Gemütlichkeit, wie bei Wandertouren mit
meiner Frau und/oder Freunden, spielt da eine vollkommen
untergeordnete Rolle. Der sportliche Gedanke einer Wandertour lässt
sich mit weniger Gewicht, also dem Ultraleicht-Trekking,
wesentlich besser realisieren.
Mein Ablauf nach dem Ende einer Tagesetappe ist mittlerweile
so eingespielt, dass ich möglichst schnell zur Entspannungs-
und Ruhephase übergehen will. Dabei ist für mich jede Minute
kostbar. Deshalb möchte ich keine Zeit für das Kochen
verschwenden.
Gewichts- und Zeitgründe sind also die Hauptgründe, dass ich
der NoCooking-Fraktion der Langstreckenwanderer schon seit
vielen Jahren angehöre.
Es gibt noch einige Gründe mehr, die mich vom Kochen wegbrachten. Ich
zähle sie einfach mal auf, auch weil sie selbsterklärend sind:
- Kocher und Zubehör haben ein relativ
großes Packvolumen
- Kocher und Zubehör bestehen teilweise aus
scharfkantigen Materialien
- Brennstoffbeschaffung kann zu einem
Problem werden
- das Wasser für das Kochen muss getragen
werden
- Reinigung der Essgefäße ohne Spülmittel
ist nicht ohne Probleme
- zubereitetes Essen muss immer
aufgegessen werden
- Feuergefahr (Ausrüstung und
Aufstellungsort)
- der intensive Essensgeruch kann Tiere
anlocken
Ein Zwischending zwischen Kochen und Nicht-Kochen ist das sogenannte
"Cold Soaking". Dabei wird trockene Nahrung mit Wasser
vermischt und in geschlossenen Behältern eine gewisse Zeit
eingeweicht. Wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich dieses
Verfahren noch nie testete. Das will ich auch nicht in Zukunft tun.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so zubereitete Essen
schmeckt.
Ich vermisse das Kochen auf meinen Solo-Wandertouren überhaupt nicht.
Aber es gibt einen Punkt, den ich nicht verschweigen will und wo ich
gelegentlich ins Grübeln komme. Das ist der Kaffee am Morgen
und am Nachmittag. Diesen Kaffee hole ich mir dann nachträglich auf
meinen Tagesetappen, wenn ich Ortschaften durchqueren muss. Dafür
mache ich sogar Umwege.
Das ist schon verrückt. Mit jedem Gramm Gewicht geizen, aber
zusätzliche Kilometer für einen Kaffee laufen. Das verstehe, wer will.
Ich verstehe mich manchmal selbst nicht.
Dem aufmerksamen Leser stellt sich jetzt unweigerlich eine
Frage.
Was esse ich auf meinen Solo-Wandertouren?
Das ist eine Frage, die ich im
Thema-F9 ausführlich
beantworten werde.
Nachtrag (November 2023): Das mit dem Kochen werde ich nochmal überdenken.
Auf meinen Wandertouren passiert es sehr oft, dass ich wegen einem Kaffee einen Bäckerladen aufsuche. Dazu muss ich meistens den Trail verlassen und teilweise große Umwege gehen. Oft ist das auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt, also nicht zu einem üblichen "Kaffee-Zeitpunkt".
Deshalb überlege ich gerade, ob ich wieder in einer Minimal-Variante mit dem Kochen eines Kaffees anfange. Den könnte ich mir dann zu jedem gewünschten Zeitpunkt zubereiten. Auch vom Trail müsste ich nicht runter.
Sollte ich wieder mit dem Kochen anfangen, werde ich das in einem gesonderten Thema abhandeln.
F6) Dezember 2021: Kälteverträglichkeit - Wie kann ich
mich besser gegen die Kälte rüsten?
Dieses Thema kann von zwei Seiten betrachtet werden.
Einmal ist das die
1) optimierte Ausrüstung, dann
ist es die
2) eigene körperliche Kälteverträglichkeit.
1) Optimierte Ausrüstung
In den letzten Jahren hat die Kälteverträglichkeit eine untergeordnete
Rolle auf meinen Wandertouren gespielt. Ich war zu Jahreszeiten (Mai
bis September) unterwegs, wo besondere Maßnahmen wegen Kälte nicht
erforderlich waren. Selbst auf meinen zwei Wandertouren auf den
Jakobswegen in Spanien waren Temperaturen um den Gefrierpunkt auf einigen
Tagesetappen kein Problem. Mit der vorhandenen Ausrüstung war ich
jederzeit gut gerüstet.
Die zeitliche Einschränkung auf die "schönen" fünf Monate störte mich
nicht. Aber in der letzten Zeit dachte ich vermehrt über die Ausdehnung
meines Wanderzeitraumes nach. März und April, sowie
Oktober und November, hätte ich gern für die gemäßigten
Zonen Europas (zB Deutschland) dazugenommen. Dann könnte ich nicht nur
fünf Monate, sondern sogar neun Monate im Jahr wandern. Das würde meinen
zeitlichen Spielraum enorm erweitern. Die Haupurlaubszeit (Juli und
August) könnte ich von der Wanderzeit "entkoppeln" und so auf andere
Monate ausweichen. Komplikationen mit den Urlaubswünschen meiner Familie
würde ich somit aus dem Weg gehen.
Gleichzeitig war mir sofort klar, dass ich da wegen meiner
Ausrüstung etwas tun musste.
Die einfachste Lösung wäre, sich zusätzliche Ausrüstung für die zu
erwartenden Temperaturbereiche zuzulegen. Dann würden aber mehrere
Quilts/Schlafsäcke, Isomatten und Zelte/Tarps in meinem Lager herumliegen.
Das ist nicht unbedingt preisgünstig und schon überhaupt nicht
nachhaltig.
Diesen Weg bin ich bewusst nicht gegangen.
Vielmehr schwebte mir von Anfang an die Mehrfachverwendbarkeit der
vorhandenen Ausrüstung vor.
Meine Sommer-Ausrüstung (Quilt, Isomatte, Zelt/Tarp und diverse
Kleidung) wollte ich daher auch für die neuen erweiterten Wanderzeiten
(Übergangszeiten = Frühling und Herbst) verwenden. Wie ich das
realisierte, kann in meinen
Overnightern
01 und 02 und den
MYOG-Projekten C13, C14 und C16 nachgelesen werden. Dort
geht es speziell um das VBL-Prinzip (Thema-B5
in diesem Menüpunkt). Das möchte ich hier nicht noch einmal
erklären.
Mit dem VBL-Prinzip und meiner Sommer-Ausrüstung kann ich
Temperaturen von bis zu -5°C relativ bequem überstehen.
Damit ist meine Ausrüstung für die angestrebten Wanderzeiträume sehr gut
vorbereitet. Mehr will ich erstmal nicht erreichen.
Wintertouren sind vorerst nicht in meiner Planung.
2) Eigene körperliche Kälteverträglichkeit
Die zweite Seite der Betrachtungsweise ist die
eigene körperliche Kälteverträglichkeit.
Viele Jahre, bevor ich überhaupt mit dem intensiven Wandern anfing,
trainierte ich meine Kälteverträglichkeit durch kaltes Abduschen nach dem
Einseifen. Mittlerweile bin ich so kälteverträglich, dass ich bei jedem
Wetter unter die kalte Dusche gehen kann. Das härtete mich ungemein ab.
Diese Abhärtung hatte auch den angenehmen Seiteneffekt, dass ich mich in
den letzten 20 Jahren an keine Grippe erinnern kann. Auch von Erkältungen
bin ich weitestgehend verschont geblieben.
Ab dem Frühjahr (April) bis zum Herbst (Oktober) laufe ich in kurzen
Hosen, T-Shirt und Sandalen durch die Gegend. Im heimischen Umfeld gehe
ich nur noch barfuß. Das bringt mir auch den einen oder anderen schiefen
Blick meiner Mitmenschen ein, aber das interessiert mich
wenig.
Das Ergebnis meiner jahrelangen Handlungsweise überzeugt jetzt auch meine
ehemaligen Kritiker.
Das, was ich selbst tun kann, um meine Kälteverträglichkeit zu
verbessern, tue ich. Dabei lasse ich mich auch nicht von skeptischen
Zeitgenossen abbringen.
Fazit: Die angesprochenen zwei Punkte, die optimierte
Ausrüstung und die eigene körperliche Kälteverträglichkeit,
helfen mir auf meinen Wandertouren unvorhergesehene Wetterumschwünge
problemlos zu überstehen.
Nachtrag (November 2023): Seit Oktober 2023 gibt es zu Punkt 2 (Eigene körperliche Kälteverträglichkeit) eine Erweiterung.
Ich habe mit dem Winterbaden angefangen. Im Internet informierte ich mich vorher, was ich dabei beachten muss. Das jahrelange Kaltduschen hat sich dabei als großer Vorteil erwiesen. Trotzdem kann ich bisher feststellen, dass es nicht leicht ist in einen See (Süßer See bei Seeburg) zu steigen, der zu dieser Jahreszeit eine Wassertemperatur von ca. 6°C besitzt. Im Moment arbeite ich noch an der Atemtechnik, die mir noch nicht so gut gelingt. Die richtige Atemtechnik ist aber ein wichtiger Bestandteil des Winterbadens.
Ich bin gespannt, wie das Winterbaden ausgeht, wenn das Winterbaden zu einem späteren Zeitpunkt (Dezember bis Februar) zum "echten" Eisbaden wird.
Ich habe mit dem Winterbaden angefangen. Im Internet informierte ich mich vorher, was ich dabei beachten muss. Das jahrelange Kaltduschen hat sich dabei als großer Vorteil erwiesen. Trotzdem kann ich bisher feststellen, dass es nicht leicht ist in einen See (Süßer See bei Seeburg) zu steigen, der zu dieser Jahreszeit eine Wassertemperatur von ca. 6°C besitzt. Im Moment arbeite ich noch an der Atemtechnik, die mir noch nicht so gut gelingt. Die richtige Atemtechnik ist aber ein wichtiger Bestandteil des Winterbadens.
Ich bin gespannt, wie das Winterbaden ausgeht, wenn das Winterbaden zu einem späteren Zeitpunkt (Dezember bis Februar) zum "echten" Eisbaden wird.
Nachtrag (Dezember 2023): Es ist mühselig mehrmals in der Woche an einen See zu fahren, der ca. 8 km entfernt ist.
Deshalb überlegte ich mir eine Variante des Winterbadens, die ich auch zuhause machen könnte. Für einen ersten Test suchte ich mir ein Regenfass aus, das in meinem Hof steht.
Im Bild 1 ist sehr leicht zu erkennen, dass das Regenfass einfach zu klein ist. Das funktioniert nicht.
Deshalb bestellte ich mir einen IBC-Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern.
Bild 2: IBC-1000 L-Wassertank |
Diesen Wassertank will ich im MYOG-Projekt C26 (Wassertank für das Winterbaden/Eisbaden modifizieren) so umbauen, dass ich dort winterbaden/eisbaden kann.
F7) Dezember 2021: Ruhetage - Brauche ich
Ruhetage auf meinen Wandertouren?
Bei Mehrtageswanderungen (max. 14 Tage) mache ich vorerst
keine Ruhetage.
Der Fokus liegt bei dieser Fragestellung also eindeutig auf
Langstreckenwanderungen.
Wenn ich rückblickend meine in den letzten Jahren realisierten
Langstreckenwanderungen betrachte (siehe dazu den Statistik-Teil am Ende
aller Berichte), bietet sich wegen der Ruhetage kein eindeutiges
Bild.
Da war einfach alles möglich. Keine Ruhetage, Ruhetage nach 20 Tagen,
nach 10 Tagen oder nach 7 Tagen. Abhängig war das vom Fitnesszustand auf
den jeweiligen Langstreckenwanderungen. Fühlte ich mich gut, spulte ich
einen Wandertag nach dem anderen ab. Gab es Probleme, schob ich mal
öfters einen Ruhetag ein. Manchmal sogar zwei Ruhetage
hintereinander.
Von anderen Langstreckenwanderern weiß ich, dass sie in jeder Woche
einen Ruhetag machen.
Nach dem Abbruch meiner letzten Langstreckenwanderung über
Das Grüne Band
im Mai/Juni 2021 wegen Knieproblemen tendiere ich wieder zur
strengeren Einhaltung der 7-Tage-Regel. Also
6 Wandertage, dann
1 Ruhetag.
Bei meiner nächsten Langstreckenwanderung, nach Lage der Dinge im
Jahr 2022, werde ich diese Regel möglichst beachten.
Bei der konsequenten Einhaltung dieser Regel gibt es aber ein
kleines Problem. Das ist der Ort, wo ich meinen Ruhetag
verbringe. Wie es der Zufall will, könnte das eine kleine Ortschaft im
Niemandsland sein oder das Niemandsland selbst. Dann muss ich mir
überlegen, ob ich die absolute Ruhe will/brauche oder noch einen oder
zwei Tag(e) wandere, bis ich eine größere Ortschaft erreiche.
In größeren Ortschaften gibt es mehr Möglichkeiten, speziell
Hotels/Pensionen, Gaststätten und kulturelle Einrichtungen.
Ein anderer Aspekt spielt ebenfalls eine Rolle.
Will ich den Ruhetag im Tarp/Zelt
oder in einem Hotel/einer Pension verbringen?
In einer festen Unterkunft kann ich mich duschen, meine Wandersachen
waschen und trocknen und mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Das
kann ich im Zelt/Tarp nicht, ausgenommen ich bin auf einem geöffneten
Campingplatz.
Alle diese angesprochenen Aspekte werde ich bei der Planung meiner
Ruhetage auf meiner nächsten Langstreckenwanderung beachten.
Das habe ich mir fest vorgenommen.
F8) Dezember 2021: Essen/Trinken - Was esse und
trinke ich auf meinen Wandertouren?
Im Thema-F6 dieses Menüpunktes
beschrieb ich ausführlich, warum ich auf meinen Mehrtages- und
Langstreckenwanderungen schon seit einigen Jahren nicht mehr koche.
Bei meinen Mahlzeiten unterscheide ich nicht zwischen Frühstück, Mittag
und Abendbrot. Ich esse, wenn mich der Hunger überfällt bzw. wenn sich
eine Gelegenheit ergibt. Das kann zu ganz zufälligen Tageszeiten sein.
Abhängig ist das auch vom Schwierigkeitsgrad der aktuellen Tagesetappe,
d.h. vom Energiebedarf.
Auf meinen Wandertouren zähle ich keine Kalorien und ernähre mich auch
nicht nach einem ausgeklügelten Ernährungsplan. Ich muss bisher nicht auf
unverträgliche Lebensmittel achten. Es wird gegessen, was der
Verpflegungsbeutel gerade so hergibt. Meistens ist der prall
gefüllt.
Was ist da so in meinem Verpflegungsbeutel?
Ich zähle das einfach mal auf:
- abgepacktes Vollkornbrot in
Scheiben
- Käse (Schmelzkäse-Scheiben (nicht! aus
dem Kühlregal) oder Hartkäse im Stück)
- Salami (verpackte Scheiben oder im
Stück oder als kleine Party-Salamis)
- Schinken (verpackte Scheiben oder im
Stück)
- eine oder zwei Fischbüchsen (Sardinen
und/oder Fisch in Tomatensauce)
- Trockenfleisch (Notnahrung, 2 Beutel
Beef Jerky a 70 g)
Da ist nichts dabei, was in meinen Augen ungewöhnlich wäre.
Unterwegs nutze ich jede sich bietende Möglichkeit (Gaststätten,
Imbissbuden, Bäcker, Fleischer, Supermärkte usw) um mich anderweitig zu
versorgen. In meinen bevorzugten Wanderländern (Deutschland, Spanien,
Norwegen und Schweden) ist das fast jeden Tag möglich. Das bedeutet im
Umkehrschluss, dass mein Verpflegungsbeutel oft unangetastet bleibt und
ich ihn gut gefüllt durch die Gegend trage. Das ist gewichtsmäßig nicht
besonders optimal. Geschuldet ist das dem Umstand, dass ich
Versorgungsmöglichkeiten im Vorfeld einer Wandertour nie oder ganz selten
im voraus plane. Ich entscheide meistens tagesaktuell, wo ich mich für die
nächsten Wandertage versorge. Deshalb sind immer Reserven für mindestens
drei Tage in meinem Rucksack.
Immer, wenn es passt, gönne ich mir einen Kaffee mit einem Stück
Kuchen (Erdbeerschnitte, Himbeerenschnitte, Mandarinenschnitte
usw). Beim Bäcker gibt es oft auch belegte Brötchen. Zwei davon, ein
Käsebrötchen und ein Wurstbrötchen (Salami oder Schinken),
verschwinden dann in meinem Verpflegungsbeutel. Die esse ich dann zu ganz
besonderen Gelegenheiten (Frühstück auf einer Sitzbank am Waldesrand mit
einem weiten Rundblick, Mittags bei strömenden Regen in einem
windgeschützten Unterstand usw).
Neben meinem Verpflegungsbeutel gibt es noch den einen oder anderen
kleinen Snack:
- Nüsse, wenn möglich als
"Studentenfutter" (mit Rosinen)
- Schokolade (nicht immer, ist wetterabhängig)
- Fruchtriegel (nicht immer, ist
ebenfalls wetterabhängig)
- Traubenzucker (in 2 x 2
cm-Plättchenform als Booster)
- Kaugummi (Mundhygiene und als
Zahnpasta-Ersatz)
Diese Snacks sind außen an meinem Rucksack in zwei kleinen Netztaschen
verstaut. Dadurch ist immer ein schneller Zugriff auf die Snacks
möglich.
Auch Obst gehört zu meinen bevorzugten Nahrungsmitteln:
- 2 Bananen
- 2 Äpfel (wenn möglich Breaburn)
Auch das Obst bewahre ich immer außen in meinen Netztaschen auf. Jeden
Tag esse ich einen Apfel und eine Banane. Eine Banane ist
oft der Notersatz für ein "verschobenes" Frühstück, wenn ich mich nicht
auf den nassen Boden vor das Zelt/Tarp setzen will.
Die erste richtige Mahlzeit gibt es dann, wenn ich eine geeignete
Sitzgelegenheit gefunden habe.
Meine Getränke sind ebenfalls sehr schnell aufgezählt:
- 1 oder 2 Liter Wasser (in
Platypus-Faltflaschen)
- 0,5-Liter-Flasche Apfelschorle
- 0,5-Liter-Flasche Cola (zuckerhaltige!!!
Cola)
Die Getränke befinden sich in den Seitetaschen meines Rucksacks. Je eine
1-Liter-Faltflasche zusammen mit einer 0,5-Liter-Flasche. In Deutschland
und Skandinavien komme ich mit einem Liter Wasser am Tag aus. Dort
gibt es imme wieder Möglichkeiten den täglichen Wasserbedarf anderweitig
zu stillen. In Spanien bin ich generell mit zwei Liter Wasser
unterwegs.
Die Apfelschorle und die Cola nutze ich für den
Zuckernachschub. Speziell am Nachmittag kommt oft die Cola als mein
"Doping-Mittel" zum Einsatz.
Alkohol (Bier oder Wein), egal in welcher Form (zB Radler), trinke
ich während einer Tagesetappe überhaupt nicht. Lediglich am Abend, wenn
sich die Gelegenheit ergibt, genieße ich einen Radler beim Essen.
Das ist das ganze Geheimnis meiner Ernährung auf Mehrtages- und
Langstreckenwanderungen.
Das führt regelmäßig dazu, dass ich auf den Wandertouren einiges an
Gewicht verliere. Das ist aber ein gewollter Effekt.
F9) Dezember 2021: MailDrop - Wie stehe
ich zu MailDrop bei
Langstreckenwanderungen?
"MailDrop" ist ein engl. Begriff, bestehend aus
den zwei Worten "Mail" und "Drop". Bei der
Eingabe in die Suchmaschine von Google wird keine
richtige Übersetzung für den zusammengesetzten Begriff
gefunden. Das ist schon sehr erstaunlich.
Also kann ich den Begriff nur wiedergeben, wie er in
vielen Veröffentlichungen im Internet gebraucht wird.
Der Begriff "MailDrop" bedeutet
sinngemäß "Pakete vorausschicken".
Was bedeutet das nun im Sprachgebrauch für
Langsstreckenwanderungen?
Bei Langstreckenwanderungen über viele tausend
Kilometer (zB den drei bekanntesten amerikanischen
Trails (=Wanderrouten)) werden in der Regel verschiedene
Klimazonen durchwandert. Die Länge der Trails
bringt es mit sich, dass man da auch zu verschiedenen
Jahreszeiten unterwegs ist. Das erfordert eine
sehr gute Vorausplanung, was die Ausrüstung
betrifft.
Wanderschuhe halten zB nicht ewig und müssen
irgendwann ersetzt werden. Im Sommer benötigt man andere
Kleidung, als im Frühjahr oder Herbst. Teilweise
gibt es auch längere Wegstrecken, wo eine Versorgung mit
Lebensmitteln sehr schwierig oder gar unmöglich
ist.
Für die Lösung dieser Probleme gibt es zwei
Herangehensweisen:
- (1) Alle Ausrüstungsgegenstände, die auf dem Trail für die unterschiedlichen Klimazonen und Jahreszeiten benötigt werden, müssen im Rucksack sein. Für die Versorgung mit Lebensmitteln auf kritischen Wegstrecken müssen evtl. große Umwege abseits des Trails in Kauf genommen werden.
- (2) MailDrop
Wenn Ausrüstungsgegenstände (zB Wanderschuhe,
Kleidung, Zelt/Tarp, Isomatte usw) defekt sind, muss ich
mir neue Ausrüstung kaufen. Dazu muss ich unter
Umständen den Trail weit verlassen (größere
Ortschaften), um einkaufen zu können.
Kleidungsmäßig muss ich mich auf die zu erwartenden
Klimazonen und Jahreszeiten einstellen. Das bedeutet zB,
dass ich in bestimmten Klimazonen (zB Wüste) und zu
bestimmten Jahreszeiten (zB Sommer) keinen dicken
Pullover brauche. Aber dann gibt es mittendrin
Bergpassagen, wo wegen der Temperaturen ein dicker
Pullover unbedingt erforderlich ist. Das muss ich im
Vorfeld einer solchen Wandertour beachten und planen.
Ähnlich verhält es sich mit anderen
Ausrüstungsgegenständen, wie zB Zelt/Tarp und
Isomatte.
Ebenso ist es mit der Versorgung mit
Lebensmitteln. Ist die Versorgung in der Nähe des
Trails nicht möglich, muss ich für den Einkauf von
Lebensmitteln den Trail verlassen und evtl. Umwege
gehen.
Diese Vorgehensweise ist mit einem enormen Zeitaufwand
und auch zusätzlichen Wegen verbunden.
Punkt (2), MailDrop, löst die im Punkt
(1) dargestellten Probleme.
Wenn ich weiß, dass meine verwendeten Wanderschuhe ca.
1000 km halten, dann schicke ich ein Paket mit neuen
Wanderschuhen an eine Poststelle, die ca. am Kilometer
800 des Trails liegt. Auf den amerikanischen Trails sind
die Poststellen mittlerweile auf solche Pakete
eingestellt. Bin ich nach 800 km an der Poststelle
angelangt und mein Paket mit den Wanderschuhen ist
tatsächlich angekommen, kann ich immer noch vor Ort
entscheiden, was ich mache. Brauche ich die neuen
Wanderschuhe sofort oder halten die alten Wanderschuhe
noch weitere 200 km bis zur geschätzten 1000-km-Marke
durch. Dann schicke ich das Paket ungeöffnet einfach 200
km weiter zu einer Poststelle, die in diesem
Entfernungsbereich liegt. So kann ich das mit dem Paket
immer wieder tun, bis ich der Meinung bin, dass ich die
neuen Wanderschuhe unbedingt benötige.
So wird das auch mit anderen Ausrüstungsgegenständen
gehandhabt. Einen dicken Pullover oder einen dickeren
Schlafsack/Quilt kann ich solange "vor mir herschicken", bis ich ihn tatsächlich brauche.
Auch Lebensmittel kann ich mir zu Poststellen schicken
lassen, wenn in bestimmten Streckenabschnitten des
Trails die Versorgung mit Lebensmittel sehr schwierig
ist.
Durch "MailDrop" kann ich Gewicht sparen, weil
ich nur mit Ausrüstung unterwegs bin, die aktuell gerade
erforderlich ist.
Wie stehe ich zu den zwei beschriebenen
Punkten?
Ich bevorzuge auf meinen Wandertouren eindeutig Punkt
(1).
Ich will immer alles in meinem Rucksack dabei
haben. Kleidung möchte ich so durch das Zwiebel-Prinzip
miteinander kombinieren, dass ich jederzeit
allen Klimazonen und Jahreszeiten gewachsen
bin.
Defekte Ausrüstung und Lebensmittel kaufe ich vor Ort,
egal wie groß der Umweg ist.
Das ist für mich Langstreckenwandern in seiner
reinsten
Form.
Viele Langstreckenwanderer wählen aber aus Zeit- und
Bequemlichkeitsgründen die MailDrop-Variante.
Zusätzlich wird das alles noch mit einigen
Flip-Flops (siehe
Thema-F1) kombiniert.
Für mich persönlich hat das nichts mit
Langstreckenwandern zu tun...
Bemerkung: Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich auf meinen
bisherigen Langstreckenwanderungen zweimal
MailDrop verwendete.
Einmal war das im Oktober/November 2019 auf dem
Jakobsweg
Camino de Levante
in Spanien.
Weil ich überhaupt keine Erfahrung hatte, wie lang
meine ALTRA-Trailrunner durchhalten, schickte ich
ein Paket mit neuen ALTRA-Trailrunnern an eine Adresse
in Spanien, wo ich nach ca. 1000 km sein würde. Das hat
wunderbar geklappt. Das Paket ist angekommen und die
ALTRA-Trailrunner hielten, wie von mir grob über den
Daumen geschätzt, 1000 km durch.
Meine nächsten Langstreckenwanderungen werde ich aber
ohne MailDrop absolvieren.
F10) Februar 2022: Jakobswege -
Tipps/Ratschläge für die spanischen/portugiesischen Jakobswege
In Gesprächen über das Wandern erfahre ich von
meinen Gesprächspartnern öfters, dass sie gern mal
einen spanischen Jakobsweg gehen würden. Aber
sie trauen sich nicht so richtig ran, weil sie nicht
abschätzen können, was sie erwartet.
Deshalb möchte ich in diesem Thema Tipps und
Ratschläge geben, die nicht unbedingt in
jedem Reiseführer zu finden sind. Wer sich meine 4
Berichte über spanische Jakobswege genau durchliest,
wird den einen oder anderen Tipp/Ratschlag finden.
Aber an dieser Stelle will ich das nochmal in
konzentrierter Form machen.
Hinweis (März 2024): Im Februar/März 2024 bin ich den Jakobsweg Caminho Portugues (631 km) aus meinem Wanderprojekt Jakobswege in Spanien und Portugal gelaufen. Die dort gemachten Erfahrungen will ich in die Tipps und Ratschläge einfließen lassen.
Die bestehenden Tipps und Ratschläge werde ich nicht großartig verändern. Anpassungen wegen Portugal erscheinen dann als die üblichen Nachträge im Inhaltsverzeichnis dieses Punktes und bei den einzelnen Punkten.
Inhaltsverzeichnis
1) Planung (N1)
2) Vorbereitung (N1)
3) Anreise (N1)
4) Navigation und Technik
5) Strecke (N1)
6) Ausrüstung (N1)
7) Übernachtungen (N1)
8) Versorgung
9) Wetter
10) Sprache (N1)
11) Menschen
12) Tiere (N1)
13) Verletzungen, Medikamente und Hilfsmittel
14) Besonderheiten
15) Abreise (N1)
16) Berichte
1) Planung
Es gibt zwei Typen von Wanderern. Die einen sind
die "Voraus-Planer", die anderen die
"Einfach-Losgeher". Ich gehöre eindeutig zur
Fraktion der Voraus-Planer. Durch eine ausführliche
Voraus-Planung (mein Rundum-Sorglos-Paket)
muss ich mir unterwegs keine Gedanken machen und
kann die Wandertour in vollen Zügen genießen.
Eine gute Grundlage für die Planung auf den
bekanntesten spanischen Jakobswegen sind die
Wanderführer des
OUTDOOR- und
Rother-Verlags. Die Wanderführer enthalten alle wichtigen
Informationen (Tagesetappen, Herbergen,
Sehenswürdigkeiten usw).
Ich persönlich bevorzuge die Wanderführer des
OUTDOOR(=Conrad-Stein)-Verlags. Allerdings sind die
abgebildeten Landkarten wegen des Maßstabes nicht
besonders aussagekräftig. Teilweise sind manche
Wanderführer schon über 10 Jahre alt. Aber viele
Informationen sind immer noch gültig.
Zusätzlich besorge ich mir Informationen aus dem
Internet (Berichte in Blogs, Herbergslisten, Tracks
usw). Wenn ich eine Wandertour mit Übernachtungen in
Herbergen plane, suche ich gezielt nach möglichst
aktuellen Herbergslisten für die Orte an dem
Jakobsweg, den ich begehen will. Ich verlasse mich
da nicht nur auf die Angaben in den Wanderführern.
Auch plane ich meine Wandertouren auf spanischen
Jakobswegen immer mit eigenen Tracks. Bei der
Planung meiner bisherigen Wandertouren in Spanien
bin ich stets von Übernachtungen im Zelt
ausgegangen. Aber die Pilger-Herbergen (Kosten,
Service, andere Wanderer aus allen möglichen Ländern
usw) sind zu verlockend, so dass die Wandertouren
jedesmal "Herbergstouren" wurden, was ich im
Nachhinein überhaupt nicht bedaure.
Die erste Wandertour (Via de la Plata, Teil1
und
Teil 2) in Spanien plante ich noch von Ortsmitte zu
Ortsmitte. Dabei hat sich herausgestellt, dass die
Herbergssuche in den Orten nicht so einfach war.
Speziell bei Wandertouren auf Jakobswegen, wo es
keinen Wanderführer gab. Erschwerend kamen meine
fehlenden Sprachkenntnisse (Spanisch!) und die
mangelnden Sprachkenntnisse (Englisch!) der
spanischen Bevölkerung, egal ob jung oder alt,
hinzu.
Die zweite Wandertour (Camino de Levante) in Spanien plante ich deshalb von Herberge zu
Herberge. Die Herbergssuche wurde dadurch wesentlich
einfacher. Die Informationen zu den Herbergen
besorgte ich mir aus dem Wanderführer (wenn
vorhanden) und dem Internet. Die genaue Lage der
Herbergen glich ich dann mit
Google Maps
ab.
Bleibt jetzt noch der
Zeitraum für die
Durchführung einer
Wandertour über einen
Jakobsweg.
Maßgebliche Kriterien für
den richtigen Zeitraum
sollten die
Besucherzahlen und
das
Wetter
sein.
Im Jahr 2018 haben
sich in Santiago de
Compostela
200000 Pilger
registrieren lassen, die
über den
Camino Frances
gingen. Über den
Via de la Plata
waren es ca.
9000 und über den
Camino de Levante
ca. 300. Bei meiner
Wandertour über den Camino
de Levante (28 Tage auf
dem Camino de Levante, 5
Tage auf dem Via de la
Plata und 9 Tage auf dem
Camino Frances) im
Herbst 2019 traf
ich während der ersten 33
Tage unterwegs keinen
einzigen Wanderer. Bis auf
2 Herbergen war ich auf
dem Camino de Levante und
dem Via de la Plata immer
alleine in den Herbergen.
Mein Schockerlebnis hatte
ich in der öffentlichen
Herberge in
Astorga, als ich
dort vom Via de la Plata
kommend auf den Camino
Frances traf. Die Herberge
mit über 150
Übernachtungsplätzen war
fast vollkommen ausgebucht
und das im November. Schon
diese Zahlen verdeutlichen
den gewaltigen Unterschied
zwischen den einzelnen
Jakobswegen.
Für einen Mitteleuropäer
ist der Sommer (Juli
und August) in
Spanien eine schwierige
Zeit (extreme Hitze und
Wasserknappheit). Ich will
nicht sagen, dass das
unmöglich ist. Aber selbst
Mai bis
Juni und
September würde ich
wegen der Temperaturen für
mich persönlich
ausschließen. Bliebe also
noch der Zeitraum
Februar bis
April bzw.
Oktober bis
November. Genau in
diesen Zeiträumen
absolvierte ich meine 4
Wandertouren auf den
Jakobswegen in Spanien. Im
Februar und März ist in
Spanien Regenzeit. Im
Oktober und November kann
es schon mal
Minustemperaturen und
Schnee in den Bergen
geben. Das habe ich alles
so erlebt. Trotz der
möglichen Wetterunbilden
würde ich immer diese
Zeiträume bevorzugen.
So geplant kann ich ruhigen Gewissens meine
Wandertouren auf den spanischen Jakobswegen
antreten.
Nachtrag (März 2024): Mein Planungsverhalten hat sich wieder leicht geändert. Ich plante den Jakobsweg Caminho Portugues nicht mehr von Herberge zu Herberge. Vielmehr orientierte ich mich an einem Original-Track aus dem Internet und plante meinen eigenen Track. Herbergen habe ich als separate Wegpunkte in meiner Navigationssoftware gespeichert.
Das Bild 1b zeigt einen Bildschirmabzug meiner aktuellen Navigationssoftware Topo GPS auf dem Smartphone. Hier in diesem Menüpunkt, unter dem Thema C5 (Software/Navigation - Mit welcher Software plane ich Tracks und womit navigiere ich unterwegs?), beschreibe ich die verwendete Software genau und welche Bedingungen diese Software erfüllen muss, damit sie meinen Ansprüchen genügt.
Für die Herbergssuche verwendete ich zusätzlich die Internetseite gronze.com . Auf dieser Internetseite sind für die wichtigsten Jakobswege in Spanien und Portugal fast alle Pilgerherbergen, Hostals und Hotels in so ziemlich allen Preiskategorien aufgelistet.
Bedeutung der Wegpunkte auf dem Bild 1b:
grünes Dreieck -öffentliche Pilgerherberge (nimmt nur Pilger auf,
keine Buchung möglich, wer zuerst kommt hat das Bett)
rotes Dreieck -private Herberge unter 20€/Bett (nimmt auch andere Gäste auf)
roter Punkt -spezielle Geschäfte (zB Decathlon, Aldi, Lidl usw)
blauer Punkt -sind die Etappenziele des Original-Tracks aus dem Internet
sonstige Zeichen -sind selbsterklärend (Campingplatz, Kathedrale usw)
Diese speziellen Wegpunkte haben mir die Orientierung auf und neben dem Track ungemein erleichtert. Zu jeder Zeit war ich in der Lage zu sagen, ob sich am jeweiligen Tagesetappenziel eine öffentliche Pilgerherberge oder nur ein private Herberge (zB Hostal) befindet. Die öffentlichen Pilgerherbergen sind die preiswertesten Herbergen und waren meine bevorzugte Übernachtungsmöglichkeit.
2) Vorbereitung
Im Zielort Santiago de
Compostela
aller meiner Wandertouren über die Jakobswege in
Spanien, kann man sich in einem Büro, nicht weit
entfernt von der Kathedrale, eine Urkunde über den
zurückgelegten Jakobsweg ausstellen lassen.
Voraussetzung für die Urkunde ist ein lückenlos
geführter Pilgerausweis mit möglichst vielen
Stempeln. Bei der Ausstellung der Urkunde wird nicht
jeder einzelne Stempel geprüft. Das Personal der
Beurkundungsstelle wirft lediglich einen flüchtigen
Blick auf den geöffneten Pilgerausweis und händigt
dann die Urkunde aus. Alles ganz "easy".
Auf meiner ersten Wandertour in Spanien wusste ich
nichts von einem Pilgerausweis. Ein anderer Wanderer
machte mich auf halber Strecke darauf aufmerksam.
Danach sammelte ich fleißig Stempel. Die Stempel hat
jede Herberge, Hotel, Pension und Bar. Selbst die
örtlichen Verwaltungen und die Polizei besitzen
solche Stempel. Die Stempel kann man sich überall
geben lassen.
Da der Platz für die ganzen Stempel oft nicht
ausreicht, fertigte ich mir vor der zweiten
Wandertour durch eine Kopie eine einfache
Zusatzeinlage an, die ich in den
Pilgerausweis klebte.
Mittlerweile besorge ich mir weit vor dem Start
einer Wandertour auf den spanischen Jakobswegen
einen neuen Pilgerausweis (kostet akt. 7,65 Euro)
und auch eine neue Zusatzeinlage bei der
Nachtrag (März 2024): Auf allen meinen Wandertouren auf Pilgerwegen in Spanien und Portugal ist mein Pilgerausweis irgendwann nass geworden. Den Pilgerausweis konnte ich zwar immer wieder trocknen, aber die Wasserspuren bleiben immer sichtbar.
In Zukunft werde ich Pilgerausweise von Anfang an in eine Plastiktüte stecken. Das sollte Wasserschäden sicher vermeiden.
Auch mit meiner Geldbörse werde ich bei Regen so verfahren.
3) Anreise
Die großen spanischen Städte, wie Madrid,
Barcelona, Valencia und Sevilla, können per
Direktflug von Berlin/Schönefeld erreicht
werden, was ich bei meinen beiden bisherigen
Wandertouren auf den spanischen Jakobswegen
(Startorte Sevilla (Via de la Plata) und
Valencia (Camino de Levante)) auch tat.
Beim 2.Teil auf dem Jakobsweg Via de la Plata flog
ich von Berlin nach Madrid. Von Madrid fuhr ich mit
dem Fernbus nach Salamanca, dem Startort für
den 2.Teil. Das hat ohne Probleme funktioniert.
Beachten muss man in Madrid, dass der Busbahnhof für
Fernfahrten ca. 10 Busminuten vom Flughafen Madrid
entfernt ist.
Bei einem Flug versuche ich meinen Rucksack als
Handgepäck durchzukriegen. Das hat bisher
innerhalb von Europa immer geklappt. Allerdings gibt
es Ausrüstungsgegenstände, die beim Einchecken sehr
genau unter die Lupe genommen werden. Dazu gehören
Trekkingstöcke, Zeltheringe und
Messer. Die Klinge eines Messers darf nich
länger als die Breite einer Hand sein.
Wer seinen Rucksack als Gepäck aufgeben
will, sollte darauf achten, dass die Schultergurte
und die Hüftgurte nicht frei "herumbaumeln". Diese
Gurte "verheddern" sich gern in den Transportbändern
des Gepäcktransportsystems. Die Flughafenmitarbeiter
sind nicht zimperlich und gehen schon mal aus
Zeitgründen rigoros mit dem Cuttermesser dazwischen.
Ein Rucksackgurt haucht dann mal eben sein Leben aus
und macht den teuren Rucksack schnell unbrauchbar.
Abhilfe schafft vor der Gepäckaufgabe die Fixierung
der Rucksackgurte mit Paketband. Noch besser ist die
Verpackung des Rucksacks in einer sogenannten
Flugzeugtasche. Nach der Ankunft kann diese Flugzeugtasche als
wasserdichter Inliner für den Rucksack verwendet
werden.
Für meine nächste Wandertour in Spanien plane ich
die Anreise mit dem Bus oder dem
Zug. Mit FlixBus dauert die Anreise
nach Alicante zum Startort des Jakobsweges
Ruta de la Lana ca. 40 Stunden (einmal
umsteigen in Paris). Das sind fast 2 Tage. Mit dem
Zug sind günstige Reiseziele Barcelona oder
Valencia. Von dort könnte es mit dem Zug oder dem
Bus zum Startort der geplanten Wandertour auf dem
Jakobsweg gehen.
Wie das mit den Pyrenäen als Startbereich für den
Camino Frances aussieht, kann ich leider nicht
beurteilen. Aber Barcelona dürfte auch da ein guter
Ausgangspunkt für die Anreise zum Startort des
Camino Frances sein.
Nachtrag (März 2024): Weil ich die Anreise mit dem Bus (FlixBus, BlablaBus) ausprobieren wollte, habe ich das für eine der weitesten Anreisen zu einem Startort (Lissabon) eines Jakobsweges einfach ausprobiert.
Von Leipzig über Paris-Bercy (Wechsel von Bus und Fahrern) nach Lissabon reiste ich für ca. 80€ in 40 Stunden. Der Bus kam auf die Minute pünktlich in Lissabon an. Einfach unglaublich, was die Fahrer der Busse da geleistet haben.
Für mich ist das eine Alternative, speziell, wenn der Startort eines Jakobsweges wesentlich näher liegt.
Trotzdem gibt es ein kleines Problem, was ich nicht verschweigen will. Das ist mein Rucksack mit der Ausrüstung, den ich nur ungern aus der Hand gebe. Im Flugzeug versuche ich immer den Rucksack als Handgepäck durchzukriegen, was bisher auch immer geklappt hat. Bei einem Reisebus ist das etwas anders. Das Gepäck wird im unteren Bereich des Busses, sozusagen unter den Sitzen, verstaut. Dafür hat der Bus große seitliche Klappen. Dort wird das Gepäck von den Busfahrern höchstpersönlich verstaut.
Was mich etwas beunruhigt ist die Tatsache, dass beim Aussteigen von Fahrgästen der Busfahrer die Seitenklappe öffnet, aber nicht richtig überblicken kann, wer welches Gepäckstück aus dem Bus entnimmt. Jeder Fahrgast zeigt mit dem Finger auf sein Gepäckstück und der Busfahrer gibt dem Fahrgast bereitwillig das gewünschte Gepäckstück. Jetzt könnte sich ein Fremder unter die Fahrgäste mischen und ein Gepäckstück verlangen. Niemand würde das bemerken. In der Nacht schon überhaupt nicht, wenn alle anderen Fahrgäste im Bus schlafen.
Es ist nichts passiert, aber für mich ist die Gepäckausgabe nicht gut gelöst.
4) Navigation und Technik
Am Anfang meiner Wanderlaufbahn navigierte ich mit
dem Navigationsgerät Garmin GPSMap 64st. Das
hat sehr gut funktioniert, aber der Bildschirm ist
sehr klein. Also bin ich vor einigen Jahren auf ein
Handy (iPhone SE 2016 und 2020) umgestiegen.
Ein Handy vereint drei wichtige Funktionen in einem
Gerät, die ich unterwegs unbedingt benötige. Das
sind Navigation, Fotografie und
Kommunikation. Vorher hatte ich dafür drei
Einzelgeräte (Garmin-Navi, Panasonic-Knipse und
Apple-Handy).
Meine Wandertouren plane ich auf dem Computer mit
der Garmin-Software BaseCamp mit Hilfe von
OSM-Karten, die ich mir von verschiedenen
Internet-Seiten herunterlade. Folgende
Internet-Seiten verwende ich für den Download von
OSM-Karten:
(1)
Libres-Karten
(2)
Freizeitkarte-OSM-Karten
(3)
Frikart-Karten
(4)
Garmin-Karten
Aktuell benutze ich nur noch die (1)
Libres-Karten. Garmin-Karten verwende ich
nicht mehr. Erstens sind sie unglaublich teuer. Und
zweitens enthalten die Garmin-Karten oft Wege, die
es überhaupt nicht mehr gibt, weil sie zB vollkommen
zugewachsen und somit nicht mehr begehbar
sind.
Als Navigations-App auf dem Handy verwende ich
aktuell die App
Diese App beinhaltet alle Funktionen, die für mich
wichtig sind. Im
Thema-C5
beschreibe ich genau, welche Funktionen bei einer
Navigations-App für mich unbedingt erforderlich
sind.
Für das Handy gibt es eine weitere
App
Die App hat viele bekannte Wanderwege bereits
integriert. So auch zB den Jakobsweg
Camino Frances. Wenn ich diesen Wanderweg
irgendwann laufen sollte, wäre diese App ein heißer
Kandidat für die Navigation.
Innerhalb von Ortschaften verwende ich gerne
Google Maps zur Orientierung, wo sich
Herbergen, Hotels, Pensionen, Bars und
Lebensmittelgeschäfte befinden.
Alle spanische Jakobswege sind übrigens
hervorragend durch den weltbekannten
Gelben Pfeil markiert.
|
Bild 5: Markierungszeichen "Gelber Pfeil" |
Ganz selten kommt es vor (zB in Ortschaften), dass man ins Grübeln verfällt, wo denn der weitere Weg verläuft. Dann ist es schön, wenn eine gute Navigations-App den Weg zeigen kann.
Meine Allzweck-Waffe, das Handy, will natürlich
auch mit Strom versorgt werden. Schon seit einigen
Jahren realisiere ich das mit einem
Solar-Panel, das den ganzen Tag außen mit elast. Kordelschnur
und Haken am Rucksack hängt.
|
Bild 6: Rückseite des Solar-Panels mit
Powerbank |
Das Solar-Panel ist von der Firma SunnyBAG (Leaf+, das Bild zeigt das Vorgänger-Modell des Links). Auf der Rückseite des Solar-Panels befestigte ich mit stabilen Klettverschlüssen eine Powerbank von Nitecore (NB10000). Dieses Setup benutze ich schon seit 2 Jahren ohne jegliche Probleme. Es lädt mein Handy zuverlässig auf allen Wandertouren, egal ob im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Durch das Solar-Panel bin ich vollkommen unabhängig von jeder Steckdose.
Trotzdem besitze ich noch ein
3-fach-Ladegerät
(65 W, Firma Baseus) mit den notwendigen Kabeln,
womit ich auch meine Geräte (Handy
und Powerbanks) im Notfall (zB mehrere Tage
Regen hintereinander) an der Steckdose laden kann.
Bei dem Ladegerät achte ich darauf, dass die
vorhandenen Ausgänge (2 x USB-C und USB-A)
alle eine Schnellladefunktion besitzen. Bei
einer Kaffeepause (ca. 15 Minuten) in einer Bar am
Rande des Jakobsweges kann ich so meine Geräte
relativ schnell wieder aufladen.
Zu guter Letzt habe ich noch eine zweite Powerbank
von Nitecore (NB10000) im Rucksack.
Diese Redundanz von zwei Powerbanks leiste ich mir,
weil die Stromversorgung für mein Handy auf meinen
Wandertouren von existenzieller Bedeutung ist.
5) Strecke
Spanien ist das Land der Schotterwege.
Dementsprechend führen große Teile der Jakobswege
über ausgedehnte und staubige Schotterwege jeglicher
Ausprägung.
Auch der eine oder andere
Straßenkilometer muss bewältigt werden. Von
Vorteil ist in Spanien, dass die Seitenstreifen,
also der Bereich links neben der Fahrbahnmarkierung,
oft sehr breit sind. Manchmal ist dieser Bereich
mindestens einen Meter breit. Meiner Meinung nach
sind das keine Fahrradwege. Die Seitenstreifen
wurden einfach großzügig angelegt. Auf diesen
breiten Seitenstreifen lässt es sich sehr gut gehen.
Der Verkehrsfluss wird durch Wanderer auf der Straße
überhaupt nicht behindert.
Ortschaften werden in der Regel durchquert
und nicht umgangen, wie es auf vielen Wanderwegen in
Deutschland üblich ist. Das ist auch verständlich,
wenn man sich die jahrhundertelange Geschichte der
spanischen Jakobswege anschaut. Pilger liefen seit
jeher von Herberge zu Herberge. Die Herbergen waren
aber meistens in Ortschaften. Das erleichtert die
Versorgung mit Lebensmitteln enorm, weil der
Wanderweg kaum verlassen werden muss. Alle
Einkaufsmöglichkeiten sind in den Zentren der
Ortschaften konzentriert.
Zusätzlich ist man auf den Wanderwegen fast
schutzlos den Wetterbedingungen (pralle
Sonne, starker Regen, Schnee) ausgesetzt.
Ausgedehnte Wälder, die Schatten bieten könnten,
gibt es kaum.
Nachtrag (März 2024): In Portugal gibt es wesentlich mehr Wald. Das ist sicherlich auch der küstennähe geschuldet. Trotzdem muss auch auf den portugisischen Jakobswegen der eine oder andere Straßenkilometer bewältigt werden. Die Jakobswege sind in der Regel sehr gut markiert, so dass die auch ohne Navigationsgerät gegangen werden können.
Speziell in küstenähe gibt es wunderschöne Streckenabschnitte auf Holzstegen, die atemberaubende Naturerlebnisse bieten. Der Küstenweg bis Caminha ist auf jeden Fall eine Empfehlung von mir.
6) Ausrüstung
Meine Ausrüstung hat sich in den letzten Jahren
extrem spezialisiert (siehe
Ultraleicht-Trekking, eine Erklärung zum dem
Begriff findet sich im
Thema-A1
dieses Menüpunktes), so dass ich aktuell mit einem
Basisgewicht zwischen 4-6 kg, je nach
Jahreszeit, unterwegs bin. Das
Ultraleicht-Trekking-Konzept zieht sich wie ein
roter Faden durch diesen Blog. Trotzdem will ich in
diesem speziellen Thema nochmal auf einige
Ausrüstungs-Aspekte eingehen, die besonders für die
spanischen Jakobswege von Interesse sein
könnten.
Da stehen an erster Stelle die
Wanderschuhe. Mit den Wanderschuhen steht und fällt der Erfolg
der geplanten Wandertour auf einem Jakobsweg.
Wer in einen Outdoor-Laden geht, egal wo in
Deutschland, und sagt, dass er einen Jakobsweg in
Spanien begehen will, kriegt hohe und schwere
Wanderschuhe von irgendwelchen Markenherstellern
verpasst. Genauso ist es mir passiert. Die Verkäufer
kennen in der Regel die Wegeverhältnisse in Spanien
und empfehlen die besagten Wanderschuhe. Bei mir
waren das die Hanwag Alaska Wide GTX. Ein
Schuh wiegt da ca. 1 kg. Von Anfang an hatte ich mit
diesen Wanderschuhen große Probleme mit Blasen und
Brennen unter den Fußsohlen (siehe
Thema-E1 und
Thema-E2 in
diesem Menüpunkt).
Die Lösung meiner Schuhprobleme fand ich durch
Zufall auf dem Jakobsweg Via de la Plata in
Spanien. Eine Amerikanerin, mit der ich mich in
einer Herberge über Schuhprobleme unterhielt, zeigte
nur mit dem Finger auf ihre Trailrunner
ALTRA Lone Peak
(Haltbarkeit siehe
Thema-B4 in
diesem Menüpunkt). Trailrunner sind eigentlich
leichte Turnschuhe. Für Schotterpisten scheinen sie
auf den ersten Blick vollkommen ungeeignet zu
sein.
Zuhause angekommen, bestellte ich mir gleich ein
Paar dieser Trailrunner. Von der ersten Minute an
hatte ich keinerlei Probleme mit den Trailrunnern,
egal auf welchem Gelände ich unterwegs war. Das
besondere an den ALTRA-Trailrunnern ist nicht nur
das vergleichsweise geringe Gewicht von ca. 300 g
für einen Schuh, sondern die Machart. Die
ALTRA-Trailrunner sind
Barfußschuhe. Barfußschuhe zeichnen sich dadurch aus, dass die
Ferse und der Ballen den gleichen Abstand zum Boden
haben. Das wird als 0-Sprengung bezeichnet.
Oder noch anders ausgedrückt, die Schuhe besitzen
keine Hacken. In seiner Entwicklung ist der Mensch
immer barfuß gelaufen, viele Tausende Jahre lang.
Erst in den letzten Jahrhunderten ist er auf die
Idee gekommen Hacken unter die Fersen zu machen. Die
daraus resultierenden Fehlstellungen (zB Hallux
valgus usw) an den Füßen sind bekannt. Seit Jahren
bin ich nur noch mit Barfußschuhen unterwegs, auch
im privaten Bereich. Das muss jeder für sich selbst
ausprobieren.
|
Bild 7: ALTRA Lone Peak v5, Darn Tough und
Dirty Girl Gaiters |
Aber nicht nur die Wanderschuhe sind wichtig. Erst die Kombination der ALTRA-Trailrunner mit den Socken (siehe Thema-B6 in diesem Menüpunkt) von Darn Tough und den schreiend bunten Gamaschen von Dirty Girl Gaiters machen das "Fuß-Setup" (siehe Projekt-C2 im Menüpunkt MYOG) perfekt. Die Socken von Darn Tough sind aus Merino und trotzdem unverwüstlich und relativ geruchsunempfindlich. Die Gamaschen von Dirty Girl Gaiters verhindern, dass auf den endlosen Schotterpisten in Spanien kleine Steine in die Schuhe gelangen und dort unbemerkt ihr Zerstörungswerk (gerötete Stellen, der Anfang einer jeden Blase) beginnen können.
Einige Wanderer halten
Zweitschuhe (siehe
Thema-B9 in
diesem Menüpunkt) für nicht erforderlich. Am Anfang
war ich auch dieser Meinung, die ich aber seit
einiger Zeit nicht mehr vertrete. In den meisten
Herbergen auf den spanischen Jakobswegen müssen die
Wanderschuhe am Eingang ausgezogen und abgestellt
werden. Hausschuhe gibt es nicht in den Herbergen.
Wer keine Zweitschuhe dabei hat, der steht vor einem
Problem. Der muss dann auf Strümpfen oder barfuß
durch die Schlafräume der Herbergen, Toiletten und
Duschen laufen. Aus hygienischer Sicht ist das nicht
gerade prickelnd.
Deshalb bin ich aktuell immer mit Sandalen von
Xero Shoes, den
Naboso, unterwegs. Diese Sandalen sind ebenfalls
Barfußschuhe.
Mit den Sandalen kann ich noch einige andere
Aktivitäten realisieren, für die ich meine
Wanderschuhe nicht verwenden möchte:
(1) Wandern, wenn ich
meine Füße mal entlasten will oder die Wanderschuhe
kaputt sind
(2) Furten von
Flussläufen
(3) Aufenthalt abends in
Herbergen oder im Zelt-Camp
(4) nächtlicher Gang ins
Gebüsch beim Wildcampen
Bei einer Herbergs-Tour auf einem spanischen
Jakobsweg ist die Übernachtung eigentlich
sichergestellt. Wenn die anvisierte Herberge aber
voll ist, bleibt nur der Gang zur nächsten Herberge.
Wenn es diese nächste Herberge aber nicht gibt und
der Weg in den nächsten Ort zu weit wäre, dann ist
guter Rat teuer. Diese Situation habe ich auf meinen
bisherigen Touren in Spanien schon zweimal
erlebt.
Für solche Extremfälle habe ich immer ein
Tarp (zpacks
Pocket Tarp With Doors) im Rucksack.
|
Bild 8: Tarp mit Bodenwanne |
Das ist meine Notunterkunft. Aber mit einem Tarp alleine ist es nicht getan. Für eine Übernachtung im Tarp wird noch mehr benötigt,
(1) eine
Isomatte
und
(2) ein
Schlafsack/Quilt.
Bei der (1) Isomatte (siehe
Thema-B8 in
diesem Menüpunkt) steht eindeutig das
Packmaß, also das Volumen im verpacktem
Zustand, im Vordergrund. Als Notbehelf eignen sich
daher besonders Luftmatratzen sehr gut. Sie sind
klein komprimierbar und nehmen daher wenig Platz im
Rucksack weg. Als Seitenschläfer bevorzuge ich die
Luftmatratze
Therm-a-Rest NeoAir UberLite
(Small-Ausführung, 115 x 51 cm).
|
Bild 9: TaR NeoAir UberLite |
Ein Schlafsack/Quilt ist nicht nur im Tarp erforderlich, sondern auch für so manche Herberge.
Viele Herbergen haben für ihre Schlafplätze
überhaupt keine Decken. Die Bettmatratzen sind oft
mit einem gummiartigen Überzug versehen. Das lässt
sich nach dem Gebrauch vom Herbergspersonal
wunderbar mit einem feuchten Lappen reinigen. Aber
diese Bettmatratzen sind unangenehm kühl. Im Sommer
ist das vielleicht ganz gut, aber im Frühjahr bzw.
Herbst hat es mich vor solchen Bettmatratzen immer
gegruselt.
Manche Herbergen besitzen für ihre Schlafplätze
Decken. Aber einige Wanderer sind so frech und
unverschämt und reservieren für ihren eigenen
Schlafplatz gleich mehrere Decken, so dass für die
später Kommenden keine Decken mehr vorhanden
sind.
Deshalb ist ein (2) Schlafsack/Quilt auch
für eine Herberge so ungemein wichtig.
Ich persönlich bevorzuge Quilts mit einer
Kunstfaser-Füllung (siehe
Thema-B2 in
diesem Menüpunkt), weil die wie eine Decke benutzt
werden können. Ein Sommer-Schlafsack/-Quilt ist für
eine Herberge vollkommend ausreichend. Mein
aktueller Kunstfaser-Sommer-Quilt ist von
AsTucas
(Sestrals Quilt, APEX 167, Komforttemperatur
ca. 10°C).
|
Bild 10: AsTucas Sestrals Quilt |
In den Herbergen gibt es noch ein weiteres Problem, was mich umtreibt. Das ist die Hygiene und Sauberkeit in den Herbergen.
Die anfangs erwähnten
Reiseführer warnen vor
bestimmten Herbergen, weil
es dort mit der Hygiene
und der Sauberkeit nicht
so genau genommen
wird.
Herbergen mit mehr als 100 Schlafplätzen sind auf
manchen Jakobswegen keine Seltenheit. Dass es da
wegen der Besucherzahl und der Größe der Herbergen
gelegentlich Probleme mit der Hygiene und Sauberkeit
geben kann, ist verständlich. Wenn immer möglich,
vermeide ich daher jeden Körperkontakt mit den
Schlafplätzen. Das erreiche ich mit der Hilfe eines
Biwacksacks. Grob gesprochen ist ein Biwacksack ein Inlet aus
relativ dünnem Stoff, das auch wasserdicht sein
kann. Mein akt. Biwacksack ist ebenfalls von
AsTucas
(Millaris Bivy Sack).
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Bild 11: AsTucas Millaris Bivy Sack |
In den Herbergen lege ich mich mit meinem Quilt,
den ich wie eine Decke nutze, auf den ausgebreiteten
Biwacksack oder krauche ohne den Quilt einfach in
den Biwacksack hinein, wenn der Quilt zu warm ist.
Eine andere Möglichkeit der Notunterkunft ist das
Cowboy-Camping. Wie die Cowboys im wilden Westen, wird bei dieser
Variante der Übernachtung einfach unter freiem
Himmel geschlafen. Das geht natürlich nur bei
schönem Wetter und wenn es in der Nacht nicht
regnet. Ein für diese Art der Übernachtung
geeignetes Plätzchen (zB abgelegene und verlassene
Häuser und Bauernhöfe, die es in Spanien reichlich
gibt) findet sich jeden Tag.
Dafür lege ich meinen Biwacksack auf eine
Unterlage. Die Unterlage ist eine einfache
Rettungsdecke oder eine
zurechtgeschnittene Softtyvek-Plane (1
x 2 m). Diese Unterlage soll die Verschmutzung des
Biwacksacks verhindern. Mit dem Quilt lege ich mich
nun auf die Isomatte. Je nach der zu erwartenden
Nachttemperatur liege ich mit der Isomatte und dem
Quilt auf dem Biwacksack oder lege die Isomatte in
den Biwacksack und krieche dann mit dem Quilt
ebenfalls in den Biwacksack.
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Bild 12: Größenvergleich zu einer 0,5-Liter
Flasche |
Das Bild 12 zeigt in einem Größenvergleich von rechts beginnend
(1) den AsTucas-Quilt im
Packsack,
(2) das zpacks-Tarp im
Packsack,
das Größenvergleichs-Objekt,
(3) die TaR-Isomatte im
Packsack,
(4) den AsTucas-Biwacksack
im Packsack,
(5) die Softtyvek-Plane in der
Größe 1 x 2 m und
(6) eine unverbrauchte und
nagelneue Rettungsdecke.
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass der (1) Quilt
und der (4) Biwacksack auch bei Übernachtungen in
Herbergen benötigt wird, dann ergeben die
zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände (2) Tarp, (3)
Isomatte, (5) Softtyvek-Plane und (6) Rettungsdecke
lt. meiner
Excel-Tabelle
insgesamt ein Zusatzgewicht von ca. 600 g.
Dafür, dass man mit dieser Ausrüstung ein
Schlaf-Setup für den Notfall (Tarp oder
Cowboy-Camping) hat, ist das mehr als
akzeptabel.
Nicht genug mit den Problemen in Herbergen, gab es
für mich speziell noch ein weiteres gravierendes
Problem. Das ist der gewaltige Unterschied zwischen
dem Tagesrythmus eines Südeuropäers
und eines Mitteleuropäers. Auf den Jakobswegen sind
auch viele Spanier unterwegs. Sie sind mit weitem
Abstand die größte Bevölkerungsgruppe auf den
Jakobswegen. Die Spanier gehen erst in den späten
Abendstunden, so gegen 22 Uhr, zum Essen in die Bars
und Gaststätten. Entsprechend spät kommen sie dann
in die Herbergen zurück. Das ist mit einem gehörigen
Lärm verbunden. Da nehmen die Spanier auch wenig
Rücksicht auf andere Wanderer, die viel früher
schlafen wollen. Für mich war das in den
Riesen-Herbergen immer ein Problem, das ich nur mit
Ohrenstöpseln zufriedenstellend lösen
konnte.
Bei einem bekannten Hörgeräte-Hersteller ließ ich
mir speziell für mich ausgemessene (Abguss)
Ohrenstöpsel anfertigen. Das war nicht billig (ca.
100 Euro), aber die beste Investition für einen
erholsamen Schlaf.
Ein weiteres wichtiges Utensil für die Nachtruhe
ist eine Stirnlampe (Petzl Actic Core, das Stirnband wurde durch eine leichte elastische
Kordelschnur ersetzt). Wer in der Nacht mal auf die
Toilette muss, sollte sich schwer hüten in den
großen Schlafsälen der Riesen-Herbergen das Licht
anzumachen. Die wütenden Zurufe der Schlafenden
versteht man in jeder Sprache. Mit einer Stirnlampe
in der Hand, wo mit der Hand der Lichtschein
noch zusätzlich gedimmt werden kann, ist der Gang
zur Toilette kein Problem.
Der zweite Anwendungsfall für eine Stirnlampe ist
die Wanderung in der Dunkelheit. Viele Wanderer
starten ihre Tagesetappen sehr früh in völliger
Dunkelheit. Das geht nur mit einer Stirnlampe.
Dadurch erhoffen sich die Frühstarter die besten
Plätze in den bevorzugten Herbergen. Meistens sind
das kleinere Herbergen, die nur wenige
Übernachtungsplätze bereistellen. Diese
Übernachtungsplätze sind sehr begehrt. Entweder
werden diese Übernachtungsplätze weit im Voraus
gebucht oder durch einen Frühstart ergattert. Ich
beteiligte mich nie an dem täglichen Run auf die
begehrtesten Übernachtungsplätze. Dieses Phänomen
gibt es allerdings nur auf den "überlaufenen"
Jakobswegen, wie dem Camino Frances. Von anderen
Jakobswegen kenne ich das nicht in dem Ausmaß.
Seit mehreren Jahren wandere ich schon mit
Trekkingstöcken (akt. mit
Leki Black Series, ohne Teller).
Ohne Trekkingstöcke komme ich mir amputiert vor
(siehe
Thema-B1 in
diesem Menüpunkt und
Projekt-C11
im Menüpunkt
MYOG). Ich zähle einfach mal auf, wofür ich die
Trekkingstöcke nutze:
(1) 3. und 4. "Hilfsbein"
beim Wandern
(2) Wärmespender für den
Oberkörper
(3) Frühwarnsystem
(4)
Verteidigungswaffen
(5) Aufbauhilfe für
Zelt/Tarp
Die Anwendungsfälle sind sicherlich
selbsterklärend. Genauere Informationen zu den
Anwendungsfällen gibt es in den erwähnten Themen und
MYOG-Projekten.
Für die erwähnte Ausrüstung empfiehlt sich noch ein
kleines Reparaturset mit folgendem
Inhalt:
(1) Panzerband (kleine
Rolle)
(2) Reparaturflicken (für Tarp,
Isomatte, Kleidung, Rucksack usw)
(3) Kabelbinder (3 kleine und 3
größere,
für diverse
Reparaturen)
(4) Nähzeug (Nadeln und
schwarzer Zwirn reicht)
(5) Kordelschnur und
Kordelstopper (siehe
Kleine Basteleien-B1
im Menüpunkt
MYOG)
Bei Artikeln für die tägliche
Hygiene greife ich sehr gern zu den
kleinen Probierpackungen (Duschgel, Zahnpasta) der
einschlägigen Drogeriemärkte. Ansonsten tut es auch
eine "Katzenwäsche" an einem öffentlichen
Gewässer.
Von den Ultraleicht-Wanderern (siehe
Thema-A1 in
diesem Menüpunkt) wird ja scherzhaft behauptet, dass
sie
aus Gewichtsgründen
ihre Zahnbürsten absägen. Das ist nicht nur eine
Behauptung, sondern eine Tatsache. Meine Zahnbürste
hat einen abgesägten Griff, also bin ich sozusagen
ein "Zahnbürstenabsäger". Ich empfinde das aber
nicht als Schimpfwort.
Als letzten Punkt in der Kategorie
Ausrüstung will ich noch einige Gedanken über
die Kleidung verlieren.
Im
Thema-B7 in
diesem Menüpunkt beschrieb ich sehr genau, wie mein
Kleidungs-Zwiebel-Prinzip aussieht. Das hat
sich in den letzten Jahren über alle bewanderten
Klimazonen und Jahreszeiten bewährt. Ob ich mit
Merino- oder Kunstfaser(=Polypropylen)-Unterwäsche
wandere, entscheide ich kurzfristig. Merino ist
leichter und etwas angenehmer zu tragen, würde sich
also besser für den Sommer eignen. Kunstfaser
(=Polypropylen) ist etwas schwerer, aber stabiler.
Eignet sich also mehr für das Frühjahr oder den
Herbst.
Ausdrücklich betonen will
ich, dass aus Gewichts-
und Platzgründen nur 2
Kleidungsstücke in meinem
Rucksack doppelt vorhanden
sind. Das ist eine zweite
Unterhose und ein zweites
Paar Socken. Alle anderen
Kleidungsstücke sind nur
einfach vorhanden.
Für das Waschen der Wäsche benutze
ich eine kleine Probiertube REI. Das mache ich
meistens an Ruhetagen, wenn ich die Zeit dafür habe
oder abends in den Herbergen. Dann wird schnell mal
in einem Waschbecken die Unterwäsche
"durchgeschlenkert".
Keinesfalls wasche ich
jeden Tag.
Und auch die Waschmaschine kommt sehr selten zum
Einsatz. Die Wandersachen sind in der Regel nicht
sehr schmutzig, sondern lediglich verschwitzt. Das
schafft auch eine gute "Handwäsche".
Wichtig für Spanien ist
auch ein ausreichender
Sonnenschutz. Ich realisiere das mit
einer Sonnenschutz-Creme,
einer Schirmmütze und als
Brillenträger mit einer
Sonnenbrille mit Stärke,
wo die Brillengläser bei
starker Sonneneinstrahlung
automatisch abdunkeln.
Auch bei der größten Hitze
achte ich darauf, dass
maximal die Unterarme (das
T-Shirt bleibt immer an)
und die Unterschenkel
(auch die kurze Hose
bleibt immer an) der Sonne
ausgesetzt sind. Diese
Körperteile und zusätzlich
das Gesicht lassen sich
sehr leicht durch
Sonnenschutz-Creme
schützen.
Sonnenschutz-Creme ist in
jedem Lebensmittelladen
erhältlich. Die gehört in
Spanien sozusagen zum
täglichen Bedarf.
Mitteleuropäer können sich
auch im Frühjahr/Herbst
sehr schnell einen
Sonnenbrand holen. Nichts
ist schlimmer, als wenn
die Träger des Rucksacks
auf die verbrannten
Schultern drücken. Da
möchte man glatt alles in
die Ecke
feuern.
Auf meiner letzten
Wandertour in Deutschland
im
Mai/Juni 2021
probierte ich auch einen
Regenschirm
gegen die Sonne aus. Das
hat wunderbar
funktioniert.
Auch in Spanien wäre ein
Regenschirm eine Option
für den Sonnenschutz.
Wer die verwunderten
und teilweise
spöttischen Blicke der
anderen Wanderer
aushalten kann, hat
einen perfekten Regen-
und
Sonnenschutz.
Bei der Benutzung eines
Regenschirms muss darauf
geachtet werden, dass
die Solarzelle auf dem
Rucksack nicht zu sehr
verdeckt wird. Der
prüfende Blick eines
Mit-Wanderers kann da
sehr hilfreich sein. Den
Regenschirm will ich
auch nicht mit einer
Hand tragen. Als
Trekkingstock-Benutzer
brauche ich zwei freie
Hände. Daher muss der
Regenschirm "irgendwie"
an einem Schultergurt
befestigt werden. Das
ist nicht immer
leicht.
Es erklärt sich von selbst, dass gewisse
Ausweispapiere (Personalausweis,
Führerschein) und
Zusatzdokumente (Krankenkarte,
Impfausweis, Corona-Dokumente, Nachweis über eine
Auslands-Krankenversicherung) bei einer Auslandreise
vorhanden sein müssen. Nur auf einen digitalen
Nachweis von bestimmten Informationen
(zB Corona-Dokumente)
würde ich mich auf keinen Fall verlassen.
Im Ausland verwende ich auch immer
Geldkarten (EC-Karten, Kreditkarten)
von 2 unterschiedlichen Banken. Man weiß nie, wie
"dumm" es manchmal kommen kann. Plötzlich
funktioniert eine Geldkarte nicht mehr, die aber
seit Jahren keine Probleme bereitete. Dann ist guter
Rat teuer. Aus diesem Grund halte ich mir, was die
Bargeldbeschaffung angeht, im Ausland immer mehrere
Optionen offen.
Ein besonderes Augenmerk lege ich auch auf die
diebstahlsichere Unterbringung meiner Ausweispapiere
und Geldkarten. Barcelona ist nicht umsonst die
Diebstahl-Hauptstadt Europas. Die Beschaffung neuer
Ausweispapiere in einem Konsulat in Spanien (zB
Madrid, Barcelona) kann schon mal mehrere Tage in
Anspruch nehmen. Freunde von mir können davon "ein
Lied" singen.
Nachtrag (März 2024): Die zuvor beschriebene Ausrüstung hat sich auch in Portugal bewährt.
Wie erwähnt, hat Portugal viel Wald zu bieten. Das hätte ich so nicht erwartet. Ich schaute spaßeshalber oft nach Übernachtungsplätzen für mein Tarp. Zu jeder Zeit hätte ich einen geeigneten Platz für das Wildcampen finden können.
Meine Wildcamping-Ausrüstung (Tarp, Isomatte) hätte ich auch zuhause lassen können. Aber man weiß ja nie, was unterwegs alles passieren kann. Weil ich auf der sicheren Seite sein wollte, war sie eben dabei. Dadurch ist nie Hektik bei der Herbergssuche aufgekommen.
7) Übernachtungen
(1) Pilgerherbergen
(2) Hostals und Hotels
(3) private Zimmer
(4) Zelt oder Tarp
(5) Cowboy-Camping (Biwack)
(1) Pilgerherbergen sind die wichtigsten Übernachtungsmöglichkeiten. Die bekanntesten spanischen Jakobswege sind alle mit Übernachtungen in Pilgerherbergen realisierbar. Für jede Streckenlänge ist da etwas zu finden.
Von den Pilgerherbergen bevorzuge ich zuallererst die öffentlichen Pilgerherbergen (Albergue Municipal). Diese Pilgerherbergen sind sehr preiswert und einfach eingerichtet. Es gibt Pilgerherbergen mit über 100 Schlafplätzen in einem Raum. Darauf sollte jeder Wanderer vorbereitet sein (Schlafsack, Inlet (oder Biwacksack) und Ohrenstöpsel).
In vielen Ortschaften gibt es dann noch private Pilgerherbergen. Die sind heiß begehrt, weil sie nur wenige Übernachtungsplätze bieten. Dort geht es in der Regel weniger hektisch zu. Teilweise ist die Einrichtung besser und manchmal gibt es sogar ein Frühstück/Abendessen. Das schlägt sich natürlich im Preis für eine Übernachtung nieder.
(2) Hostals und Hotels entlang der spanischen Jakobswege gibt es überall. Über Google sind die leicht zu finden. Auch diese Übernachtungsmöglichkeiten sind wegen der Einzel- und Doppelzimmer sehr begehrt, was natürlich seinen Preis hat.
(3) Private Zimmer sind in den einschlägigen Wanderführern selten gelistet. Aber sie gibt es durchaus. Ich machte von dieser Möglichkeit schon mehrmals Gebrauch. Die Spanier sind da bei der Suche nach privaten Zimmern sehr hilfsbereit. In den kleinen Ortschaften kennen sich die Bewohner untereinander und es ist bekannt, wer private Zimmer vermietet.
Wildcampen im (4) Zelt/Tarp ist in Spanien nicht erlaubt. Ich könnte mir aber vorstellen, wenn ein Gesetzeshüter einen Wildcamper erwischt, dass er dann bei einer entsprechenden Erklärung beide Augen zudrückt. Eine solche plausible Erklärung sollte sich ein Wanderer für den Ernstfall immer zurechtlegen.
(5) Cowboy-Camping (Biwack) ist sicherlich überall möglich. Abhängig ist das vom Wetter und dem gewählten Schlafplatz. Viele geschlossene Wälder, wo sich Wanderer zurückziehen könnten, gibt es in Spanien nicht. Geeignete Biwack-Plätze für Übernachtungen sind nicht leicht zu finden.
Nachtrag (März 2024): Die Übernachtungsmöglichkeiten in Portugal sind identisch zu denen in Spanien. Da gibt es keine Unterschiede.
Die kleineren Herbergen bieten manchmal Bettwäsche und Handtücher an, die im Preis inbegriffen sind. Die größeren Herbergen verzichten meistens darauf. In kleineren Herbergen gibt es oft Decken (siehe auch Punkt 12) Tiere). In größeren Herbergen nicht. In solchen Herbergen ist man zwingend auf einen passenden Schlafsack und einen Liner angewiesen.
Ein Thema muss ich hier unbedingt noch ansprechen. Das ist das Benehmen in den Pilgerherbergen. Speziell geht es mir hier um die Pilgerherbergen mit großen Schlafsälen.
Es gibt Wanderer, die sehr zeitig aufstehen und beim ersten Tageslicht sofort losgehen wollen. Andere Wanderer gehen die Sache etwas gemütlicher an und schlafen länger. Das führt oft zu Konflikten.
Es gibt "Frühaufsteher", die überhaupt keine Rücksicht auf die noch schlafenden Wanderer nehmen. Sie machen in den großen Schlafsälen das Licht an, packen laut knisternd (abhängig vom Material) ihren Rucksack und rennen gefühlt 10-mal durch die Schlafräume.
Dieses Verhalten ist ein absolutes NoGo.
Wenn ich weiß, dass ich am anderen Morgen zeitig aufstehen will, packe ich am Abend "provisorisch" meinen Rucksack. Alles, was ich nicht zum Schlafen benötige, wird in den Rucksack gepackt. Am Morgen benutze ich eine Stirnlampe und trage meinen Rucksack in einen Nebenraum. Dann hole ich meine Schlafsachen. Maximal gehe ich also nur 2-mal durch den Schlafraum. Im Nebenraum packe ich dann meinen Rucksack neu, wenn das erforderlich ist. Durch diese Vorgehensweise werden noch schlafende Wanderer möglichst wenig gestört.
Wie im Straßenverkehr, gilt auch in großen Schlafsälen von Pilgerherbergen der Grundsatz: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtsnahme.
Entlang der bekanntesten Jakobswege stellt die Versorgung mit Lebensmitteln kein Problem dar. Maximal für zwei Tage muss die Versorgung organisiert werden.
In den großen Ortschaften gibt es die Supermärkte. Die Supermärkte haben meistens den ganzen Tag geöffnet.
Viele kleine Ortschaften haben einen Tante-Emma-Laden, wo die Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln möglich ist. Die kleinen Läden sind in den Nachmittagsstunden (Siesta bis gegen 17 Uhr) oft geschlossen. Ich habe aber schon erlebt, dass ein kleiner Laden extra für mich geöffnet wurde. Ein aufmerksamer Nachbar eines Ladens hat den Ladenbesitzer informiert, dass da ein Wanderer vor der Eingangstür steht. Einige Minuten später wurde der Laden geöffnet und ich wurde überaus freundlich bedient. Viele kleine Läden führen auch Obst (Bananen, Äpfel usw), das für mich als Unterwegs-Snack immer sehr wichtig ist.
Fast jede noch so kleine Ortschaft besitzt mindestens eine Bar. Das sind kleine Gaststätten, die entlang der Jakobswege auf die Wanderer eingestellt sind und den ganzen Tag geöffnet haben. In den Bars gibt es Kleinigkeiten zu essen und zu trinken. Die Speisen sind oft in Glas-Vitrinen ausgestellt. An den Auslagen in den Glas-Vitrinen ist nicht immer gleich zu erkennen, was der Inhalt der Speisen ist. Ich habe da schon seltsame Überraschungen erlebt. Eine gewisse Vorsicht bei der Bestellung ist da sehr wohl angebracht.
Ein Genuss ist der spanische Kaffee, kein Vergleich zu dem Kaffee in Deutschland. Cola gibt es immer mit Eiswürfel.
In den Abendstunden bieten die Bars das berühmte "Menü" an. Das ist ein 3-Gänge-Essen, das überall ca. 8-10 Euro kostet. Das Menü besteht aus einer Vorsuppe, einem Fleisch- oder Fischgericht und einer Nachspeise (Obst oder Eis). Das ist sehr preiswert und schmeckt eigentlich immer gut. Selbst das spanische Bier kann man trinken. Über den spanischen Rotwein muss ich nicht viele Worte verlieren. Tagelang führen die Pilgerwege an Wein- und Olivenplantagen vorbei.
Die Wasserversorgung kann in den Sommermonaten ein Problem werden. Öffentliche Wasserentnahmestellen gibt es sehr selten. Wenn es welche gibt, ist das zur Überraschung der Wanderer oft kein Trinkwasser.
Ich startete meine Tagesetappen immer mit 2 Liter Wasser. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit (zB in den Bars) füllte ich meine Wasserflaschen auf. Manchmal erhielt ich auch Wasser von Einheimischen, wenn ich danach fragte.
Eine Besonderheit bezüglich der Wasserversorgung ist mir auf meinen Jakobswegen in Spanien noch aufgefallen. Manchmal bin ich durch Ortschaften gegangen, wo fast vor jeder Haustür ein 5- oder 10-Liter-Kanister mit Wasser stand. Am Anfang habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber nach einem Fernsehbericht in Deutschland über die Trinkwasserqualität in Spanien bin ich stutzig geworden. Offensichtlich ist in manchen Ortschaften das Trinwasser aus der Leitung so schlecht, dass sich die Menschen ihr Trinkwasser in Kanistern kaufen und anliefern lassen. In diesen Ortschaften ist Vorsicht bezüglich des Trinkwassers aus der Leitung geboten.
Auf meinen Wandertouren, egal wo auf der Welt, bin ich immer mit einem Trinkwasserfilter unterwegs. Ich könnte sozusagen auch Wasser aus einem stehenden See oder aus einer Regenpfütze auf der Straße filtern, mit Tabletten/Wasserentkeimungslösung behandeln und dann trinken.
Bild 16 zeigt die bisherige Vorgehensweise bei der Wasserfilterung (siehe Thema-F2 in diesem Menüpunkt):
(1) Sawyer Micro Squeeze Wasserfilter
(2) 1-Liter-Faltflasche
Meine neueste Errungenschaft im Bereich der Trinkwassergewinnung ist der Wasserfilter von Grayl (Ultralight Compact Purifier). Dieses Verfahren zur Trinkwassergewinnung benötigt keine chemischen Zusatzstoffe, wie sie im Bild 16 gezeigt werden. Auf einer meiner nächsten Wandertouren werde ich das neue Verfahren zur Trinkwassergewinnung ausprobieren.
Was ist der Unterschied zwischen Wildcamping und Biwak?
Manchmal denke ich auch wieder über die Verwendung von Pfefferspray nach. Aber da tun mir die Hunde leid. Sie können ja nichts für ihre unvernünftigen Besitzer.
8) Versorgung
Entlang der bekanntesten Jakobswege stellt die Versorgung mit Lebensmitteln kein Problem dar. Maximal für zwei Tage muss die Versorgung organisiert werden.
In den großen Ortschaften gibt es die Supermärkte. Die Supermärkte haben meistens den ganzen Tag geöffnet.
Viele kleine Ortschaften haben einen Tante-Emma-Laden, wo die Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln möglich ist. Die kleinen Läden sind in den Nachmittagsstunden (Siesta bis gegen 17 Uhr) oft geschlossen. Ich habe aber schon erlebt, dass ein kleiner Laden extra für mich geöffnet wurde. Ein aufmerksamer Nachbar eines Ladens hat den Ladenbesitzer informiert, dass da ein Wanderer vor der Eingangstür steht. Einige Minuten später wurde der Laden geöffnet und ich wurde überaus freundlich bedient. Viele kleine Läden führen auch Obst (Bananen, Äpfel usw), das für mich als Unterwegs-Snack immer sehr wichtig ist.
Fast jede noch so kleine Ortschaft besitzt mindestens eine Bar. Das sind kleine Gaststätten, die entlang der Jakobswege auf die Wanderer eingestellt sind und den ganzen Tag geöffnet haben. In den Bars gibt es Kleinigkeiten zu essen und zu trinken. Die Speisen sind oft in Glas-Vitrinen ausgestellt. An den Auslagen in den Glas-Vitrinen ist nicht immer gleich zu erkennen, was der Inhalt der Speisen ist. Ich habe da schon seltsame Überraschungen erlebt. Eine gewisse Vorsicht bei der Bestellung ist da sehr wohl angebracht.
Ein Genuss ist der spanische Kaffee, kein Vergleich zu dem Kaffee in Deutschland. Cola gibt es immer mit Eiswürfel.
In den Abendstunden bieten die Bars das berühmte "Menü" an. Das ist ein 3-Gänge-Essen, das überall ca. 8-10 Euro kostet. Das Menü besteht aus einer Vorsuppe, einem Fleisch- oder Fischgericht und einer Nachspeise (Obst oder Eis). Das ist sehr preiswert und schmeckt eigentlich immer gut. Selbst das spanische Bier kann man trinken. Über den spanischen Rotwein muss ich nicht viele Worte verlieren. Tagelang führen die Pilgerwege an Wein- und Olivenplantagen vorbei.
Die Wasserversorgung kann in den Sommermonaten ein Problem werden. Öffentliche Wasserentnahmestellen gibt es sehr selten. Wenn es welche gibt, ist das zur Überraschung der Wanderer oft kein Trinkwasser.
Ich startete meine Tagesetappen immer mit 2 Liter Wasser. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit (zB in den Bars) füllte ich meine Wasserflaschen auf. Manchmal erhielt ich auch Wasser von Einheimischen, wenn ich danach fragte.
Eine Besonderheit bezüglich der Wasserversorgung ist mir auf meinen Jakobswegen in Spanien noch aufgefallen. Manchmal bin ich durch Ortschaften gegangen, wo fast vor jeder Haustür ein 5- oder 10-Liter-Kanister mit Wasser stand. Am Anfang habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber nach einem Fernsehbericht in Deutschland über die Trinkwasserqualität in Spanien bin ich stutzig geworden. Offensichtlich ist in manchen Ortschaften das Trinwasser aus der Leitung so schlecht, dass sich die Menschen ihr Trinkwasser in Kanistern kaufen und anliefern lassen. In diesen Ortschaften ist Vorsicht bezüglich des Trinkwassers aus der Leitung geboten.
Auf meinen Wandertouren, egal wo auf der Welt, bin ich immer mit einem Trinkwasserfilter unterwegs. Ich könnte sozusagen auch Wasser aus einem stehenden See oder aus einer Regenpfütze auf der Straße filtern, mit Tabletten/Wasserentkeimungslösung behandeln und dann trinken.
Bild 16 zeigt die bisherige Vorgehensweise bei der Wasserfilterung (siehe Thema-F2 in diesem Menüpunkt):
(1) Sawyer Micro Squeeze Wasserfilter
(2) 1-Liter-Faltflasche
(3) Micropur Forte MF 1T
(Tabletten für Wasserentkeimung)
(4) Damen-Feinstrumpfhose (zur Entfernung von groben Verunreinigungen)
(5) selbstgebauter Vorfilteraufsatz aus Schraubverschlüssen handelsüblicher Trinkflaschen
(siehe Projekt- C19 im Menüpunkt MYOG)
(6) blauer Ersatzschwamm für den Vorfilteraufsatz
(7) Aqua Venture A+B 2 x 30 ml (Lösung für Wasserentkeimung)
(8) DUO (Lösung für Wasserentkeimung)
(4) Damen-Feinstrumpfhose (zur Entfernung von groben Verunreinigungen)
(5) selbstgebauter Vorfilteraufsatz aus Schraubverschlüssen handelsüblicher Trinkflaschen
(siehe Projekt- C19 im Menüpunkt MYOG)
(6) blauer Ersatzschwamm für den Vorfilteraufsatz
(7) Aqua Venture A+B 2 x 30 ml (Lösung für Wasserentkeimung)
(8) DUO (Lösung für Wasserentkeimung)
(9) leere Ersatzflasche zum
Mischen der Lösung für die Wasserentkeimung
Das ist mein absolutes Notfall-Setup, was immer in meinem Rucksack ist. Oft musste ich es noch nicht benutzen, weil es innerhalb von Europa andere Möglichkeiten gegeben hat. Aber für den absoluten Notfall bin ich gerüstet.
Das ist mein absolutes Notfall-Setup, was immer in meinem Rucksack ist. Oft musste ich es noch nicht benutzen, weil es innerhalb von Europa andere Möglichkeiten gegeben hat. Aber für den absoluten Notfall bin ich gerüstet.
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Bild 17: Wasserfilter von Grayl (neue Vorgehensweise) |
Meine neueste Errungenschaft im Bereich der Trinkwassergewinnung ist der Wasserfilter von Grayl (Ultralight Compact Purifier). Dieses Verfahren zur Trinkwassergewinnung benötigt keine chemischen Zusatzstoffe, wie sie im Bild 16 gezeigt werden. Auf einer meiner nächsten Wandertouren werde ich das neue Verfahren zur Trinkwassergewinnung ausprobieren.
In den Herbergen wird sehr gerne gekocht.
Oft tun sich kleine Gruppen zusammen, die dann
gemeinsam in der Küche stehen und ein Gericht
zubereiten. Während der Zubereitung wird über Gott
und die Welt geredet und die eine oder andere
Flasche Wein getrunken.
Dabei konnte ich ein seltsames Phänomen beobachten. Manche Küchen in den Herbergen waren wie leergefegt. Da gab es keine Kochutensilien, keine Töpfe und Pfannen, kein Geschirr und kein Besteck. Alle Küchenschränke waren vollkommen leer. Am Anfang machte ich mir darüber keine Gedanken. Irgendwann fragte ich mal einen Herbergsbetreuer, warum die Küchen leer sind. Die verblüffende Antwort war, dass "spanische Wanderer" alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist.
Wer also unbedingt in einer Herberge kochen will, sollte sich vorher überzeugen, ob das in der anvisierten Herberge überhaupt möglich ist. Erst dann ist der Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft ratsam.
Dabei konnte ich ein seltsames Phänomen beobachten. Manche Küchen in den Herbergen waren wie leergefegt. Da gab es keine Kochutensilien, keine Töpfe und Pfannen, kein Geschirr und kein Besteck. Alle Küchenschränke waren vollkommen leer. Am Anfang machte ich mir darüber keine Gedanken. Irgendwann fragte ich mal einen Herbergsbetreuer, warum die Küchen leer sind. Die verblüffende Antwort war, dass "spanische Wanderer" alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist.
Wer also unbedingt in einer Herberge kochen will, sollte sich vorher überzeugen, ob das in der anvisierten Herberge überhaupt möglich ist. Erst dann ist der Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft ratsam.
9) Wetter
Meine bevorzugten Wanderzeiten für Spanien waren in
der Vergangenheit (2018 und 2019)
Februar/März
und Oktober/November.
Im Februar/März herrscht in Spanien die Regenzeit. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind in den Morgenstunden keine Seltenheit.
Wer Pech hat, kann auch im Oktober/November in einen heftigen Schneesturm geraten, wie es mir im November 2019 bei der Überquerung des O Cebreiros passiert ist.
Allerdings wusste ich da schon eine Woche vorher, was mich in Galizien wettermäßig erwarten würde. In allen Bars laufen ständig Fernsehgeräte, manchmal sogar mehrere. Regelmäßig werden auf diesen Fernsehgeräten nach den Nachrichten Wetterberichte gezeigt. Auch wer die Sprache nicht versteht, kann trotzdem mit Hilfe der Bilder das Wetter für die nächsten Tage erfahren. Für mich war das immer eine wertvolle Hilfe bei der Planung der nächsten Tagesetappen.
Es versteht sich von selbst, dass alle zu erwartenden Wetterunbilden mit passender Kleidung relativ problemlos überstanden werden können. Notfalls muss man einen Ruhetag einlegen.
Im Februar/März herrscht in Spanien die Regenzeit. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind in den Morgenstunden keine Seltenheit.
Wer Pech hat, kann auch im Oktober/November in einen heftigen Schneesturm geraten, wie es mir im November 2019 bei der Überquerung des O Cebreiros passiert ist.
Allerdings wusste ich da schon eine Woche vorher, was mich in Galizien wettermäßig erwarten würde. In allen Bars laufen ständig Fernsehgeräte, manchmal sogar mehrere. Regelmäßig werden auf diesen Fernsehgeräten nach den Nachrichten Wetterberichte gezeigt. Auch wer die Sprache nicht versteht, kann trotzdem mit Hilfe der Bilder das Wetter für die nächsten Tage erfahren. Für mich war das immer eine wertvolle Hilfe bei der Planung der nächsten Tagesetappen.
Es versteht sich von selbst, dass alle zu erwartenden Wetterunbilden mit passender Kleidung relativ problemlos überstanden werden können. Notfalls muss man einen Ruhetag einlegen.
10) Sprache
Die Verständigung mit Spaniern ist ein großes
Problem.
Die wenigsten Spanier
können sich in
Englisch
unterhalten.
Ältere Leute verstehen überhaupt kein Englisch. Die
meisten Jungen Leute auch nicht.
Eine Übersetzungs-App kann da helfen, aber das "Gelbe vom Ei" ist das auch nicht. Es ist äußerst mühselig eine Unterhaltung mit einem Spanier mit Hilfe einer Übersetzungs-App zu führen.
Deshalb habe ich mir wichtige Sätze/Satz-Fragmente auf einen Zettel geschrieben. Hilfreich sind dabei Fragen
(1) nach Herbergen und anderen Unterkünften,
(2) nach Bars, Gaststätten und Lebensmittelgeschäften und
(3) nach dem weiteren Weg
Wo ist die nächste öffentliche Herberge?
Wo kann ich den Schlüssel für die Herberge finden?
Wo ist die Polizeistation?
Wo ist das nächste Lebensmittelgeschäft?
Wo ist die nächste Bar?
Was kostet ein Bier?
Haben sie Fleischgerichte in ihrer Bar/Gaststätte?
Ich möchte bitte einen Kaffee mit Milch und Zucker?
Ich möchte bitte eine Kola mit Eiswürfel?
Haben sie Bananen und Äpfel?
Wo ist der weitere Weg?
Oft reichen auch Wortfetzen, wie zB "Albergue municipal" kombiniert mit einem fragenden Blick und die Einheimischen an den Jakobswegen wissen sofort, dass du als Wanderer die "öffentliche Herberge" suchst.
In den Herbergen selbst ist das Publikum international und die Standardsprache ist Englisch.
Eine Übersetzungs-App kann da helfen, aber das "Gelbe vom Ei" ist das auch nicht. Es ist äußerst mühselig eine Unterhaltung mit einem Spanier mit Hilfe einer Übersetzungs-App zu führen.
Deshalb habe ich mir wichtige Sätze/Satz-Fragmente auf einen Zettel geschrieben. Hilfreich sind dabei Fragen
(1) nach Herbergen und anderen Unterkünften,
(2) nach Bars, Gaststätten und Lebensmittelgeschäften und
(3) nach dem weiteren Weg
Wo ist die nächste öffentliche Herberge?
Wo kann ich den Schlüssel für die Herberge finden?
Wo ist die Polizeistation?
Wo ist das nächste Lebensmittelgeschäft?
Wo ist die nächste Bar?
Was kostet ein Bier?
Haben sie Fleischgerichte in ihrer Bar/Gaststätte?
Ich möchte bitte einen Kaffee mit Milch und Zucker?
Ich möchte bitte eine Kola mit Eiswürfel?
Haben sie Bananen und Äpfel?
Wo ist der weitere Weg?
Oft reichen auch Wortfetzen, wie zB "Albergue municipal" kombiniert mit einem fragenden Blick und die Einheimischen an den Jakobswegen wissen sofort, dass du als Wanderer die "öffentliche Herberge" suchst.
In den Herbergen selbst ist das Publikum international und die Standardsprache ist Englisch.
Nachtrag (März 2024): Die Menschen in Portugal, ob jung oder alt, sprechen wesentlich besser Englisch. Das ist mir nicht nur in den großen Städten aufgefallen, sondern auch in kleinen Dörfern. Warum das so ist, konnte ich nicht so richtig ergründen. Selbst ältere Menschen verstehen ein paar "Brocken" Englisch. Das macht die Verständigung leichter.
11) Menschen
Auf den spanischen Jakobswegen sind Menschen aus
allen Ecken der Welt anzutreffen. Die größte Gruppe
stellen die Spanier. Dann kommen schon andere
Europäer (Deutsche, Skandinavier usw) und
überraschenderweise Asiaten.
Die Asiaten sind ein besondere Bevölkerungsgruppe. Sie sind oft in großen geführten Reisegruppen unterwegs. Sie buchen die Unterkünfte weit im Voraus. Mit kleinen Transportern lassen sie ihr Hauptgepäck von Unterkunft zu Unterkunft bringen. Mit Tagesrucksäcken "rasen" sie dann mit Trekkingstöcken und weit nach vorn gebeugtem Oberkörper in kleinen Gruppen von einer Unterkunft zur nächsten Unterkunft, als ob es kein Morgen geben würde. Asiaten sehen die Bewältigung der Jakobswege als eine sportliche Herausforderung an und dementsprechend ist ihr Wanderstil.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und bin im Abstand von 50 Metern eine Stunde lang hinter einer solchen "Raser"-Gruppe hinterhergelaufen. Zu dieser Zeit hatte ich schon ca. 1000 km in den Beinen und war topfit. Da die Asiaten oft kleiner als die Europäer sind, gleichen sie Geschwindigkeitsnachteile durch eine hohe Schrittfrequenz aus. Als sie feststellten, dass sie mich nicht abschütteln konnten, erhöhten sie ihr Tempo immer mehr. Aus der 6-köpfigen Gruppe fielen nach und nach 4 Asiaten zurück, die das hohe Tempo der Gruppe nicht mehr mitgehen konnten. Als ich sie überholte lächelten sie mich freundlich (aber gequält) an, so wie sie es immer tun, aber die Augen sprachen Bände. Nach einer Stunde habe ich die übriggebliebenen Asiaten lächelnd ziehen lassen.
Wer in einer Herberge auf eine größere Reisegruppe trifft, sollte sich unbedingt nach dem nächsten Tagesziel der Reisegruppe erkundigen. Für meine nächste Tagesetappe würde ich persönlich dann ein anderes Tagesziel wählen. Der Grund dafür ist die Auslastung der Herbergen. Große Reisegruppen belegen eine Herberge schon mal so, dass es keine freien Betten mehr gibt. Das gilt es zu bedenken.
Wer in Herbergen übernachtet, trifft oft dieselben Wanderer. Das liegt daran, dass teilweise gleiche Tagesstrecken zurückgelegt werden. Der Startzeitpunkt am Morgen und das Wandertempo mag unterschiedlich sein, aber am Abend sind plötzlich alle wieder da. So bilden sich manchmal kleine Gruppen von Wanderern, die tagsüber ihren eigenen Weg gehen, aber abends dann in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein sitzen und auch mal gemeinsam kochen. So sind bei mir Wander-Freundschaften entstanden, die bis heute andauern.
Die einheimische Bevölkerung habe ich persönlich als sehr freundlich und hilfsbereit empfunden. In meinen Berichten (siehe "Meine Touren" in der Seitenleiste des Blogs) kann das jeder nachlesen, was ich auf den spanischen Jakobswegen erlebte.
Die Asiaten sind ein besondere Bevölkerungsgruppe. Sie sind oft in großen geführten Reisegruppen unterwegs. Sie buchen die Unterkünfte weit im Voraus. Mit kleinen Transportern lassen sie ihr Hauptgepäck von Unterkunft zu Unterkunft bringen. Mit Tagesrucksäcken "rasen" sie dann mit Trekkingstöcken und weit nach vorn gebeugtem Oberkörper in kleinen Gruppen von einer Unterkunft zur nächsten Unterkunft, als ob es kein Morgen geben würde. Asiaten sehen die Bewältigung der Jakobswege als eine sportliche Herausforderung an und dementsprechend ist ihr Wanderstil.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und bin im Abstand von 50 Metern eine Stunde lang hinter einer solchen "Raser"-Gruppe hinterhergelaufen. Zu dieser Zeit hatte ich schon ca. 1000 km in den Beinen und war topfit. Da die Asiaten oft kleiner als die Europäer sind, gleichen sie Geschwindigkeitsnachteile durch eine hohe Schrittfrequenz aus. Als sie feststellten, dass sie mich nicht abschütteln konnten, erhöhten sie ihr Tempo immer mehr. Aus der 6-köpfigen Gruppe fielen nach und nach 4 Asiaten zurück, die das hohe Tempo der Gruppe nicht mehr mitgehen konnten. Als ich sie überholte lächelten sie mich freundlich (aber gequält) an, so wie sie es immer tun, aber die Augen sprachen Bände. Nach einer Stunde habe ich die übriggebliebenen Asiaten lächelnd ziehen lassen.
Wer in einer Herberge auf eine größere Reisegruppe trifft, sollte sich unbedingt nach dem nächsten Tagesziel der Reisegruppe erkundigen. Für meine nächste Tagesetappe würde ich persönlich dann ein anderes Tagesziel wählen. Der Grund dafür ist die Auslastung der Herbergen. Große Reisegruppen belegen eine Herberge schon mal so, dass es keine freien Betten mehr gibt. Das gilt es zu bedenken.
Wer in Herbergen übernachtet, trifft oft dieselben Wanderer. Das liegt daran, dass teilweise gleiche Tagesstrecken zurückgelegt werden. Der Startzeitpunkt am Morgen und das Wandertempo mag unterschiedlich sein, aber am Abend sind plötzlich alle wieder da. So bilden sich manchmal kleine Gruppen von Wanderern, die tagsüber ihren eigenen Weg gehen, aber abends dann in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein sitzen und auch mal gemeinsam kochen. So sind bei mir Wander-Freundschaften entstanden, die bis heute andauern.
Die einheimische Bevölkerung habe ich persönlich als sehr freundlich und hilfsbereit empfunden. In meinen Berichten (siehe "Meine Touren" in der Seitenleiste des Blogs) kann das jeder nachlesen, was ich auf den spanischen Jakobswegen erlebte.
12) Tiere
Spanien ist nicht nur das Land der Schotterwege,
sondern auch das Land der Hunde.
Gefühlt besitzt jeder Spanier einen Hund. Überall bellen Hunde. Das ist auch ein Hauptgrund, warum ich mit Trekkingstöcken wandere. Sie dienen mir als Verteidigungswaffen und sollen mir freilaufende Hunde vom Leib halten. Das hat bisher immer sehr gut funktioniert. Hunde spüren instinktiv, dass die Spitzen der leicht nach vorn und unten gehaltenen Trekkingstöcke eine Gefahr darstellen.
Nie würde ich einen noch so gütmütigen Hunde an mich heranlassen, auch wenn die Hundebesitzer das beteuern. Die Hundebesitzer sagen das in spanisch, was ich persönlich nicht verstehen würde. Auch in einem solchen Fall würde ich mit den Trekkingstöcken hantieren. Das ist für die Hunde eindeutig und auch die Hundebesitzer verstehen diese Geste sehr genau und nehmen die Hunde an die Leine.
In Spanien gibt es auch viele freilaufende wilde Hunde. Sie machen oft einen sehr verängstigten Eindruck. Ich möchte nicht wissen, was manche Hund in ihrem Leben schon erlebt haben. Wenn sich solche Hunde nähern, reicht meistens eine Armbewegung aus und die Hunde suchen das Weite. Aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Mit Hundebissen ist nicht zu spaßen.
Kommt es doch zu einem Hundebiss (Tollwut-Gefahr), muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Manchmal führen spanische Jakobswege mitten durch Weidegebiete (Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen). In der Regel können Wanderer davon ausgehen, das die Tiere wenig Interesse an den Wanderern zeigen. Sie sind an die Menschen gewöhnt. Das waren zumindest meine bisherigen Erfahrungen. Trotzdem würde ich sehr aufmerksam durch solche Gebiete wandern.
Mit Hütehunden hatte ich noch keinen Kontakt. Daher kann ich darüber nichts berichten.
Gefühlt besitzt jeder Spanier einen Hund. Überall bellen Hunde. Das ist auch ein Hauptgrund, warum ich mit Trekkingstöcken wandere. Sie dienen mir als Verteidigungswaffen und sollen mir freilaufende Hunde vom Leib halten. Das hat bisher immer sehr gut funktioniert. Hunde spüren instinktiv, dass die Spitzen der leicht nach vorn und unten gehaltenen Trekkingstöcke eine Gefahr darstellen.
Nie würde ich einen noch so gütmütigen Hunde an mich heranlassen, auch wenn die Hundebesitzer das beteuern. Die Hundebesitzer sagen das in spanisch, was ich persönlich nicht verstehen würde. Auch in einem solchen Fall würde ich mit den Trekkingstöcken hantieren. Das ist für die Hunde eindeutig und auch die Hundebesitzer verstehen diese Geste sehr genau und nehmen die Hunde an die Leine.
In Spanien gibt es auch viele freilaufende wilde Hunde. Sie machen oft einen sehr verängstigten Eindruck. Ich möchte nicht wissen, was manche Hund in ihrem Leben schon erlebt haben. Wenn sich solche Hunde nähern, reicht meistens eine Armbewegung aus und die Hunde suchen das Weite. Aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Mit Hundebissen ist nicht zu spaßen.
Kommt es doch zu einem Hundebiss (Tollwut-Gefahr), muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Manchmal führen spanische Jakobswege mitten durch Weidegebiete (Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen). In der Regel können Wanderer davon ausgehen, das die Tiere wenig Interesse an den Wanderern zeigen. Sie sind an die Menschen gewöhnt. Das waren zumindest meine bisherigen Erfahrungen. Trotzdem würde ich sehr aufmerksam durch solche Gebiete wandern.
Mit Hütehunden hatte ich noch keinen Kontakt. Daher kann ich darüber nichts berichten.
Nachtrag (März 2024): Hier muss ich jetzt ein Thema ansprechen, dass eng mit dem Punkt 7) Übernachtungen verbunden ist. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal darüber etwas schreiben müsste.
Es geht um "blutgierige Kleintiere", wie Bettwanzen, Flöhe usw.. Ich habe in Portugal Wanderer getroffen, die von Bettwanzen vollkommen zerbissen waren und sogar zum Arzt mussten. Offensichtlich haben sich die Wanderer diese Probleme in den Herbergen zugezogen.
Ich kenne dieses Problem auch aus Spanien, aber nicht so ausgeprägt, wie in Portugal.
Deshalb habe ich für mich bei der Übernachtung in Herbergen strenge Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Die wichtigste Maßnahme ist die Vermeidung jeglichen unmittelbaren Körperkontakts mit Matratzen und Decken. Um das zu erreichen habe ich immer in einem leichten Biwaksack geschlafen. In kühleren Nächten verwendete ich über dem Biwaksack zusätzlich einen Quilt mit einer Komforttemperatur von 5°C. Vorhandene Decken nutzte ich nie, auch wenn das noch so verlockend war. Selbst angebotene Bettwäsche habe ich nur nach eingehender Prüfung verwendet.
Auch während der Wanderung achtete ich bei Pausen darauf, wo ich meinen Rucksack abstellen kann. Dabei vermied ich, wenn das möglich war, Sandflächen, Dreck usw..
13) Verletzungen, Medikamente und Hilfsmittel
Medikamente für den
persönlichen Bedarf gehören unbedingt in den
Rucksack. Das darf niemand vergessen.
In den größeren Ortschaften gibt es Apotheken. Die Mitarbeiter der Apotheken kennen teilweise auch die deutschen Bezeichnungen von Medikamenten, die von vielen Wanderern nachgefragt werden.
Typische Verletzungen von Wanderern sind Blasen (siehe Thema-E1 in diesem Menüpunkt) und Sehnenentzündungen (siehe Thema-E2 in diesem Menüpunkt). In den Themen gehe ich auf die genannten Probleme ein, was ich daher hier nicht wiederholen möchte.
Eine Sache will ich unbedingt noch ansprechen. Das ist die Tagesstrecke und das Gehtempo. Wer diese beiden Punkte nicht gebührend beachtet, landet schnell bei den erwähnten Verletzungen. Deshalb ist es wichtig die ersten Tage einer Wandertour auf den spanischen Jakobswegen mit moderaten Tagesetappen zu beginnen. Keinesfalls sollte man sich vom Gehtempo anderer Wanderer anstecken lassen. In der Trekking-Szene gibt es das ungeschriebene Gesetz "HYOH" (engl.: (H)ike (Y)our (O)wn (H)ike, dt.: Gehe deinen eigenen Weg bzw. Gehe dein eigenes Tempo). Ich musste da schon bitteres Lehrgeld bezahlen. So schön und interessant es ist mit anderen Wanderern in einer Gruppe zu gehen, so gefährlich ist das auch. Ein Wanderer geht mit Leichtigkeit ein Tempo, das andere Wanderer an ihre Leistungsgrenzen bringt, wenn sie mithalten wollen. Das führt am Ende einer Tagesetappe dazu, dass der eine Wanderer noch aussieht, als wäre er gerade aufgestanden, der andere Wanderer aber gerade vor dem Herzkollaps steht. Wer mehrere Tage so verfährt, landet schnell an seinen persönlichen (körperlichen und geistigen) Grenzen. Ich brauche immer eine gewisse Anlaufzeit von 7-10 Tagen. Abhängig ist das auch von der Strecke und ob ich von Verletzungen verschont geblieben bin. Danach kann ich schrittweise die Tagesstrecke und das Gehtempo erhöhen, wenn ich das will.
Umgekehrt ist es genauso. Wenn die Wandergruppe zu langsam ist, kommt der gesamte eigene Zeitplan in Gefahr.
Mit mehr Wandererfahrung war dann meine Vorgehensweise so, dass ich das Wanderverhalten der Gruppe genau beobachtete, in der ich mich befand. War die Gruppe für mich zu schnell, machte ich eine längere Pause. War die Gruppe zu langsam, ließ ich einfach eine Pause aus und ging weiter. Aber jedesmal gab ich eine Erklärung ab, warum ich mich so verhalten habe. Das ist manchmal unangenehm, speziell, wenn langsamere Wanderer "einfach zurückgelasssen" werden, aber es ist ehrlich und entspricht den Realitäten. Man kann sich ja am Abend in einer Herberge treffen, wenn die Tagesstrecken zusammenpassen.
Von erfahrenen Wanderern weiß ich, dass sie auf Langstreckenwanderungen nach 7-10 Tagen einen Ruhetag (siehe Thema-F7 in diesem Menüpunkt) einlegen. Am Anfang hielt ich das auf meinen Wandertouren nicht für notwendig. Wenn es "lief", dann spulte ich einen Tag nach dem anderen Tag ab. Aber irgendwann schlichen sich Verletzungen ein, die ich nicht so einfach abtun konnte. Ruhepausen waren angesagt und so spielte sich auch bei mir ein bestimmter Rhythmus ein. Meinen Rhythmus halte ich möglichst variabel. Wenn ich mich gut fühle, mache ich seltener einen Ruhetag. Ist die Strecke schwierig, schiebe ich öfters mal einen Ruhetag ein. Für Ruhetage suche ich mir immer größere Ortschaften aus, wo ich mich auch mal auf Besichtigungstour begeben kann. Aus den erwähnten Gründen würde ich zB auf dem Camino Frances irgendwo in der Mitte, also nach ca. 400 km, einen Ruhetag einlegen.
Aus meinen bisher realisierten Langstreckenwanderungen weiß ich, dass die tägliche Nahrungszufuhr nicht ausreicht den täglichen Kalorienbedarf zu decken. Deshalb verliere ich auf meinen Wandertouren auch immer Gewicht. Einmal sogar bis zu 10 kg. Das ist immerhin ein 10-Liter-Eimer voll Wasser.
Deshalb gönne ich mir auf meinen Wandertouren auch immer mal ein paar "Extras". Dazu gehört eine Cola für den Zuckernachschub am Nachmittag, wenn der Rest der Tagestrecke noch ansteht. Auch Traubenzucker-Tabletten stecken immer in meinem Rucksack. Traubenzucker geht schnell ins Blut und ist sozusagen, neben Cola, mein "Dopingmittel". Auch Mineralmangel gehört zu den Nebenerscheinungen einer Langstreckenwanderung.
In den größeren Ortschaften gibt es Apotheken. Die Mitarbeiter der Apotheken kennen teilweise auch die deutschen Bezeichnungen von Medikamenten, die von vielen Wanderern nachgefragt werden.
Typische Verletzungen von Wanderern sind Blasen (siehe Thema-E1 in diesem Menüpunkt) und Sehnenentzündungen (siehe Thema-E2 in diesem Menüpunkt). In den Themen gehe ich auf die genannten Probleme ein, was ich daher hier nicht wiederholen möchte.
Eine Sache will ich unbedingt noch ansprechen. Das ist die Tagesstrecke und das Gehtempo. Wer diese beiden Punkte nicht gebührend beachtet, landet schnell bei den erwähnten Verletzungen. Deshalb ist es wichtig die ersten Tage einer Wandertour auf den spanischen Jakobswegen mit moderaten Tagesetappen zu beginnen. Keinesfalls sollte man sich vom Gehtempo anderer Wanderer anstecken lassen. In der Trekking-Szene gibt es das ungeschriebene Gesetz "HYOH" (engl.: (H)ike (Y)our (O)wn (H)ike, dt.: Gehe deinen eigenen Weg bzw. Gehe dein eigenes Tempo). Ich musste da schon bitteres Lehrgeld bezahlen. So schön und interessant es ist mit anderen Wanderern in einer Gruppe zu gehen, so gefährlich ist das auch. Ein Wanderer geht mit Leichtigkeit ein Tempo, das andere Wanderer an ihre Leistungsgrenzen bringt, wenn sie mithalten wollen. Das führt am Ende einer Tagesetappe dazu, dass der eine Wanderer noch aussieht, als wäre er gerade aufgestanden, der andere Wanderer aber gerade vor dem Herzkollaps steht. Wer mehrere Tage so verfährt, landet schnell an seinen persönlichen (körperlichen und geistigen) Grenzen. Ich brauche immer eine gewisse Anlaufzeit von 7-10 Tagen. Abhängig ist das auch von der Strecke und ob ich von Verletzungen verschont geblieben bin. Danach kann ich schrittweise die Tagesstrecke und das Gehtempo erhöhen, wenn ich das will.
Umgekehrt ist es genauso. Wenn die Wandergruppe zu langsam ist, kommt der gesamte eigene Zeitplan in Gefahr.
Mit mehr Wandererfahrung war dann meine Vorgehensweise so, dass ich das Wanderverhalten der Gruppe genau beobachtete, in der ich mich befand. War die Gruppe für mich zu schnell, machte ich eine längere Pause. War die Gruppe zu langsam, ließ ich einfach eine Pause aus und ging weiter. Aber jedesmal gab ich eine Erklärung ab, warum ich mich so verhalten habe. Das ist manchmal unangenehm, speziell, wenn langsamere Wanderer "einfach zurückgelasssen" werden, aber es ist ehrlich und entspricht den Realitäten. Man kann sich ja am Abend in einer Herberge treffen, wenn die Tagesstrecken zusammenpassen.
Von erfahrenen Wanderern weiß ich, dass sie auf Langstreckenwanderungen nach 7-10 Tagen einen Ruhetag (siehe Thema-F7 in diesem Menüpunkt) einlegen. Am Anfang hielt ich das auf meinen Wandertouren nicht für notwendig. Wenn es "lief", dann spulte ich einen Tag nach dem anderen Tag ab. Aber irgendwann schlichen sich Verletzungen ein, die ich nicht so einfach abtun konnte. Ruhepausen waren angesagt und so spielte sich auch bei mir ein bestimmter Rhythmus ein. Meinen Rhythmus halte ich möglichst variabel. Wenn ich mich gut fühle, mache ich seltener einen Ruhetag. Ist die Strecke schwierig, schiebe ich öfters mal einen Ruhetag ein. Für Ruhetage suche ich mir immer größere Ortschaften aus, wo ich mich auch mal auf Besichtigungstour begeben kann. Aus den erwähnten Gründen würde ich zB auf dem Camino Frances irgendwo in der Mitte, also nach ca. 400 km, einen Ruhetag einlegen.
Aus meinen bisher realisierten Langstreckenwanderungen weiß ich, dass die tägliche Nahrungszufuhr nicht ausreicht den täglichen Kalorienbedarf zu decken. Deshalb verliere ich auf meinen Wandertouren auch immer Gewicht. Einmal sogar bis zu 10 kg. Das ist immerhin ein 10-Liter-Eimer voll Wasser.
Deshalb gönne ich mir auf meinen Wandertouren auch immer mal ein paar "Extras". Dazu gehört eine Cola für den Zuckernachschub am Nachmittag, wenn der Rest der Tagestrecke noch ansteht. Auch Traubenzucker-Tabletten stecken immer in meinem Rucksack. Traubenzucker geht schnell ins Blut und ist sozusagen, neben Cola, mein "Dopingmittel". Auch Mineralmangel gehört zu den Nebenerscheinungen einer Langstreckenwanderung.
Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Körper einen
Mineralschub gebrauchen könnte, gönne ich mir am
Abend eine Packung
orthomol vital m -Mineraltabletten. Im
Schnitt ist das alle 5-7 Tage.
14) Besonderheiten
Es gibt zwei Besonderheiten, die mir auf den
Jakobswegen in Spanien aufgefallen sind, die ich
hier nicht unerwähnt lassen will.
Spanien ist als katholisches Land bekannt. Das sieht und spürt man unterwegs überall. Wenn kirchliche Feiertage auf einen Donnerstag oder Freitag fallen, nutzen viele Spanier das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub mit der Familie. Auch die Betreiber der privaten Pilgerherbergen, Hostals und Hotels schließen dann einfach ihre Unterkünfte und verreisen. An solchen Wochenenden ist es extrem schwierig eine Herberge zu finden.
Die Bedingung für eine Urkunde über die erfolgreiche Begehung eines Jakobsweges ist, dass mindestens 100 km auf dem Jakobsweg zurückgelegt werden müssen. Nachgewiesen wird das über die Stempel im Pilgerausweis. Ca. 100 km vor Santiago de Compostela liegt die Stadt Sarria. In dieser Stadt steigen daher unglaublich viele Wanderer in den Jakobweg ein, weil sie auf die Urkunde scharf sind. Die Herbergen sind überfüllt, ebenso die Wanderwege. Das ist einfach unglaublich, was da abgeht. Darauf sollte jeder Wanderer vorbereitet sein.
Spanien ist als katholisches Land bekannt. Das sieht und spürt man unterwegs überall. Wenn kirchliche Feiertage auf einen Donnerstag oder Freitag fallen, nutzen viele Spanier das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub mit der Familie. Auch die Betreiber der privaten Pilgerherbergen, Hostals und Hotels schließen dann einfach ihre Unterkünfte und verreisen. An solchen Wochenenden ist es extrem schwierig eine Herberge zu finden.
Die Bedingung für eine Urkunde über die erfolgreiche Begehung eines Jakobsweges ist, dass mindestens 100 km auf dem Jakobsweg zurückgelegt werden müssen. Nachgewiesen wird das über die Stempel im Pilgerausweis. Ca. 100 km vor Santiago de Compostela liegt die Stadt Sarria. In dieser Stadt steigen daher unglaublich viele Wanderer in den Jakobweg ein, weil sie auf die Urkunde scharf sind. Die Herbergen sind überfüllt, ebenso die Wanderwege. Das ist einfach unglaublich, was da abgeht. Darauf sollte jeder Wanderer vorbereitet sein.
15) Abreise
Das Ziel meiner Wandertouren auf den spanischen
Jakobswegen ist immer die Stadt
Santiago de Compostela.
Vor einigen Jahren gab es noch Direktflüge von Santiago de Compostela nach Hahn bei Frankfurt. Einmal nutzte ich diese Abreise-Möglichkeit.
Aber die letzten beiden Abreisen realisierte ich per Flugzeug von Madrid nach Berlin. Nach Madrid kam ich einmal per Flugzeug von Santiago de Compostela. Beim anderen mal fuhr ich von Salamanca mit dem Fernbus nach Madrid. Auch das hat ohne Probleme funktioniert.
Vor einigen Jahren gab es noch Direktflüge von Santiago de Compostela nach Hahn bei Frankfurt. Einmal nutzte ich diese Abreise-Möglichkeit.
Aber die letzten beiden Abreisen realisierte ich per Flugzeug von Madrid nach Berlin. Nach Madrid kam ich einmal per Flugzeug von Santiago de Compostela. Beim anderen mal fuhr ich von Salamanca mit dem Fernbus nach Madrid. Auch das hat ohne Probleme funktioniert.
Nachtrag (März 2024): Eine weitere Möglichkeit für die Abreise aus Santiago de Compostela ist eine 3-stündige Busfahrt (zB mit Alsa oder Flixbus) zum Flughafen nach Porto. Von dort gibt es Direktflüge in mehrere deutsche Städte.
16) Berichte
Genug gelabert. Jetzt ist es Zeit für die Berichte zu den bereits realisierten Jakobswegen.
F11) Februar 2022:
Gruppendynamik
- Was steckt hinter diesem
Begriff?
Wer sich intensiv in der Trekking-Szene umsieht, stößt
irgendwann auf eine Redewendung, die da lautet:
Hike Your Own Hike (HYOH) - Gehe deine eigene Wandertour (- Gehe deinen eigenen Weg)
Was steckt hinter dieser Redewendung und welche Verbindung besteht zur Ausgangsfrage?
Jeder ist sicherlich schon in einer Gruppe wandern gewesen. Entweder mit dem Lebenspartner, der Familie, Freunden oder sogar wildfremden Menschen. In einer Gruppe entwickelt sich oft eine eigenartige Dynamik. Bestimmt wird diese Gruppendynamik von den Mitgliedern der Gruppe. Sind die Mitglieder der Gruppe hauptsächlich sportlich ausgerichtet, wird eher ein hohes Gehtempo angeschlagen, weil die Gruppenmitglieder ein gewisses sportliches Grundniveau besitzen. Bei einer Freizeitgruppe steht mehr der Unterhaltungswert im Vordergrund. Dieser Gruppe wird sich weniger schnell über den Wanderweg bewegen.
Auch auf Langstreckenwanderungen kommt es immer wieder vor, dass sich Wanderer unterwegs treffen. Wenn ein gemeinsames Tagesziel besteht, tun sich die Wanderer dann oft zusammen. Manchmal starten Wanderer gleichzeitig, so dass zwangsläufig Teile einer Tagesetappe gemeinsam gelaufen werden.
Bei solchen Gruppenwanderungen tun sich sofort zwei generelle Probleme auf:
(1) das Gehtempo und
(2) die Pausenhäufigkeit und -länge.
Wer sich also durch Zufall in einer solchen Gruppe befindet, muss aufpassen, dass er nicht den zwei genannten Problemen zum Opfer fällt.
Ein zu hohes (1) Gehtempo kann zu Verletzungen führen, die ihre Ursache oft in einer Überlastung haben. Bei einer schwerwiegenden Verletzung kann das sogar zu einem Abbruch der Langstreckenwanderung führen. Und das nur, weil man unbedingt mit einem schnelleren Wanderer ein oder zwei Tage gemeinsam laufen wollte.
Auch die (2) Pausenhäufigkeit und -länge ist nicht zu unterschätzen. Zu viele oder zu lange Pausen können den eigenen Zeitplan gehörig durcheinanderwirbeln.
Deshalb muss eine Entscheidung her, ob die Gruppe verlassen werden soll.
Wenn ich feststelle, dass der Verbleib in einer Gruppe über kurz oder lang zu Problemen führen könnte, verlasse ich die Gruppe bei einer passenden Gelegenheit. Vorher gebe ich allerdings eine Erklärung ab, warum ich die Gruppe verlasse. Das ist manchmal etwas unangenehm, wenn zB ein langsamerer Wanderer einfach in der "Wildnis" stehengelassen wird.
Meistens mache ich das in einer Pause. Wenn andere Wanderer schneller sind, verlängere ich einfach meine Pause. Bin ich schneller als andere Wanderer, lasse ich einfach eine Pause aus und gehe die nächsten Kilometer etwas schneller.
Es gibt nicht nur den Zufall, der zu einer Gruppe führen kann. Auf einer Wandertour auf dem Jakobsweg Via de la Plata in Spanien fragte mich in einer Herberge eine junge Frau aus Deutschland, ob sie mit mir am nächsten Tag zusammen ihren ersten Wandertag bestreiten kann. In der Regel lehne ich eine solche Bitte nie ab. Also starteten wir am nächsten Morgen gemeinsam die Tagesetappe. Das hohe Gehtempo der jungen Frau hat mich überrascht. Ich konnte aber mithalten, weil ich zu dem Zeitpunkt schon einige Tage unterwegs war. Am nächsten Tag, bei einer Vormittags-Pause, sagte sie mir, dass sie eine längere Pause machen wollte. Das war für mich der Hinweis, dass sie gerne alleine weitergehen will. Die Wanderin habe ich nicht mehr getroffen. Viele Tage später erzählten mir andere Wanderer von der jungen Frau, dass sie eine Pause einlegen musste, weil sie Blasen an den Füßen hatte. Da war mir sofort klar, dass das (1) Gehtempo, was sie selber angeschlagen hatte, für sie zu schnell war. Offenbar wollte sie mich beeindrucken, was aber nach hinten losgegangen ist.
Ich könnte noch weitere Beispiele aufzählen, wo ich selbst Lehrgeld bezahlen musste. Aber ich will es bei dem einen Beispiel belassen.
Hike Your Own Hike (HYOH) - Gehe deine eigene Wandertour (- Gehe deinen eigenen Weg)
Was steckt hinter dieser Redewendung und welche Verbindung besteht zur Ausgangsfrage?
Jeder ist sicherlich schon in einer Gruppe wandern gewesen. Entweder mit dem Lebenspartner, der Familie, Freunden oder sogar wildfremden Menschen. In einer Gruppe entwickelt sich oft eine eigenartige Dynamik. Bestimmt wird diese Gruppendynamik von den Mitgliedern der Gruppe. Sind die Mitglieder der Gruppe hauptsächlich sportlich ausgerichtet, wird eher ein hohes Gehtempo angeschlagen, weil die Gruppenmitglieder ein gewisses sportliches Grundniveau besitzen. Bei einer Freizeitgruppe steht mehr der Unterhaltungswert im Vordergrund. Dieser Gruppe wird sich weniger schnell über den Wanderweg bewegen.
Auch auf Langstreckenwanderungen kommt es immer wieder vor, dass sich Wanderer unterwegs treffen. Wenn ein gemeinsames Tagesziel besteht, tun sich die Wanderer dann oft zusammen. Manchmal starten Wanderer gleichzeitig, so dass zwangsläufig Teile einer Tagesetappe gemeinsam gelaufen werden.
Bei solchen Gruppenwanderungen tun sich sofort zwei generelle Probleme auf:
(1) das Gehtempo und
(2) die Pausenhäufigkeit und -länge.
Wer sich also durch Zufall in einer solchen Gruppe befindet, muss aufpassen, dass er nicht den zwei genannten Problemen zum Opfer fällt.
Ein zu hohes (1) Gehtempo kann zu Verletzungen führen, die ihre Ursache oft in einer Überlastung haben. Bei einer schwerwiegenden Verletzung kann das sogar zu einem Abbruch der Langstreckenwanderung führen. Und das nur, weil man unbedingt mit einem schnelleren Wanderer ein oder zwei Tage gemeinsam laufen wollte.
Auch die (2) Pausenhäufigkeit und -länge ist nicht zu unterschätzen. Zu viele oder zu lange Pausen können den eigenen Zeitplan gehörig durcheinanderwirbeln.
Deshalb muss eine Entscheidung her, ob die Gruppe verlassen werden soll.
Wenn ich feststelle, dass der Verbleib in einer Gruppe über kurz oder lang zu Problemen führen könnte, verlasse ich die Gruppe bei einer passenden Gelegenheit. Vorher gebe ich allerdings eine Erklärung ab, warum ich die Gruppe verlasse. Das ist manchmal etwas unangenehm, wenn zB ein langsamerer Wanderer einfach in der "Wildnis" stehengelassen wird.
Meistens mache ich das in einer Pause. Wenn andere Wanderer schneller sind, verlängere ich einfach meine Pause. Bin ich schneller als andere Wanderer, lasse ich einfach eine Pause aus und gehe die nächsten Kilometer etwas schneller.
Es gibt nicht nur den Zufall, der zu einer Gruppe führen kann. Auf einer Wandertour auf dem Jakobsweg Via de la Plata in Spanien fragte mich in einer Herberge eine junge Frau aus Deutschland, ob sie mit mir am nächsten Tag zusammen ihren ersten Wandertag bestreiten kann. In der Regel lehne ich eine solche Bitte nie ab. Also starteten wir am nächsten Morgen gemeinsam die Tagesetappe. Das hohe Gehtempo der jungen Frau hat mich überrascht. Ich konnte aber mithalten, weil ich zu dem Zeitpunkt schon einige Tage unterwegs war. Am nächsten Tag, bei einer Vormittags-Pause, sagte sie mir, dass sie eine längere Pause machen wollte. Das war für mich der Hinweis, dass sie gerne alleine weitergehen will. Die Wanderin habe ich nicht mehr getroffen. Viele Tage später erzählten mir andere Wanderer von der jungen Frau, dass sie eine Pause einlegen musste, weil sie Blasen an den Füßen hatte. Da war mir sofort klar, dass das (1) Gehtempo, was sie selber angeschlagen hatte, für sie zu schnell war. Offenbar wollte sie mich beeindrucken, was aber nach hinten losgegangen ist.
Ich könnte noch weitere Beispiele aufzählen, wo ich selbst Lehrgeld bezahlen musste. Aber ich will es bei dem einen Beispiel belassen.
F12) Februar 2022: Wanderzeitraum -
Wann ist der beste Zeitraum für
Langstreckenwanderungen?
Vor einigen Jahren hätte ich diese Frage eindeutig mit
dem Zeitraum Juni bis September (Sommer)
beantwortet. Bestimmend für diesen Zeitraum war
hauptsächlich das Wetter. Wer will nicht bei angenehmen
Temperaturen wandern.
Mit den Jahren hat sich das aber geändert. Meine Langstreckenwanderungen in Deutschland absolviere ich jetzt gerne im Zeitraum Mai bis Juni oder September bis Oktober. Diese Verschiebung des Wanderzeitraums in den Frühling oder den Herbst hat seine Ursaache vor allem in der veränderten Ausrüstung.
Qualitätsmäßig gute Ausrüstung ist nicht billig. Deshalb achte ich schon seit einigen Jahren darauf, dass ich durch eine geschickte Kombination von Ausrüstungsgegenständen von Frühjahr bis Herbst wandern kann. Mit einem Sommerquilt zB kann ich auch im Frühjahr oder Herbst erholsam schlafen, wenn ich duch zusätzliche Schlafkleidung für angenehme Schlaftemperaturen sorgen kann. Ähnlich verhält es sich mit anderen Ausrüstungsgegenständen.
"Einer für Alles" (Ein Ausrüstungsgegenstand für alle Jahreszeiten/Klimazonen) lautet meine Devise. Bisher ist mir das gut gelungen. Das verringert die Kosten für die Ausrüstung und fördert auch den Nachhaltigkeitsgedanken, weil ich nicht für jede Gelegenheit eine spezielle Ausrüstung benötige.
Die soeben angestellten Betrachtungen gelten auch für andere Länder.
Deshalb wandere ich zB in Spanien auf den Jakobswegen gerne in den Zeiträumen Februar bis März oder Oktober bis November. Einmal gibt es zu diesen Zeitenpunkten nicht die bekannten Massenaufläufe auf den spanischen Jakobswegen, wie zu anderen Jahreszeiten. Dann spielt das Wetter (Regenzeit, Temperaturen um den Gefrierpunkt) auch eine Rolle, was viele Wanderer abhält, mir aber wegen meiner Ausrüstung keine Probleme bereitet.
Mit den Jahren hat sich das aber geändert. Meine Langstreckenwanderungen in Deutschland absolviere ich jetzt gerne im Zeitraum Mai bis Juni oder September bis Oktober. Diese Verschiebung des Wanderzeitraums in den Frühling oder den Herbst hat seine Ursaache vor allem in der veränderten Ausrüstung.
Qualitätsmäßig gute Ausrüstung ist nicht billig. Deshalb achte ich schon seit einigen Jahren darauf, dass ich durch eine geschickte Kombination von Ausrüstungsgegenständen von Frühjahr bis Herbst wandern kann. Mit einem Sommerquilt zB kann ich auch im Frühjahr oder Herbst erholsam schlafen, wenn ich duch zusätzliche Schlafkleidung für angenehme Schlaftemperaturen sorgen kann. Ähnlich verhält es sich mit anderen Ausrüstungsgegenständen.
"Einer für Alles" (Ein Ausrüstungsgegenstand für alle Jahreszeiten/Klimazonen) lautet meine Devise. Bisher ist mir das gut gelungen. Das verringert die Kosten für die Ausrüstung und fördert auch den Nachhaltigkeitsgedanken, weil ich nicht für jede Gelegenheit eine spezielle Ausrüstung benötige.
Die soeben angestellten Betrachtungen gelten auch für andere Länder.
Deshalb wandere ich zB in Spanien auf den Jakobswegen gerne in den Zeiträumen Februar bis März oder Oktober bis November. Einmal gibt es zu diesen Zeitenpunkten nicht die bekannten Massenaufläufe auf den spanischen Jakobswegen, wie zu anderen Jahreszeiten. Dann spielt das Wetter (Regenzeit, Temperaturen um den Gefrierpunkt) auch eine Rolle, was viele Wanderer abhält, mir aber wegen meiner Ausrüstung keine Probleme bereitet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich meine
Wanderzeiträume, unabhängig vom jeweiligen Land, in
Jahreszeiten verschoben haben, wo ich tagsüber mit
Temperaturen bis zum Gefrierpunkt und nachts mit
Temperaturen bis -5°C auskommen muss.
F13) Juni 2022: Wildcamping/Biwak -
Was ist der Unterschied und was ist
erlaubt/verboten?
Ich kann mich noch sehr genau an meine ersten
mehrtägigen Wandertouren erinnern.
Das war auf dem Harzer Hexenstieg. Für die 96 km brauchte ich 3 Tage mit 2 Übernachtungen in Herbergen/Hotels.
Dann war ich auf dem Rennsteig unterwegs. Dort übernachtete ich in Schutzhütten.
Beide Übernachtungsmöglichkeiten haben den Nachteil, dass man bis zum gewünschten Zielort (Herberge/Hotel oder Schutzhütte) laufen muss. Eigene Befindlichkeiten, das Wetter und die Wegbeschaffenheit spielen für das Erreichen des Zielortes keine Rolle. Man muss dahin, was nicht immer leicht ist.
Oft genug ertappte ich mich dabei, dass ich auf der Stelle mit meiner Tagesetappe aufhören wollte.
Sehr schnell rückte dann bei mir die Übernachtungsmöglichkeit im Zelt in den Fokus. Später stieg ich dann aus Gewichtsgründen auf ein Tarp um. Das erhöhte meinen Spielraum bei der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz enorm. Gelegentlich probierte ich auch die Übernachtung im Biwak (Cowboy-Camping) aus.
Das war auf dem Harzer Hexenstieg. Für die 96 km brauchte ich 3 Tage mit 2 Übernachtungen in Herbergen/Hotels.
Dann war ich auf dem Rennsteig unterwegs. Dort übernachtete ich in Schutzhütten.
Beide Übernachtungsmöglichkeiten haben den Nachteil, dass man bis zum gewünschten Zielort (Herberge/Hotel oder Schutzhütte) laufen muss. Eigene Befindlichkeiten, das Wetter und die Wegbeschaffenheit spielen für das Erreichen des Zielortes keine Rolle. Man muss dahin, was nicht immer leicht ist.
Oft genug ertappte ich mich dabei, dass ich auf der Stelle mit meiner Tagesetappe aufhören wollte.
Sehr schnell rückte dann bei mir die Übernachtungsmöglichkeit im Zelt in den Fokus. Später stieg ich dann aus Gewichtsgründen auf ein Tarp um. Das erhöhte meinen Spielraum bei der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz enorm. Gelegentlich probierte ich auch die Übernachtung im Biwak (Cowboy-Camping) aus.
Was ist der Unterschied zwischen Wildcamping und Biwak?
Beim Wildcamping spricht man im
allgemeinen vom "Zelten", d.h. für die
Übernachtung wird ein rundum geschlossenes
Zelt verwendet.
Beim Biwak wird unter freiem Himmel
übernachtet. Meistens wird auf einer Isomatte
und einer Unterlage geschlafen. Zusätzlich kann
ein Biwaksack zum Einsatz kommen. Der
Regenschutz wird durch eine einfache
Plane (Tarp), die nach allen
Seiten offen ist, sichergestellt.
Was ist in Deutschland erlaubt?
Wildcampen (Zelt) ist in Deutschland generell verboten. Aber viele tun es trotzdem, weil oft unterwegs keine anderen Möglichkeiten bestehen. Man ist zur gewünschten Zeit meistens nicht an einem Campingplatz. Deshalb suchen sich Wanderer sichtgeschützte Stellen auf Wiesen und in Wäldern aus, wo sie ihr Zelt aufschlagen können.
In vielen anderen Ländern ist Wildcampen ebenfalls verboten und wird teilweise mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Aber viele Ordnungshüter sehen darüber hinweg, wenn sie auf Zelte mitten in der Wildnis treffen. In netten Gesprächen lässt sich meistens klären, warum gerade an dieser Stelle ein Zelt aufgebaut wurde. Ich habe das vielfach auf meinen Wandertouren so erlebt.
Die Übernachtung im Freien (Biwak) ist in Deutschland erlaubt, ausgenommen im Bundesland Berlin. Für das Biwak darf eine "Plane" (Tarp) verwendet werden.
Natürlich gibt es auch Länder, wo das Wildcampen und Biwakieren ausdrücklich erlaubt ist. In Norwegen, Schweden und Finnland ist das möglich. In diesen Ländern heißt das "Jedermannsrecht". Selbst Übernachtungen auf privaten Grundstücken sind realisierbar, wenn die Grundstücksbesitzer freundlich gefragt werden und das erlauben.
Es ist selbstverständlich, dass beim Wildcampen und Biwakieren keine Spuren (LNT, Leave No Trace) hinterlassen werden. Niemand soll erkennen, das da jemand übernachtet hat.
Ein ganz spezielles Thema sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Bei der Planung einer Wandertour können diese Naturschutzgebiete weiträumig umgangen werden. Aber immer ist das nicht möglich, besonders, wenn die Naturschutzgebiete sehr groß sind. Oft führen bekannte Wanderwege genau durch solche Naturschutzgebiete.
Jedenfalls ist das ein heiß diskutiertes Thema, ob man in Naturschutzgebieten Wildcampen oder Biwakieren darf.
Wenn ich keine andere Möglichkeiten finde, würde ich das im Notfall tun. Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung.
Wildcampen (Zelt) ist in Deutschland generell verboten. Aber viele tun es trotzdem, weil oft unterwegs keine anderen Möglichkeiten bestehen. Man ist zur gewünschten Zeit meistens nicht an einem Campingplatz. Deshalb suchen sich Wanderer sichtgeschützte Stellen auf Wiesen und in Wäldern aus, wo sie ihr Zelt aufschlagen können.
In vielen anderen Ländern ist Wildcampen ebenfalls verboten und wird teilweise mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Aber viele Ordnungshüter sehen darüber hinweg, wenn sie auf Zelte mitten in der Wildnis treffen. In netten Gesprächen lässt sich meistens klären, warum gerade an dieser Stelle ein Zelt aufgebaut wurde. Ich habe das vielfach auf meinen Wandertouren so erlebt.
Die Übernachtung im Freien (Biwak) ist in Deutschland erlaubt, ausgenommen im Bundesland Berlin. Für das Biwak darf eine "Plane" (Tarp) verwendet werden.
Natürlich gibt es auch Länder, wo das Wildcampen und Biwakieren ausdrücklich erlaubt ist. In Norwegen, Schweden und Finnland ist das möglich. In diesen Ländern heißt das "Jedermannsrecht". Selbst Übernachtungen auf privaten Grundstücken sind realisierbar, wenn die Grundstücksbesitzer freundlich gefragt werden und das erlauben.
Es ist selbstverständlich, dass beim Wildcampen und Biwakieren keine Spuren (LNT, Leave No Trace) hinterlassen werden. Niemand soll erkennen, das da jemand übernachtet hat.
Ein ganz spezielles Thema sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Bei der Planung einer Wandertour können diese Naturschutzgebiete weiträumig umgangen werden. Aber immer ist das nicht möglich, besonders, wenn die Naturschutzgebiete sehr groß sind. Oft führen bekannte Wanderwege genau durch solche Naturschutzgebiete.
Jedenfalls ist das ein heiß diskutiertes Thema, ob man in Naturschutzgebieten Wildcampen oder Biwakieren darf.
Wenn ich keine andere Möglichkeiten finde, würde ich das im Notfall tun. Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung.
F14) August 2022: Rechts oder Links - Wo gehe ich
auf Straßen, Rad- und Wanderwegen?
Die Frage ist leicht zu beantworten.
Ich gehe generell immer auf der linken Seite.
Schon in der Schule wurde uns beigebracht, dass wir auf Straßen außerhalb von geschlossenen Ortschaften links gehen sollten.
Auch auf Radwegen gehe ich links. Nur so kann ich beurteilen, ob mich entgegenkommende Radfahrer erkennen und ausweichen. Wenn sie nicht ausweichen, bleibt mir immer noch der "kühne" Sprung an die Seite, notfalls ins Gebüsch oder die Brennnesseln. Das musste ich schon mehrmals tun, weil Radfahrer durch irgendwas abgelenkt waren (Handy, Gespräche mit anderen Radfahrern usw) und mich als entgegenkommenden Wanderer nicht rechtzeitig bemerkten.
In den letzten Jahren sind immer mehr ältere Menschen mit E-Bikes unterwegs. Oft tun sie das mit überhöhter Geschwindigkeit. Viele können bei Problemen nicht rechtzeitig und angemessen reagieren.
Die Frage ist leicht zu beantworten.
Ich gehe generell immer auf der linken Seite.
Schon in der Schule wurde uns beigebracht, dass wir auf Straßen außerhalb von geschlossenen Ortschaften links gehen sollten.
Auch auf Radwegen gehe ich links. Nur so kann ich beurteilen, ob mich entgegenkommende Radfahrer erkennen und ausweichen. Wenn sie nicht ausweichen, bleibt mir immer noch der "kühne" Sprung an die Seite, notfalls ins Gebüsch oder die Brennnesseln. Das musste ich schon mehrmals tun, weil Radfahrer durch irgendwas abgelenkt waren (Handy, Gespräche mit anderen Radfahrern usw) und mich als entgegenkommenden Wanderer nicht rechtzeitig bemerkten.
In den letzten Jahren sind immer mehr ältere Menschen mit E-Bikes unterwegs. Oft tun sie das mit überhöhter Geschwindigkeit. Viele können bei Problemen nicht rechtzeitig und angemessen reagieren.
Auch das eine oder andere böse Wort gab es, weil ich mich auf den
Radwegen auf der linken Seite bewegte. Auf die provozierende Frage, ob wir
in Deutschland "englischen Linksverkehr" haben, gibt es meine
Standardantwort, dass "ich den Idioten sehen will, der mich umfährt".
Schnell ist dann meistens Ruhe.
Auch auf Wanderwegen, wenn sie aus Fahrspuren bestehen, gehe ich in der linken Fahrspur.
Für mich ist es ungemein wichtig das Verhalten entgegenkommender Fahrzeuge oder Radfahrer zu beobachten. Ich will die Entscheidungsgewalt in der Hand behalten, ob ich zur Seite trete und das Fahrzeug oder den Radfahrer passieren lasse.
Auch auf Wanderwegen, wenn sie aus Fahrspuren bestehen, gehe ich in der linken Fahrspur.
Für mich ist es ungemein wichtig das Verhalten entgegenkommender Fahrzeuge oder Radfahrer zu beobachten. Ich will die Entscheidungsgewalt in der Hand behalten, ob ich zur Seite trete und das Fahrzeug oder den Radfahrer passieren lasse.
F15) Januar 2023: Flugreisen - Was mache ich mit meinem Gepäck?
Im
allgemeinen versuche ich die An-/Abreise mit dem Flugzeug zu/von
Wandertouren zu umgehen. Immer lässt sich das aber nicht vermeiden. Ich
denke da speziell an Wandertouren in den USA, Australien oder
Neuseeland.
Als UL-Wanderer probiere ich meinen Rucksack als Handgepäck durchzukriegen. Gewichts- und größenmäßig war das bisher kein Problem. Kritische Ausrüstungsgegenstände (Trekkingstöcke, Messer usw), die die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals am Flughafen erregen könnten, verstaue ich tief im Rucksack. Das Sicherheitspersonal sieht bei der Gepäckkontrolle diese Ausrüstungsgegenstände zwar auf dem Bildschirm, aber wenn sie im Rucksack verpackt sind, hatte ich bisher nie Probleme.
Gaskartuschen, wenn ich auf der Wandertour kochen sollte, und Nahrungsmittel kaufe ich immer erst am Zielort.
Wie sieht das aus, wenn ich mit so "großem" Gepäck unterwegs bin, dass ich nicht die ganze Ausrüstung im Handgepäck mitnehmen kann?
Ein Beispiel für so eine "spezielle" Wandertour wäre zB eine Wintertour in Kanada/USA.
Teile meiner Ausrüstung gebe ich nie im normalen Gepäck auf. Es gibt im Internet genug Berichte von Flugreisenden, wo das aufgegebene Gepäck nicht am Zielflughafen angekommen ist. Oft mussten die geplanten Wandertouren wegen fehlender Ausrüstung verspätet angetreten oder sogar ganz abgesagt werden.
Ich verfahre anders. Große und sperrige Ausrüstungsgegenstände schicke ich rechtzeitig mit der Post an ein Hotel am Zielort oder zu einer Adresse von Bekannten (, wenn es die am Zielort geben sollte). Das wäre sozusagen eine Art MailDrop. MailDrop für Wandertouren lehne ich eigentlich ab. Meine Ausrüstung ist mir aber lieber, so dass ich in einem solchen Fall meine Prinzipien über den Haufen werfe. Die Ankunft meiner "vorausgeschickten" Ausrüstung lasse ich mir bestätigen. Erst dann trete ich mit "normalem" Handgepäck die Flugreise an den Zielort an.
Für die Rückreise führe ich das ebenso durch.
Als UL-Wanderer probiere ich meinen Rucksack als Handgepäck durchzukriegen. Gewichts- und größenmäßig war das bisher kein Problem. Kritische Ausrüstungsgegenstände (Trekkingstöcke, Messer usw), die die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals am Flughafen erregen könnten, verstaue ich tief im Rucksack. Das Sicherheitspersonal sieht bei der Gepäckkontrolle diese Ausrüstungsgegenstände zwar auf dem Bildschirm, aber wenn sie im Rucksack verpackt sind, hatte ich bisher nie Probleme.
Gaskartuschen, wenn ich auf der Wandertour kochen sollte, und Nahrungsmittel kaufe ich immer erst am Zielort.
Wie sieht das aus, wenn ich mit so "großem" Gepäck unterwegs bin, dass ich nicht die ganze Ausrüstung im Handgepäck mitnehmen kann?
Ein Beispiel für so eine "spezielle" Wandertour wäre zB eine Wintertour in Kanada/USA.
Teile meiner Ausrüstung gebe ich nie im normalen Gepäck auf. Es gibt im Internet genug Berichte von Flugreisenden, wo das aufgegebene Gepäck nicht am Zielflughafen angekommen ist. Oft mussten die geplanten Wandertouren wegen fehlender Ausrüstung verspätet angetreten oder sogar ganz abgesagt werden.
Ich verfahre anders. Große und sperrige Ausrüstungsgegenstände schicke ich rechtzeitig mit der Post an ein Hotel am Zielort oder zu einer Adresse von Bekannten (, wenn es die am Zielort geben sollte). Das wäre sozusagen eine Art MailDrop. MailDrop für Wandertouren lehne ich eigentlich ab. Meine Ausrüstung ist mir aber lieber, so dass ich in einem solchen Fall meine Prinzipien über den Haufen werfe. Die Ankunft meiner "vorausgeschickten" Ausrüstung lasse ich mir bestätigen. Erst dann trete ich mit "normalem" Handgepäck die Flugreise an den Zielort an.
Für die Rückreise führe ich das ebenso durch.
F16) April 2023: Wanderer und freilaufende Hunde - Eine unendliche Geschichte...
Wer im Internet nach Berichten über Probleme zwischen Wanderern und freilaufenden Hunden sucht, wird schnell fündig.
Mittlerweile ist das eine unendliche Geschichte...
Die
Begegnungen zwischen Wanderern und freilaufenden Hunden lassen sich
nicht vermeiden. Wenn sich alle Hundebesitzer an den Leinenzwang halten
würden, der fast zu jeder Jahreszeit und in fast jeder Situation gilt,
dann wären diese Begegnungen überhaupt kein Problem. Als ehemaliger
Hundebesitzer kann ich verstehen, wenn Hunde auch mal von der Leine
gelassen werden müssen. Aber es gibt diesen speziellen Typ
Hundebesitzer, die sich um ihre wandernden Mitmenschen keine Gedanken
machen und ihre Hunde frei herumlaufen lassen. Nähert man sich solchen
Hunden, dann gibt es diesen Standardsatz, den jeder Hundebesitzer drauf
hat.
"Der Hund macht nichts, der ist vollkommen harmlos".
Viele
Hundebesitzer können sich nicht in die Situation eines Wanderers
versetzen, der nicht möchte, dass freilaufende Hunde an dem Wanderer
neugierig "herumschnüffeln". Selbst wirklich harmlose Hunde können durch
eine ängstliche Reaktion eines Wanderers erschreckt reagieren und eine
Verteidigungshaltung einnehmen. Diese Verteidungshaltung führt dann oft
zu einem Beißreflex, den die überraschten Hundebesitzer mit einem
weiteren Standardsatz quittieren.
"Das hat er noch nie gemacht. Sie hätten ruhig stehen bleiben und ihn streicheln müssen".
Gehts noch!
Warum soll ich als Wanderer einen fremden Hund an mich ranlassen und ihn sogar streicheln?
Solche
oder ähnliche Situationen erlebte ich auf meinen Wandertouren schon
häufig. Wenn ich dann die Hundebesitzer zur Rede stelle und mit ihnen
diskutiere, stelle ich oft Unverständnis für meine Situation fest.
Um
den beschriebenen Hunde-Problemen aus dem Weg zu gehen, bin ich auf
Wandertouren generell mit Trekkingstöcken unterwegs (siehe Thema-B1 vom April 2017). Meine Trekkingstöcke besitzen Fin Vario-Spitzen (siehe MYOG-Projekt C11 -
Leki-Trekkingstöcke mit Fin Vario-Spitzen nachrüsten). Werden
freilaufende Hunde von ihren Besitzern nicht rechtzeitig an die Leine
genommen, halte ich meine beiden Trekkingstöcke mit den Spitzen leicht
nach unten geneigt vor meinen Körper. Auf mich zulaufende Hunde halten
dann vor den Trekkingstock-Spitzen an. Dabei versuche ich die
Trekkingstock-Spitzen immer in Kopfhöhe zu platzieren. Hunde merken
instinktiv, dass da eine Gefahr lauert. Nach einer kurzen Musterung der
"Trekkingstock-Sperre" versuchen die Hunde diese zu umgehen. Was aber
bisher noch keinem Hund gelungen ist.
So
geschützt, habe ich mich schon einmal minutenlang um meine eigene Achse
gedreht, immer die Trekkingstock-Spitzen zwischen mich und den Hund
haltend, bis der Hundebesitzer den aggressiven Hund an die Leine nahm.
Den anschließenden Disput kann sich sicherlich jeder vorstellen.
Diese Vorgehensweise funktioniert auch mit großen Hunden. Stechen musste ich einen Hund noch nie.
Als
ehemaliger Hundebesitzer kann ich einschätzen, ob ein freilaufender
Hund aggressiv oder nur neugierig ist. Aber trotzdem will ich nicht,
dass ein neugieriger und harmloser Hund in meine unmittelbare Nähe
kommt.
Mit Hundebissen ist nicht zu spaßen. Bei einem Biss muss man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
Vor Wölfen habe
ich keine Angst. Sie meiden Menschen. Auf Wanderwegen machen meine
Trekkingstöcke ordentlich Krach. Ich bin also schon von weitem zu hören.
Wölfe können rechtzeitig reagieren und sich zurückziehen.
Mit Herdenschutzhunden (zB
Kangals usw), wie sie in Ost- und Südeuropa üblich sind, hatte ich noch
keinen Kontakt. Bei Gelegenheit werde ich diesen Aspekt des Themas mit
meinen Erfahrungen in einem Nachtrag aktualisieren.
F17) November 2023: Hygiene auf Wandertouren - Was benutzen "Zahnbürstenabsäger"?
Ultraleicht-Wanderer werden ja von anderen Wanderern gerne spöttisch als "Zahnbürstenabsäger" bezeichnet. Das ist jetzt kein Spaß, sondern das ist tatsächlich so. Auch ich säge den Griff der Zahnbürste zur Hälfte ab, wenn ich nur eine "normale" Zahnbürste besitze. Mittlerweile gibt es aber "spezielle" Zahnbürsten, wo der Griff zusammensteckbar ist. Kann ich eine solche Zahnbürste erwerben, bleibt die eine Hälfte des Griffs zuhause.
Ich zähle einfach mal auf, was in meinem Hygiene-Beutel (MYOG-Beutel aus DCF-Resten) alles so drin ist:
(1) kurze Zahnbürste
(2) Zahnpasta (2 kleine Probierpackungen aus dem Drogeriemarkt)
(3) Duschgel (Sebamed, kleine Probierpackung aus dem Drogeriemarkt)
(4) Körperlotion (Sebamed, kleine Probierpackung aus dem Drogeriemarkt)
(5) Wegwerf-Nassrasierer mit einer Klinge
Alle Artikel sind sicherlich selbsterklärend.
Mein kleines Handtuch (30 cm x 100 cm) besteht aus einem synthetischen schnelltrocknenden Material, das im Außennetz des Rucksacks verstaut ist. Nach einem Gebrauch wird es zum Trocknen mit einer elastischen Kordelschnur und mit einem Kordelstopper außen am Rucksack befestigt.
In der Beintasche meiner Zipperhose stecken in einem kleinen flachen Plastik-Behälter einige Zahnstocker und Zahnseide-Sticks zur schnellen Zahnreinigung.
Vor einigen Jahren hatte ich noch einen kleinen Kamm in der Hosentasche. Den Kamm habe ich aus Gewichtsgründen wegrationalisiert. Vor jeder längeren Wandertour lasse ich mir die Haare ziemlich kurz schneiden (<= 10 mm?), so dass ich meinen Scheitel mit den Händen richten kann.
In Fragen/Themen D3 (Werkzeuge - Was benutze ich auf meinen Wandertouren?) erwähnte ich, dass zu den "kleinen" Werkzeugen auch eine Nagelschere und eine Nagelfeile gehört. Diese beiden "Werkzeuge" können sicherlich auch zu den hygienischen Artikeln gerechnet werden.
Das ist schon alles, mehr gibt es nicht und mehr benötige ich auch nicht.
Nachtrag (Februar 2025): Beim Thema Hygiene gibt es eine gravierende Änderung. Ich beschreibe diese Änderung hier in einem Nachtrag. In der Chronik wird diese Änderung einen eigenen Eintrag erhalten.
Seit November 2024 wasche/dusche ich mich nur noch mit Wasser. Ich brauche kein Duschgel und keine Haarwäsche mehr. Lediglich für die Hände verwende ich noch Seife.
Auch jegliche Art von Hautcremes benutze ich nicht mehr.
Warum mache ich das?
Gewichtseinsparungen haben bei dieser Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt. Das Gewicht meiner oben genannten Hygiene-Ausrüstung ist schon sehr gering.
Vielmehr bin ich im Internet auf Berichte gestoßen, wo Menschen über ihre Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise berichteten. Die Berichte waren ausnahmslos sehr positiv, was das Hautbild und die Haare betrifft.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Zum Start von längeren Wandertouren rüstete ich mich immer mit kleinen Probierpackungen (Zahnpasta, Duschgel usw) aus dem Drogeriemarkt aus. Diese Probierpackungen sind sehr schnell aufgebraucht. Aber diese kleinen Probierpackungen können nicht überall nachgekauft werden, schon gar nicht im Ausland. Also müssen große Packungen erworben werden, was in einer Gewichtszunahme von mehreren hundert Gramm endet. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Anfangsausstattung.
So sieht meine Hygiene-Ausrüstung jetzt aus:
(1) kurze Zahnbürste (5 g)
(2) Zahnpasta-Tabletten (36 in einer kleinen Dose von 3 cm Durchmesser, 16 g)
(3) ein kleines Stück Handseife von Dr.Bonner (kleine Dose von 3 cm Durchmesser, 11 g)
(4) Wegwerf-Nassrasierer mit einer Klinge (29 g)
Seit November 2024 wasche/dusche ich mich nur noch mit Wasser. Ich brauche kein Duschgel und keine Haarwäsche mehr. Lediglich für die Hände verwende ich noch Seife.
Auch jegliche Art von Hautcremes benutze ich nicht mehr.
Warum mache ich das?
Gewichtseinsparungen haben bei dieser Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt. Das Gewicht meiner oben genannten Hygiene-Ausrüstung ist schon sehr gering.
Vielmehr bin ich im Internet auf Berichte gestoßen, wo Menschen über ihre Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise berichteten. Die Berichte waren ausnahmslos sehr positiv, was das Hautbild und die Haare betrifft.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Zum Start von längeren Wandertouren rüstete ich mich immer mit kleinen Probierpackungen (Zahnpasta, Duschgel usw) aus dem Drogeriemarkt aus. Diese Probierpackungen sind sehr schnell aufgebraucht. Aber diese kleinen Probierpackungen können nicht überall nachgekauft werden, schon gar nicht im Ausland. Also müssen große Packungen erworben werden, was in einer Gewichtszunahme von mehreren hundert Gramm endet. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Anfangsausstattung.
So sieht meine Hygiene-Ausrüstung jetzt aus:
(1) kurze Zahnbürste (5 g)
(2) Zahnpasta-Tabletten (36 in einer kleinen Dose von 3 cm Durchmesser, 16 g)
(3) ein kleines Stück Handseife von Dr.Bonner (kleine Dose von 3 cm Durchmesser, 11 g)
(4) Wegwerf-Nassrasierer mit einer Klinge (29 g)
(5) Nagelpfeile (7 g)
(6) Nagelschere (10 g)
Insgesamt sind das 78 g.
F18) November 2023: Wie dokumentiere ich meine Wandertouren?
Die Initialzündung für meine Wanderlust erfolgte im Februar 2013. Ab diesem Zeitpunkt absolvierte ich Tages- und Mehrtageswanderungen mit Übernachtungen in Unterkünften (Pensionen, Hotels und Ferienwohnugen) und später dann auch im Zelt.
Vor meiner ersten Langstreckenwanderung im Juli 2017, dem Olavsweg in Norwegen, suchte ich im Internet intensiv nach Informationen über diese Wandertour. Schließlich fand ich alles, was ich suchte. Ausführlich las ich viele Reiseberichte über den Olavsweg. Ich freute mich über die Wanderer, die ihre Erlebnisse im Internet mit anderen Wanderern teilten. Aber schon zu dieser Zeit fiel mir in den Reiseberichten ein besonderer Umstand auf. Die Reiseberichte waren sehr oft im "Prosa-Stil" verfasst. Damit meine ich, dass "technische" Informationen sehr kurz abgehandelt worden oder sogar ganz fehlten. Manche Reiseberichte sind wahre Kunstwerke, was den Schreibstil anbelangt. Aber als Anfänger im Bereich des Langstreckenwanderns suchte ich nach "technischen" Informationen, wie
-Wo muss ich langlaufen?
-Wo/wie kann ich mich mit Lebensmitteln versorgen?
-Wo/wie kann ich übernachten?
-usw
Diese Informationen waren nur schwer zu finden, selten gebündelt in einem Bericht. Daher musste ich das Internet intensiv durchsuchen. Das war oft mit einem großen Zeitaufwand verbunden.
Weil die von mir gewünschten Informationen nicht einfach zu finden waren, dachte ich lange über dieses Problem nach. Irgendwann beschloss ich einen eigenen Wander-Blog aufzusetzen. In diesem Blog sollten all die "technischen" Informationen in möglichst konzentrierter Form enthalten sein, die ich so mühsam suchen musste. Natürlich wollte ich auch Berichte über meine Wandertouren schreiben.
So kristallisierten sich mit den Jahren drei Dokumentationsarten heraus, wie ich sie aktuell verwende:
(1) Tagebuch (seit Juli 2017, vor dem Olavsweg)
(2) Blog (seit April 2018, nach dem Jakobsweg Via de la Plata, Teil 1)
(3) Facebook (seit Juni 2018, nach der Ostdt. Mittelgebirgstour)
Vor meiner ersten Langstreckenwanderung im Juli 2017, dem Olavsweg in Norwegen, suchte ich im Internet intensiv nach Informationen über diese Wandertour. Schließlich fand ich alles, was ich suchte. Ausführlich las ich viele Reiseberichte über den Olavsweg. Ich freute mich über die Wanderer, die ihre Erlebnisse im Internet mit anderen Wanderern teilten. Aber schon zu dieser Zeit fiel mir in den Reiseberichten ein besonderer Umstand auf. Die Reiseberichte waren sehr oft im "Prosa-Stil" verfasst. Damit meine ich, dass "technische" Informationen sehr kurz abgehandelt worden oder sogar ganz fehlten. Manche Reiseberichte sind wahre Kunstwerke, was den Schreibstil anbelangt. Aber als Anfänger im Bereich des Langstreckenwanderns suchte ich nach "technischen" Informationen, wie
-Wo muss ich langlaufen?
-Wo/wie kann ich mich mit Lebensmitteln versorgen?
-Wo/wie kann ich übernachten?
-usw
Diese Informationen waren nur schwer zu finden, selten gebündelt in einem Bericht. Daher musste ich das Internet intensiv durchsuchen. Das war oft mit einem großen Zeitaufwand verbunden.
Weil die von mir gewünschten Informationen nicht einfach zu finden waren, dachte ich lange über dieses Problem nach. Irgendwann beschloss ich einen eigenen Wander-Blog aufzusetzen. In diesem Blog sollten all die "technischen" Informationen in möglichst konzentrierter Form enthalten sein, die ich so mühsam suchen musste. Natürlich wollte ich auch Berichte über meine Wandertouren schreiben.
So kristallisierten sich mit den Jahren drei Dokumentationsarten heraus, wie ich sie aktuell verwende:
(1) Tagebuch (seit Juli 2017, vor dem Olavsweg)
(2) Blog (seit April 2018, nach dem Jakobsweg Via de la Plata, Teil 1)
(3) Facebook (seit Juni 2018, nach der Ostdt. Mittelgebirgstour)
(4) Instagram (seit Mai 2024)
(1) Tagebuch
Das "handgeschriebene" Tagebuch ist immer noch eine meiner besten Möglichkeiten Wandertouren zu dokumentieren. Dafür benötige ich nur ein Tagebuch, einen Druckbleistift, einen Radiergummi und einige Ersatzminen.
(1) Tagebuch
Das "handgeschriebene" Tagebuch ist immer noch eine meiner besten Möglichkeiten Wandertouren zu dokumentieren. Dafür benötige ich nur ein Tagebuch, einen Druckbleistift, einen Radiergummi und einige Ersatzminen.
Bild 1: Mein Tagebuch |
Das Tagebuch ist ein kleines unliniertes/nicht kariertes Buch im A6-Format mit knapp 200 Blättern.
Auf Wandertouren dokumentiere ich dann jeden Abend den vergangenen Wandertag. Für jeden Wandertag muss eine Seite reichen. Dadurch bin ich gezwungen den Wandertag mit den wichtigsten Informationen auf einer A6-Seite unterzubringen. Hauptsächlich notiere ich "technische" Informationen, wie
-Nr. des aktuellen Wandertages
-Tagesziel (Ort, Landschaft usw)
-Tageskilometer
-Wochentag
-Datum
-Startzeit
-Endezeit
-Gesamtzeit (= Endezeit - Startzeit) in Stunden
-Wetter (kurze Notizen)
-Art des Wetters (Sonnen-, Regen- oder bedeckter Tag)
-Art der Unterkunft (Zelt, Tarp usw)
-Status (Zahl von 1-10, Bewertung des gesundheitlichen Zustands mit kurzen Notizen)
-Stichpunkte zu Besonderheiten des Tages (Orte, Menschen, Wegbeschaffenheit usw)
Für jede Wandertour gibt es zusätzlich noch eine Übersichtsseite. Diese ist immer die erste Seite einer Wandertour. Dort notiere ich in einer Zeile die wichtigsten "technischen" Informationen, wie
-Datum
-Nr. des Wandertages
-Seite im Tagebuch
-Tagesziel (Ort, Landschaft usw)
-Kürzel für Übernachtungsart (Ta = Tarp, Sh = Shelter/Schutzhütte usw)
-Zahl von 1 bis 10 für gesundheitlichen Zustand während des Wandertages
-Tageskilometer
-Summe der Tageskilometer
-Abweichung vom geplanten Tagesdurchschnitt als positive/negative Zahl
Zu jeder Wandertour gibt es noch eine ganz spezielle zusätzliche Seite. Diese Seite trägt die lapidare Überschrift "wichtige Sachen". Dort notiere ich alles, wenn es Probleme mit meiner Ausrüstung gibt, die ich unterwegs nicht beheben kann bzw. wo Veränderungen angebracht wären. Kurz, alle Ideen und Gedanken, die es wert sind nicht in Vergessenheit zu geraten, finden dort ihren Niederschlag. Nach einer Wandertour werte ich zuerst diese Seite aus und suche nach Verbesserungspotential für meine Ausrüstung bzw. nach der Lösung des beschriebenen Problems.
Berichte schreibe ich meistens nicht gleich nach einer Wandertour. Vielmehr lasse ich die Wandertour erstmal "sacken". Das dauert dann teilweise mehrere Monate. Aber durch die Eintragungen im Tagebuch kann ich einen speziellen Wandertag sehr genau in meinem Kopf noch nach Monaten nachvollziehen. Das hilft ungemein beim Schreiben eines Berichts.
(2) Blog
Im Frühjahr 2018 habe ich mich dann entschlossen meine in den Jahren zuvor gesammelten Wandererfahrungen im Internet zu präsentieren. Damit möchte ich etwas an die Internet-Gemeinschaft zurückgeben, von der ich in all meinen Wanderjahren so profitiert habe.
Von Anfang an war aber klar, dass mein Blog genau die "technischen" Informationen in konzentrierter Form enthalten sollte, die ich im Internet so intensiv suchte.
Auch meine Berichte über Wandertouren sind mehr von "technischen" Informationen geprägt.
(3) Facebook
Mein Tagebuch kann nur ich lesen. Die Berichte im Blog können erst gelesen werden, wenn sie von mir geschrieben worden. Manchmal dauert das aber mehrere Monate, bis ein Bericht im Blog erscheint.
Einige Leser meines Blogs meinten, dass auch Tagesberichte, kombiniert mit einigen Bildern, auf den Wandertouren nicht schlecht wären. So bin ich auf die Idee gekommen Tagesberichte von meinen Wandertouren in Facebook zu veröffentlichen. So kann jeder lesen, wo ich mich ungefähr befinde und was ich so tagsüber treibe. Die Tagesberichte sind aber vom Empfang an meinem Übernachtungsplatz abhängig, der aber nicht immer gewährleistet ist. Zusätzlich kommt hinzu, dass ich diese Tagesberichte auf der "fummligen" Tastatur meines kleinen Smartphones schreiben muss. Nach einem anstrengenden Wandertag ist das nicht immer einfach.
Nachtrag (Mai 2024): Seit Mai 2024 gibt es eine weitere Möglichkeit Tagesberichte von meinen Wandertouren im Internet zu lesen. Tagesberichte, die ich in (3) Facebook veröffentliche, werden auch gleichzeitig in (4) Instagram unter dem Usernamen @kantoreck angezeigt.
F19) November 2023: Kochen - Warum koche ich wieder auf meinen Wandertouren?
Im Dezember 2021 habe ich in Fragen/Themen F5 (Kochen
- Warum koche ich nicht auf meinen Wandertouren) ausführlich dargelegt,
warum ich auf meinen Wandertouren nicht koche. Die Hauptgründe waren
-das zusätzliche Gewicht für die Kochausrüstung und
-die ewige "Jagd" nach geeignetem "Brenstoffmaterial" (Gaskartuschen, Spiritus usw.)
Erschwert wurde die ganze Angelegenheit durch die unterschiedlichsten Kochsysteme, die es auf dem Outdoor-Markt gab. Jeder Hersteller hatte sein eigenes System, die in den seltensten Fällen untereinander kompatibel waren.
Aber in den letzten Jahren hat sich auf meinen Wandertouren herausgestellt, dass ich tagsüber gern Kaffee trinken würde. Um das auf der Suche nach einem Bäckerladen zu bewerkstelligen, habe ich teilweise große Umwege auf meinen Tagesetappen in Kauf genommen. Zusätzlich kosteten diese Umwege enorm viel Zeit, die ich lieber auf dem Trail zugebracht hätte. Nach jeder längeren Wandertour dachte ich über dieses Problem nach.
Jetzt habe ich mich zu einer Lösung entschlossen, die ein neues Thema rechtfertigt. Als Nachtrag zum oben genannten Fragen/Themen F5 will ich es nicht formulieren.
Auf den nächsten Wandertouren werde ich wieder kochen.
-das zusätzliche Gewicht für die Kochausrüstung und
-die ewige "Jagd" nach geeignetem "Brenstoffmaterial" (Gaskartuschen, Spiritus usw.)
Erschwert wurde die ganze Angelegenheit durch die unterschiedlichsten Kochsysteme, die es auf dem Outdoor-Markt gab. Jeder Hersteller hatte sein eigenes System, die in den seltensten Fällen untereinander kompatibel waren.
Aber in den letzten Jahren hat sich auf meinen Wandertouren herausgestellt, dass ich tagsüber gern Kaffee trinken würde. Um das auf der Suche nach einem Bäckerladen zu bewerkstelligen, habe ich teilweise große Umwege auf meinen Tagesetappen in Kauf genommen. Zusätzlich kosteten diese Umwege enorm viel Zeit, die ich lieber auf dem Trail zugebracht hätte. Nach jeder längeren Wandertour dachte ich über dieses Problem nach.
Jetzt habe ich mich zu einer Lösung entschlossen, die ein neues Thema rechtfertigt. Als Nachtrag zum oben genannten Fragen/Themen F5 will ich es nicht formulieren.
Auf den nächsten Wandertouren werde ich wieder kochen.
Vorerst nur Kaffee oder Tee.
Eine neue Kochausrüstung muss ich nicht kaufen. Die ist vorhanden. Wenn ich mit meiner Familie oder Freunden unterwegs war, kam die Kochausrüstung sehr oft zum Einsatz.
Jetzt optimierte ich die Kochausrüstung etwas. Wichtig war mir dabei die Einfachheit. Als Brennstoffmaterial setze ich vorerst auf Brennspiritus und Trockenbrennstoff in Tablettenform. Brennspiritus gibt es überall in der Welt, denke ich. Und mit den Trockenbrennstoff kann ich auch mal im Notfall ein kleines Holzfeuer anzünden, wenn es extrem kalt sein sollte.
Das nachfolgende Bild zeigt mein Kochsystem.
Eine neue Kochausrüstung muss ich nicht kaufen. Die ist vorhanden. Wenn ich mit meiner Familie oder Freunden unterwegs war, kam die Kochausrüstung sehr oft zum Einsatz.
Jetzt optimierte ich die Kochausrüstung etwas. Wichtig war mir dabei die Einfachheit. Als Brennstoffmaterial setze ich vorerst auf Brennspiritus und Trockenbrennstoff in Tablettenform. Brennspiritus gibt es überall in der Welt, denke ich. Und mit den Trockenbrennstoff kann ich auch mal im Notfall ein kleines Holzfeuer anzünden, wenn es extrem kalt sein sollte.
Das nachfolgende Bild zeigt mein Kochsystem.
Bild 1: Kochsystem |
Aus folgenden Komponenten besteht mein Kochsystem:
(1) runder Einsatz für Windschutz
(2) Windschutz
(3) Aufbewahrungsflasche für Brennspiritus (300 ml)
(4) Kochtopf (Titan)
(5) Auflagekreuz für Kochtopf
(6) Feuerzeug
(7) Streichhölzer
(8) Spiritusbrenner von Esbit
(9) Trinktasse (Titan)
(10) kleine Blechdose
(11) Trockenbrennstoff (siehe Bild 3)
(12) Carbon-Filz (siehe Bild 3)
Das im Bild 1 gezeigte Kochsystem erlaubt mir mehrere Kombinationsmöglichkeiten.
Die hauptsächliche Nutzung wird das Kochsystem mit dem (8) Spiritusbrenner von Esbit sein. Der Spiritusbrenner sitzt bei der Nutzung in den Schlitzen des (2) Windschutzes und berührt dabei nicht den Boden. Zur Sicherheit kann noch der (1) runde Einsatz für den Windschutz unter den Spiritusbrenner gelegt werden.
Bild 3: Trockenbrennstoff und Carbon-Filz |
Eine weitere Nutzungsmöglichkeit des Kochsystems ist eine (10) kleine Blechdose mit einem schwarzen (12) Carbon-Filz.
Bild 4: Kochsystem mit Blechdose und Carbon-Filz |
Bei der Benutzung wird der Carbon-Filz mit Brennspiritus aus der (3) Aufbewahrungsflasche getränkt und angezündet. Wird der Brenner nicht mehr benutzt, obwohl noch Brennspiritus im (12) Carbon-Filz enthalten sein könnte, wird mit dem Deckel der Blechdose einfach die Luftzufuhr unterbrochen. Der Brenner geht dann aus. Durch den Deckel wird die Blechdose luftdicht verschlossen. Der Brennspiritus kann nicht verdunsten und auch nicht auslaufen.
Bild 5: Kochsystem mit Trockenbrennstoff |
Dieses Kochsystem ist noch einfacher. Auf den (1) runden Einsatz für den Windschutz, der in den Schlitzen des (2) Windschutzes sitzt, wird einfach eine (11) Trockenbrennstoff-Tablette gelegt und angezündet.
Die letzte mögliche Nutzung des Kochsystem ist ein kleines Holzfeuer mit einer Trockenbrennstoff-Tablette. An kühlen Abenden im Camp kann ich mir das sehr gut vorstellen.
Auf meinen nächsten Wandertouren werde ich die unterschiedlichen Kochsysteme sehr genau testen.
Nachtrag (Dezember 2023): Gerade wieder eingeführt und noch nicht einmal benutzt, gibt es kurze Zeit später gleich eine kleine Änderung am Kochsystem mit Blechdose und Carbon-Filz (siehe Bild 4).
Das im Bild 4 vorgestellte Kochsystem mit Blechdose und Carbon-Filz wird etwas modifiziert.
Das Carbon-Filz besteht nicht mehr aus 3 Stücken Carbon-Filz, die einfach in die Blechdose gelegt werden. Jetzt wird der Carbon-Filz in 2 cm-Streifen (Höhe der Blechdose) geschnitten und fest zusammengerollt in die Blechdose gepresst.
Nachtrag (Mai 2024): Auf der Wandertour mit meiner Tochter Romy Von Neustrelitz nach Waren (Müritz) kochte ich nach jahrelanger Pause wieder. Meine Tochter hatte sich das gewünscht. Das für die Wandertour ausgewählte Kochsystem hat sich bewährt.
Trotzdem werde ich einige Änderungen am Kochsystem vornehmen.
(1) X-Boil-Windschutz mit 3 Topfhaltern
(2) Aufbewahrungsflasche für Brennspiritus (300 ml)
(3) Kochtopf (Titan) mit Deckel
(4) Trinktasse (Titan)
(5) Aufbewahrungsbeutel
(6) Blechdose mit Deckel und Carbonfilz
(7) Drahtspieße (Alternative für die 3 Topfhalter)
(8) Feuerzeug
(9) Kaffeefilter
(10) Behälter für Süßstoff
(11) Dosierflasche (50 ml) für Brennspiritus
Das modifizierte Kochsystem basiert in den wesentlichen Komponenten auf dem ultraleichten X-Boil-Kochsystem.
F20) August 2024: Was ist Cowboy-Camping?
Cowboy-Camping bezeichnet das Übernachten im Freien ohne Zelt, lediglich mit einem Schlafsack und eventuell einer Isomatte.
Es ist eine minimalistische Art des Campings, bei der man unter freiem Himmel schläft, oft ohne zusätzlichen Schutz wie ein Zelt oder eine Plane. Diese Art des Campings erfordert eine gewisse Wetterfestigkeit und ist besonders bei gutem Wetter oder in trockenen Regionen beliebt. Der Name leitet sich von der Praxis der Cowboys ab, die während ihrer Viehtriebe oft einfach unter den Sternen schliefen.
Auch bei mir wird das Cowboy-Camping immer beliebter.
Welche Ausrüstungsgegenstände benutze ich beim Cowboy-Camping?
(1) Tyvek-Plane (1 x 2 m als Unterlage und Schmutzschutz)
(2) Biwaksack von Alpkit (Kloke, wasserdicht)
(3) Isomatte von TaR (ProLite, Small)
(4) Quilt von AsTucas (Sestrals Blanket, APEX 133)
(5) BugNet von Sea To Summit (Nano Mosquito Pyramid Net Single)
(6) Trekkingstock (zum Aufspannen des BugNets)
(7) Zubehör (4 Heringe für die Befestigung des BugNets und des Biwaksacks auf der Erde)
Wie verhalte ich mich bei einem Wetterumschwung (Regen) mitten in der Nacht?
Mein Rucksack ist beim Cowboy-Camping immer vollständig gepackt, verschlossen und regengeschützt. Da liegt nirgendwo ein Ausrüstungsgegenstand außerhalb des Rucksacks herum. Zum Schlafen benötige ich nur die notwendigsten Sachen (Ohrenstöpsel und Stirnlampe). Deshalb kann ich bei einem Wetterumschwung mit wenigen Handgriffen meine Sachen zusammensammeln und erstmal einen geschützten Platz in der Nähe aufsuchen. Da hilft zB auch ein belaubter Baum. Dann wird entschieden, wie es weitergeht.
Wenn es keinen geeigneten Schlafplatz in der Nähe gibt, ziehe ich meine Wanderkleidung an und verstaue meine Schlafutensilien provisorisch im Rucksack. Dann suche ich mitten in der Nacht einen neuen Schlafplatz. In einer solchen Situation war ich aber noch nicht.
Jetzt könnte jemand meinen, dass ich evtl. mein Zelt/Tarp aufbauen kann. Wenn ich es im Rucksack trage, wäre das eine Möglichkeit.
Ausschließlich auf Cowboy-Camping bei einer Langstreckenwanderung zu setzen und das Zelt/Tarp nicht zusätzlich als "Ausweichmöglichkeit" in den Rucksack zu packen, ist ein sehr großes Wagnis. Die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz kommt bei einer solchen Vorgehensweise eine entscheidende Bedeutung zu.
Bei einer Mehrtageswanderung werde ich das einmal ausprobieren.
Ich bin gespannt, wie das Experiment ausgehen wird...
F21) Oktober 2024: Trail-Waschmaschine - Wie funktioniert das "Gerät"?
Wäsche waschen wird auf Langstreckenwandertouren manchmal zum Problem.
Das funktionert natürlich in Unterkünften, wenn eine Waschmaschine (und ein Trockner) vorhanden ist. Von dieser Möglichkeit mache ich immer Gebrauch.
Wenn keine Waschmschine zu finden ist, was bei einfachen Unterkünften oft der Fall ist, reicht auch ein Waschbecken im Bad oder in der Toilette aus. Wenn es aber keinen Stöpsel für das Waschbecken gibt, was nicht selten der Fall ist, steht man auf dem Schlauch. Ich behalf mich in einer solchen Situation oft damit, dass ich entweder eine Socke oder etwas Toilettenpapier in den Abfluss des Waschbeckens stopfte. Dann war aber Eile geboten. Lange blieb das Wasser nicht im Waschbecken stehen.
Waschen von Kleinteilen, wie Unterhose, Socken und Gamaschen, war direkt auf dem Trail nur möglich, wenn ich das an einem Gewässer tun konnte. Waschmittel verboten sich aus Naturschutzgründen von selbst. Also konnte ich die Kleinteile nur mal eben durch das Wasser hin- und herziehen. Waschen war das nicht.
Jetzt hat ein User im ULT-Forum eine Trail-Waschmaschine vorgestellt.
Das funktionert natürlich in Unterkünften, wenn eine Waschmaschine (und ein Trockner) vorhanden ist. Von dieser Möglichkeit mache ich immer Gebrauch.
Wenn keine Waschmschine zu finden ist, was bei einfachen Unterkünften oft der Fall ist, reicht auch ein Waschbecken im Bad oder in der Toilette aus. Wenn es aber keinen Stöpsel für das Waschbecken gibt, was nicht selten der Fall ist, steht man auf dem Schlauch. Ich behalf mich in einer solchen Situation oft damit, dass ich entweder eine Socke oder etwas Toilettenpapier in den Abfluss des Waschbeckens stopfte. Dann war aber Eile geboten. Lange blieb das Wasser nicht im Waschbecken stehen.
Waschen von Kleinteilen, wie Unterhose, Socken und Gamaschen, war direkt auf dem Trail nur möglich, wenn ich das an einem Gewässer tun konnte. Waschmittel verboten sich aus Naturschutzgründen von selbst. Also konnte ich die Kleinteile nur mal eben durch das Wasser hin- und herziehen. Waschen war das nicht.
Jetzt hat ein User im ULT-Forum eine Trail-Waschmaschine vorgestellt.
Bild 1: Trail-Waschmaschine |
Ich finde die Idee einfach genial.
In einen wasserdichten 3-Liter-Gefrierbeutel wird einfach etwas Wasser gegeben. Dazu die 2 Socken und die 2 Gamaschen, wie in meinem Bild. Ob noch zusätzlich eine Unterhose hineingepasst hätte, überprüfte ich aber nicht. Dazu gab ich eine kleine Menge Waschmittel.
Bei der Wassermenge musste ich etwas experimentieren. Beim ersten Versuch hatte ich zuviel Wasser in den Beutel gegeben. Der Beutel ließ sich dann nicht richtig "durchkneten". Denn vollen Beutel einfach nur "durchschütteln", reicht meiner Meinung nach für die Simulation eines Waschvorgangs nicht aus. So ließ ich nach und nach etwas Wasser aus dem Beutel ab, bis ich das Gefühl hatte, dass ich den Beutel ordentlich "durchwalken" konnte. Das tat ich ein zeitlang. Das Bild zeigt deutlich den Verschmutzungsgrad der Waschwassers.
Der Vorteil der Trail-Waschmaschine ist, dass ich das Waschwasser irgendwo, weitentfernt von einem Gewässer, auf die Erde kippen kann.
Auch den Spülvorgang kann ich mehrmals im Beutel wiederholen, bis ich der Meinung bin, dass das Waschmittel aus den Kleinteilen weitestgehend ausgespült ist.
Sicherlich funktioniert das auch mit größeren Beuteln und Kleidungsstücken. Für mich ist es aber wichtig, dass ich unterwegs meine stark beanspruchten Kleinteile, wie Unterhose, Socken und Gamaschen, schnell mal "durchwaschen" kann.
Genau dafür ist das "Gerät" vollkommen ausreichend.
F22) November 2024: Wie kann ich Nahrungsmittel tiersicher aufbewahren?
Tiere, egal welcher Art, haben meine Nahrungsmittel auf Wandertouren noch nie angegriffen. Deshalb kann ich von keinen negativen Erfahrungen berichten. Das Internet ist aber randvoll von solchen Berichten aus der ganzen Welt. Ganz besonders extrem muss das auf den 3 großen amerikanischen Trails sein, speziell auf den Outdoor-Übernachtungsplätzen (Shelter, Plattformen usw).
Wenn ich überlege, auf welchen abenteuerlichen Stellen ich schon übernachtete, müsste mich diese Problematik schon längst ereilt haben. Hat es aber nicht.
Ich frage mich natürlich, was der Unterschied zu anderen Wanderern ist. In Diskussionen kristallisieren sich dann doch kleine Unterschiede heraus.
Erstmal zähle ich die 3 bekanntesten Varianten für die tiersichere Aufbewahrung von Nahrungsmitteln auf.
(1) Bärenkanister
(2) Aufhängen an Bäumen
(3) geruchssichere Verpackung
(1) Bärenkanister
Diese Variante wird speziell auf Teilstücken der 3 großen amerikanischen Trails angewendet und teilweise sogar vorgeschrieben.
Park-Ranger kontrollieren in Bärengebieten die Wanderer, ob sie einen Bärenkanister im/am Rucksack tragen. Wanderer, die keinen Bärenkanister mitführen, müssen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Die Park-Ranger kennen da keine Gnade.
Der Nachteil eines Bärenkanisters ist das Packmaß und das Gewicht. Wenn der Bärenkanister wegen der Größe nicht in den Rucksack passt, muss er obendrauf geschnallt werden. Das ist optisch nicht gerade sehr schön.
Diese Variante verwendete ich noch nie.
(2) Aufhängen an Bäumen
Diese Methode wird auch PCT-Methode, in Anlehnung an den PCT (Pacific Crest Trail) in den USA, genannt.
Wenn ich überlege, auf welchen abenteuerlichen Stellen ich schon übernachtete, müsste mich diese Problematik schon längst ereilt haben. Hat es aber nicht.
Ich frage mich natürlich, was der Unterschied zu anderen Wanderern ist. In Diskussionen kristallisieren sich dann doch kleine Unterschiede heraus.
Erstmal zähle ich die 3 bekanntesten Varianten für die tiersichere Aufbewahrung von Nahrungsmitteln auf.
(1) Bärenkanister
(2) Aufhängen an Bäumen
(3) geruchssichere Verpackung
(1) Bärenkanister
Diese Variante wird speziell auf Teilstücken der 3 großen amerikanischen Trails angewendet und teilweise sogar vorgeschrieben.
Park-Ranger kontrollieren in Bärengebieten die Wanderer, ob sie einen Bärenkanister im/am Rucksack tragen. Wanderer, die keinen Bärenkanister mitführen, müssen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Die Park-Ranger kennen da keine Gnade.
Der Nachteil eines Bärenkanisters ist das Packmaß und das Gewicht. Wenn der Bärenkanister wegen der Größe nicht in den Rucksack passt, muss er obendrauf geschnallt werden. Das ist optisch nicht gerade sehr schön.
Diese Variante verwendete ich noch nie.
(2) Aufhängen an Bäumen
Diese Methode wird auch PCT-Methode, in Anlehnung an den PCT (Pacific Crest Trail) in den USA, genannt.
Bild 1: Utensilien für das Aufhängen an Bäumen |
Wie funktioniert diese Variante?
Alle Nahrungsmittel werden in den großen Beutel gepackt. Dann wird für den kleinen Beutel ein passender Stein gesucht und in den Beutel gesteckt. Der kleine Beutel mit dem Stein wird nun mit der Schnur an den großen Beutel gebunden. Anschließend wird der kleine Beutel mit dem Stein über einen geeigneten Ast eines Baumes geworfen. Zum Schluss wird der Beutel mit den Nahrungsmitteln soweit nach oben gezogen, dass die Schnur an den Baumstamm angebunden werden kann.
Der Nachteil dieser Variante ist, dass ein passender Baum gefunden werden muss. Auch die Wurftechnik sollte man schon einmal geübt haben.
Auch diese Variante verwendete ich noch nie, obwohl ich die Utensilien (großer Beutel für die Nahrungsmittel, kleiner Beutel für den Stein und die Schnur) für diese Variante mein eigen nenne.
(3) geruchssichere Verpackung
Das ist die einfachste Variante und muss nicht im Bild gezeigt werden.
Meine Nahrungsmittel sind generell in geruchssicheren Gefrierbeuteln verpackt. Ich mag es nicht, wenn die Nahrungmittel lose in meinem Nahrungsbeutel herumliegen. Alle!!! übrigen Nahrungsmittel, die tagsüber in den Außentaschen stecken, verpacke ich für die Nacht ebenfalls in geruchssichere Gefrierbeutel. Mein Nahrungsbeutel ist übrigens der große DCF-Beutel aus Bild 1. Die Gefrierbeutel stecke ich alle in den großen Nahrungsbeutel und verschließe ihn mit einem Rolltop-Verschluss. Der Nahrungsbeutel kommt nun in den Rucksack und wird ebenfalls mit einem Rolltop-Verschluss gesichert.
Den Rucksack stelle ich immer regensicher ins Tarp/Zelt.
Diese 3-fache geruchssichere Aufbewahrung meiner Nahrungsmittel hat mich bisher vor Tierangriffen auf die Nahrungsmittel geschützt.
In meinem Rucksack gibt es immer eine gewisse Anzahl (ca. 4-6) dieser Gefrierbeutel, deren Gesamt-Gewicht im einstelligen Gramm-Bereich liegt.
Diese Variante wird von mir schon seit vielen Jahren angewendet.
Sie ist preiswert, gewichtsbewusst und sehr einfach zu bewerkstelligen.
Ich werde berichten, wenn es den ersten Tierangriff auf meine Nahrungsmittel gegeben hat...
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